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Marketing Tag 2014: Was tun, wenn Kids kein Fernsehen mehr schauen?

Christoph Krachten von Mediakraft sprach über die jungen Zuschauer und ihr TV-Konsumverhalten , dass nicht gerade wächst. Viele nutzen eher Online-Videos © DMT 2014

Beim diesjährigen deutschen Marketing Tag 2014 ging es nicht nur um Real Time Marketing und neue Strategien, sondern auch um die digitale Zukunft des Fernsehens. Im Gespräch: Stefan Arbanowski von Frauenhofer FOCUS, Christoph Krachten, Präsident Mediakraft Networks und Thomas Kreyes, Generalsekretär Mediengruppe RTL.

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Drei Gesprächspartner, drei Charaktere, drei unterschiedliche Standpunkte, wenn es um das Thema „TV der Zukunft“ geht. Dass es Fernsehen auch in Zukunft geben wird, darüber sind sich alle drei, Stefan Arbanowski von Frauenhofer FOCUS, Christoph Krachten, Präsident Mediakraft Networks und Thomas Kreyes, Generalsekretär Mediengruppe RTL, einig. Doch ob es weiterhin linear laufen wird oder Online-Videos ein großes Konkurrenz-Geschäft bilden werden, darüber lässt sich diskutieren.

Bonjour Smart TV

Stefan Arbanowski von Frauenhofer FOCUS stellt das Smart TV vor und läutet damit das Ende des linearen TV ein. Für ihn kann und muss sich das Fernsehprogramm ändern. HBB TV kann das Internet ins Wohnzimmer tragen. Schließlich sind technische Standards schon in das Fernsehgerät eingezogen. Produkte miteinander zu vernetzen hat auch in diesem Jahr wieder zugenommen. Das parallele Nutzen verschiedener Bewegtbild-Medien ist gerade bei den jungen Nutzern weit verbreitet. „Mobile-Videos und Internet-Videos zum Fernseher streamen – das steigt radikal an“, sagt Arbanowski. Dazu bieten Multiscreen-Anwendungen ein großes Potenzial. Schließlich ließen sich die Schuhe, die der Star gerade im Fernsehen trägt, auch online kaufen – mit nur einem Klick. Oder man streamt den Song, der gerade im Fernsehen als Soundtrack läuft, aufs Handy. Die Akzeptanz dieser Mehrwertdienste beim Zuschauer sei vorhanden, für deren Umsetzung benötige es allerdings die Fernsehanstalten.

Durchgehend online und verdammt normal

„Heute sehen die jungen Zuschauer nur noch das, was sie auch sehen wollen, nicht mehr das was ihnen vorgeschrieben wird“, sagt Christoph Krachten, Präsident von Mediakraft Networks, dem größten Online-TV-Sender im deutschsprachigen Raum. Krachten sieht sich seine Zielgruppe genau an. Der YouTuber weiß, was für Themen die Jugend von heute interessiert. YouTube-Stars bereiten ihren Content anders auf. Weil sie selbst aus der Zielgruppe kommen, wissen sie genau, welche Themen gerade wichtig, aktuell oder angesagt sind. „Wenn wir ein neues Format ausprobieren, sehen wir sofort wie es funktioniert und ob es geklickt wird“, sagt Krachten. Mediakraft baut sich aus verschiedenen Kanälen wie Comedy, Wissen und Geschichte ein Online-Programm auf. „Online-Videos kann man an jedem Platz, in der Bahn oder am Flughafen schauen. Schließlich haben Sie doch auch keinen Fernsehen dabei, wenn sie unterwegs sind. Was wir aber alle dabei haben ist unser Smartphone“, so Krachten. Trotzdem muss auch der YouTube-Fan festhalten, dass Live-Events wie Fußball oder auch Unterhaltungs-Shows ins Fernsehen gehören und dort eine gewisse Tradition haben. Aus dem Publikum kommt die Frage, welche Rolle öffentlich-rechtliche Anstalten in Zukunft einnehmen werden. Krachten sieht den Bildungsauftrag dort auch weiterhin verankert. Trotzdem hätte sich die Branche in letzter Zeit, durch schlechte oder negative Berichterstattung, selbst ein Bein gestellt. Professionellen Journalismus braucht aber dieses Land –  Themen müssten weiterhin neutral und kritisch betrachtet werden.

Vom Fernsehsender zur Bewegtbildplattform

Thomas Kreyes, Generalsekretär Mediengruppe RTL, sieht das lineare Fernsehprogramm auch noch in Zukunft. „1989 wurden neun Sender empfangen, heute sind es 83 Sender. Die Medienlandschaft ist bunter geworden“. Für Kreyes ist Fernsehen weiterhin das Leitmedium. Denn wenn man solide die deutsche Bevölkerung erreichen will, kommt man am TV noch nicht vorbei. Auch Fernsehsender versuchen mittlerweile Web-Videos zu nutzen. Sie setzten jedoch weiterhin auf zwei wichtige Punkte, die Plattformen noch nicht im großen Stil bieten können: Beispielsweise seien dies exklusive Inhalte und Distributionen, die einhergehen mit hoher Technologiekompetenz und ein großes Vermarktungsteam vorweisen, dass Kundenorientiert arbeitet. Kreyes ist der Grundüberzeugung, dass das TV den Kunden immer noch am besten überzeugen und mitnehmen könne.

Am Ende sind sich alle Drei einig: Smart TV, Fernsehprogramm und Online-Videos können zurzeit noch gut nebeneinander existieren und voneinander profitieren. Keine Prügeleien am Ende der Session, wer nun Vorreiter oder Verlierer ist. Im Moment hat auch noch keiner Grund dazu.

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