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Der digitale Messeauftritt: „90 Prozent der Aussteller nutzen digitalen Service“

Mirko Schubert, Bereichsleiter International Sales Management der Messe Frankfurt, spricht im Interview mit der absatzwirtschaft nicht nur über die Vorteile einer digitalen Infrastruktur beim Messeauftritt, sondern auch über Avatare und Live-Begegnungen.

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Herr Schubert, wie hilft Digitalisierung Ihrer Branche? 

MIRKO SCHUBERT: Sie bietet der Messewirtschaft viel Potenzial, um das Kundenerlebnis einfacher, effizienter und innovativ zu gestalten. Dabei müssen entsprechend der Customer Journey die Anforderungen an Prozesse und Systeme vom operativen Business und nicht von der IT formuliert werden.

Was heißt das konkret, zum Beispiel für Besucher?

Wer sich auf eine Messe vorbereitet, sammelt erst einmal Informationen. In unserem Portal finden Besucher von jedem Aussteller ein Profil: Was ist das für eine Firma, welche Produkte bietet sie an, wo ist der Stand? Es gibt einen interaktiven Geländeplan, mit dem man seine Tour besser planen kann, und auch das Ticket lässt sich online kaufen. Dazu kommt digitales Matching: Besucher und Aussteller vernetzen sich vor und während der Messe.

Wird die Planung auch für Unternehmen leichter?

In unseren digitalen Ausstellershops können die Unternehmen sämtliche Dienstleistungen rund um den Messeauftritt abrufen, vom Standaufbau über Stromversorgung bis zum Catering. Auch Freigabestrategien lassen sich hinterlegen, wenn unterschiedliche Abteilungen die Produkte bestellen und freizeichnen. Bereits 90 Prozent unserer Aussteller nutzen diesen digitalen Service. Auch die Abrechnung läuft vielfach digital und wird kontierfähig an den Aussteller geschickt.

Große Zeitfresser beim Messeauftritt sind Auf- und Abbau.

Wir haben oft sehr große Messestände, an denen über Wochen gearbeitet wird. Da ist es wichtig, dass die Standbauer ihr Material schnell bekommen. Dabei hilft das Verkehrsleitsystem Cetram, das wir vor zwei Jahren implementiert haben. Die LKW werden per SMS zum Be- und Entladen auf das Gelände gesteuert, so dass Staus vermieden werden. Für die Hallen gibt es sehr genaue Logistikpläne. Der Aussteller erfährt die Aufbauprozesse schnell und detailliert.

Was bringt die Zukunft?

Bei den Dienstleistungen für Aussteller geht der Trend weg von Modulen und hin zu individuellen Angeboten. Immer mehr Unternehmen digitalisieren zudem ihre Order- und Rechnungsprozesse und wollen sie mit unseren verbinden. Das ist durchaus anspruchsvoll: Wir haben 95 000 Aussteller, die mit verschiedenen IT-Systemen arbeiten. Für Besucher werden wir unsere Apps ausbauen und zum Beispiel stärker mit Blogs oder Livestreams von Ausstellern in sozialen Medien verzahnen.

Welche Branchen sind bei der Kombination von digitaler und Live-Begegnung besonders erfolgreich?

Ich sehe es aus der Vertriebssicht: Welche Kunden fragen explizit, ob wir in bestimmten digitalen Kanälen unterwegs sind? Da stellen wir fest, dass es schon diejenigen mit einer Affinität zu digitaler Technik sind. Eine B-to-B-Messe wie die Formnext für den 3-D-Druck lebt stark davon, dass digitale Kanäle flankierend eingesetzt werden. Die Aussteller erreichen dort auch ihre Kunden. In eher traditionellen Branchen gibt es größere Streuverluste – noch.

Empfängt mich in naher Zukunft ein Avatar am Infostand?

Auf der Hypermotion 2017 haben wir erstmals Info-Säulen mit Alexa eingesetzt. Auch Aussteller werden Trends wie künstliche Intelligenz (KI) verstärkt in ihre Auftritte integrieren. KI am Servicecounter wird jedoch Menschen nicht komplett ablösen. Für Technologiebauteile hingegen, die noch nicht produziert sind, ist eine dreidimensionale Projektion super. Grundsätzlich gilt, dass neue Technologien da eingesetzt werden, wo sie Mehrwert erz

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Kommentare

  1. Mit dem digitalen Zeitalter wandeln sich auch die Inhalte und Konzepte, die benötigt werden, um Kunden zu beeindrucken. Produkte sind teilweise sehr komplex geworden, weswegen eine klare Darstellung, die die Funktionalität und Produktqualität herausstellt, umso wichtiger wird. Wichtig hierbei ist es, zu verstehen, dass es sich um eine andere Art der Information handeln muss, als aus dem Internet bekannt.

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