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Der gelbe Farbstreit, das blutrote Sweatshirt und die schwarze Vaterliebe

Vor Gericht hat der Wörterbuchverlag Langenscheidt den Markenrechtsstreit um die Farbe Gelb gewonnen. Die US-Kette Urban Outfitters hat mit einem Pulli mit roten Farbspritzern Entsetzen entfacht und die Baumarktkette Hornbach landet mit einem schwarzen Anstrich einen Werbehit.

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Von Stephanie Dittebrand

Der Rechtsstreit der Woche: Kein Gelb für Rosetta Stone

Vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat der Münchner Wörterbuchverlag Langenscheidt einen Farbstreit gegen Rosetta Stone gewonnen. Der Sprachlern-Softwarehersteller darf die Farbe Gelb nicht mehr verwenden, weder für seinen Internetauftritt noch für Werbung oder Verpackung. Das blaue L auf gelbem Grund ist das Markenzeichen für die zweisprachigen Wörterbücher, 2010 hatte sich Langenscheidt die Farbmarke Gelb eintragen lassen. Und als Rosetta Stone anfing, ebenfalls einen gelben Farbton zu verwenden, sah Langenscheidt seine Markenrechte verletzt und klagte auf Unterlassen und Schadensersatz. Schon am Oberlandesgericht in Köln bekam der Münchner Verlag Recht, die Revision von Rosetta Stone wurde dann in dieser Woche durch die Zivilrichter zurückgewiesen. Der Farbstreit ist aber noch längst nicht beigelegt: Das amerikanische Softwareunternehmen hat die Löschung der Farbmarke beantragt – nach der Ablehnung durch das Bundespatengericht geht dieser Kampf am BGH Ende Oktober in die nächste Runde.

Der Fehltritt der Woche: Sweatshirt mit blutroten Farbspritzern

Erst ein T-Shirt in „Obama/Schwarz“, dann eines mit dem Davidsstern und jetzt ein Collegepulli mit Farbspritzern, die wie Blut aussehen. Die US-Modekette Urban Outfitters lässt wirklich keinen Fettnapf aus. Doch mit der neuesten Aktion setzt die Bekleidungsfirma der Geschmacklosigkeit die Krone auf: Im Internet wird ein Sweatshirt mit dem Logo der Kent-University (Ohio) angeboten, mit einer hippen Waschung und lässigen Farbspritzern in blutrot. Doch der Pulli wird nicht nur ein Verkaufsschlager, sondern auch zum Gegenstand des Entsetzens.

Die Kent-Universität sieht in dem als „Vintage“ bezeichneten Sweater eine Anspielung auf die Schießerei an der Hochschule im Jahr 1970, bei dem vier Menschen ums Leben kamen. Die Farbspritzer erinnern an das vergossene Blut und die Löcher an die tödlichen Schüsse, prangert die Hochschule an. Die Modekette bekam daraufhin auf Twitter und Facebook ein wütendes Echo zu spüren. Urban Outfitters dementiert diese Absichten – bei der Anzahl der modischen Fehltritte klingt dies aber wenig glaubhaft.


Die Highlights der Woche auf absatzwirtschaft.de:

>>> Was steckt hinter dem m-Commerce Boom?

>>> Verkaufspersonal als Stolperstein des stationären Einzelhandels?

>>> Reif für den Dialog: Autobauer zeigen beste Social-Media-Performance


Das Video der Woche: Hornbach landet Youtube-Hit

Eltern würden für ihre Kinder alles tun. Mit diesem emotionalen Thema spielt die Baumarktkette Hornbach in ihrem aktuellen Werbespot – und landet einen echten Youtube-Hit. In dem 45-sekündigen Spot ist ein Mädchen zu sehen, das aufgrund seines Gothik-Looks mit sozialer Ausgrenzung zu kämpfen hat. Was das mit einem Baumarkt zu tun hat? Das beweist der liebende Vater. Der streicht kurzum Gartenzaun, Pflastersteine und sogar sein ganzes Haus schwarz. Für seine Tochter. Taten statt Worte. Auf der ganzen Welt verbreitet sich der Spot – und die Vater-Tochter-Story berührt die Herzen. „Handelsblatt Online“ hat den emotionalen Virus zusammengefasst.

Der Fake der Woche: Journalist macht auf Lederhosenhipster

Hashtag Fake statt Hashtag Liebe. In der letzten Woche startete „Lederhosenhipster“ Davigi Amore mit seinem hippen Schlager „Hashtag Liebe“ eine steile Karriere auf Youtube. Mit Fliege um den Hals und einem feschen Dirdl-Mädl im Arm spaltet er aber die Gemüter. Sogar Fake-Vowürfe werden laut. Und die wurden in dieser Woche bestätigt: Hinter der Figur des Bayern-Hipsters steckt ein Journalist – natürlich mit einem rein investigativen Gedanken. Die ganze Geschichte lesen Sie bei den Kollegen von „meedia“.

Das Konzept der Woche: Revolution mit Online-Offline-Konzept

Die Konkurrenz im Internet ist groß, deshalb will Media-Saturn jetzt seinen Verkauf revolutionieren: Mit einem Online-Offline-Verkaufskonzept. In Ingolstadt öffnet daher jetzt ein neuer Media-Markt, in dem der Verkauf vor Ort mit dem Onlinehandel verschmilzen soll. In dem Muster-Laden steht die gesamte Produktpalette in den Regalen, wird aber auch digital präsentiert. Das Kuriose an dem Modellversuch: Die neue Filiale eröffnet direkt gegenüber eines bereits bestehenden Geschäfts. Über die Media-Markt-Revolution berichtet „Handelsblatt Online“ ausführlich.

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