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Datenschutz-Mängel: Kaum eine Dating-App behält intime Geheimnisse ihrer Nutzer für sich

Sexuelle Vorlieben können gefährlich werden – die ägyptischen Behörden beispielsweise nutzen laut Amnesty International Dating-Apps, um Homosexuelle ausfindig zu machen und zu verhaften

Wer seine große Liebe per App sucht, sollte keine zu intimen Geheimnisse mit seinem potenziellen Dating-Partner teilen. Denn die sind dort nur in den seltensten Fällen gut aufgehoben. Das fand Stiftung Warentest bei der Überprüfung von 44 Flirt-Apps heraus.

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Verliebte Chats, Selfies via Messenger und Liebesgeflüster in Sprachnachrichten: Jeder zweite Online-Dating-Nutzer hat sich schon einmal im Netz verliebt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Dabei sagten 25 Prozent, dass sie ihren derzeitigen festen Partner so kennengelernt haben. Weitere 25 Prozent haben eine Ex-Beziehung über das Netz kennengelernt. Befragt man alle Internetnutzer, so sagt mehr als die Hälfte, dass Online-Dating eine unkomplizierte Möglichkeit ist, einen neuen Partner zu finden.

Stiftung Warentest deckt schwere Mängel beim Datenschutz auf

Anbieter von Dating-Apps treffen somit auf eine hohe Nachfrage, es könnte nicht besser laufen. Doch statt behutsam mit den oft sehr intimen Informationen wie unter anderem sexuelle Vorlieben oder dem Wohnort umzugehen, teilen einige Anbieter diese sogar mit Werbenetzwerken, Facebook oder anderen Unternehmen. Schnell verliert der Nutzer dann die Kontrolle über seine Daten. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von Stiftung Warentest („test“, Ausgabe 3/2018) hervor. Angesehen haben sich die Prüfer das Datensendeverhalten und die Datenschutzerklärung. Gefunden haben sie viele Probleme, auch bei bekannten Anbietern wie ElitePartner, Parship oder Tinder. „Wir finden nur fünf von den 44 kostenlosen Apps im Test akzeptabel“, so Projektleiterin Simone Vintz, „die meisten verraten aber zu viel.“ 39 Apps für iOS und Android zeigen somit erhebliche Mängel. Als „akzeptabel“ stufen die Tester unter anderem „Bildkontakte“ (iOS) und für Android „eDarling“ , „Lovescout24“ und „Neu.de“ ein.

Selbst Onlineplauderei sind nicht geschützt

Grundsätzlich sei alles, was die Dating-App-Nutzer öffentlich auf ihr Profil stellen, auch für jedermann sichtbar. Allerdings würden es viele Anbieter auch mit solchen Daten nicht so eng sehen, die für die Nutzung der App eigentlich unnötig sind, wie etwa Gerätedaten. Sogar bei den Chatverläufe würden es einige Anbieter nicht so genau mit der Privatsphäre nehmen.

Wenig klar sei letztlich, wo die Daten überall landen. Denn das seien eben nicht nur Server „in den USA und der ganzen Welt“ (Tinder), sondern auch oft genug Dritte, wie das Werbenetzwerk Flurry oder die Datensammelmaschine Facebook. Auch wer aussteigt, müsse wissen: Seine Daten sind bei den Anbietern mitunter für die Ewigkeit archiviert.

Kommunikation

Nutzer geben das meiste Geld für Streaming- und Dating-Anwendungen aus

Marktpropheten sagen schon seit Jahren den Niedergang von Apps voraus. Neue Zahlen zeigen nun: Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie beschäftigten sich die Nutzer länger mit den mobilen Anwendungen als im vergangenen Jahr. Und auch die Download- und Umsatzzahlen sind im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen, wie eine Untersuchung des Analyseinstituts AppAnnie ergeben hat. mehr…

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Kommentare

  1. Kleiner Hinweis: Eine Dating App behält wenn dann die Geheimnisse IHRER Nutzer für sich (sorry für die Besserwisserei, aber die falsche Verwendung von Possessivpronomen wird allmählich Exzess)

    1. Lieber Herr Brechels, danke Ihnen für den – sehr berechtigten – Hinweis. Wir haben den Fehler soeben korrigiert. Beste Grüße
      Sarah Hölting

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