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Von Ermüdung keine Spur: Der Steigflug der Xing-Aktie verwundert selbst Analysten

Die Anteilsscheine des Hamburger Business-Netzwerks Xing befinden sich weiter im Aufwind und durchbrachen vorvergangene Woche erstmals die Marke von 300 Euro – gestern folgten neue Rekordhochs. Den ungebremsten Höhenflug können selbst Analysten nicht mehr erklären.

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Es ist eine der meistunterschätzten Erfolgsstorys des deutschsprachigen Internets: Der Börsen-Dauerlauf des Karrierenetzwerks Xing, das 2003 noch von Lars Hinrichs als OpenBC gegründet wurde und Ende 2006 zu Kursen von 30 Euro an der Börse debütierte.

Lange Zeit passierte wenig mit der Aktie, die jahrelang in einer engen Handelsspanne gefangen war. Ende 2009 verkaufte Hinrichs rund ein Viertel des von ihm gegründeten Business-Netzerks für 48 Millionen Euro an Hubert Burda Media. Das Münchner Verlagshaus sicherte sich in der Folge über seine Digitaltochter die Mehrheit an Xing für kolportierte 44 Euro pro Aktie und hält auch nach kleinen Veräußerungen weiter mehr als 50 Prozent am Hamburger Social Media-Pionier.

Fünfjährige Kursrally

In der Rückschau wirkt die Mehrheitsübernahme wie ein Erweckungsmoment. 2013 brachen die Anteilsscheine des Hamburger Business-Netzwerks wie ein Rennpferd aus der Box aus und zogen bis heute das Tempo an. 2016 wurde die 100-Euro-Marke geknackt, 2016 die 200-Euro-Marke durchbrochen, vor zwei Wochen fiel nun sogar die 300-Euro-Marke.

Den vorläufigen Höhepunkt erreichte das Papier gestern nach weiteren Zuwächsen von knapp drei Prozent auf 323 Euro mit einem Allzeithoch, auf dem Xing bereits mit 1,8 Milliarden Euro bewertet wird. Wer Xing-Aktien zum Börsengang im Dezember 2006 zu Kursen von 30 Euro gezeichnet und bis heute gehalten hätte, säße nun auf einem satten Kursgewinn von 1000 Prozent, der den wenigsten Anlegern in ihrer Börsenkarriere vergönnt ist.

Tröstlich für Kleinanleger: Lars Hinrichs‘ Veräußerung fällt wie bei vielen Börsianern unter die Kategorie ‚Zu früh verkauft‘. Der 25,1-Prozent-Anteil des Hamburger Seriengründers, für den Hinrichs seinerzeit 48 Millionen Euro erlöste, wäre heute stolze 450 Millionen Euro wert.

Banken kommen bei Kurszielen nicht nach

So wenig absehbar der Höhenflug der Xing-Aktie in den vergangenen Jahren war, so suspekt erscheint das erreichte Kursniveau inzwischen Analysten. Für die Commerzbank sind die Hamburger ebenso nur eine Halteposition wie für die Berenberg Bank.

Beide Geldhäuser stufen das Potenzial der heiß gelaufenen Aktie, die seit Jahresbeginn schon wieder um 21 Prozent vorne liegt, mit 270 (Berenberg) bzw. 290 Euro signifikant tiefer als die aktuellen Kurse ein. Und selbst in den Kaufempfehlungen der Deutschen Bank und von Equinet werden Kursziele von 305 Euro und damit unter dem aktuell Niveau genannt.

Befeuert wurde die jüngste Rallye durch die Anfang August vorgelegten Geschäftszahlen für das zweite Quartal, in dem CEO Thomas Vollmoeller weiter zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum und bereits 14,4 Millionen Mitglieder im deutschsprachigen Raum ausweisen konnte.

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