30.09.2011

Online-Marketing

Verlage und TV-Sender weiten Onlinegeschäft massiv aus

Traditionelle Medienunternehmen setzen aufgrund struktureller Probleme im Kerngeschäft sowie wachsender Nutzer- und Werbemarktzahlen verstärkt auf Aktivitäten im Onlinebereich. Der Georg von Holtzbrinck-Verlag ist mit 31 neuen Beteiligungen seit dem Jahr 2009 besonders investitionsfreudig. Burda und Springer weisen den prozentual höchsten Online-Umsatz aus.

Zum vierten Mal hat die internationale Strategieberatung OC&C Strategy Consultants die Online-Aktivitäten großer Verlagsgruppen und privater TV-Sender in Deutschland analysiert. Im Fokus der Untersuchung stehen die eigenständigen, nicht-markenbezogenen Online-Aktivitäten der Unternehmen. Im Vergleich zu den Vorjahren wurden die Portfolios erneut ausgebaut. Mittlerweile kommen die betrachteten Medienunternehmen auf insgesamt 281 Beteiligungen und Neugründungen im digitalen Bereich. Insbesondere die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat das Onlinegeschäft zwischen 2009 und 2011 mit 31 zusätzlichen Beteiligungen (bei 25 Abgängen) neu strukturiert und ausgeweitet. In diesem Zeitraum gehen damit ein Drittel aller Online-Aktivitäten auf das Konto der Stuttgarter. Auch der Springer-Verlag hat sein Portfolio mit 13 Zugängen (bei vier Abgängen) ausgebaut. Die Hubert Burda Media-Gruppe sowie Gruner+Jahr waren ebenfalls aktiv und haben den Bestand mit jeweils elf Zugängen aufgefrischt (bei neun bzw. drei Abgängen) – dies jedoch mit unterschiedlichen Strategien: Während Burda über Beteiligungen aktiv war, hat Gruner+Jahr vornehmlich auf digitale Eigengründungen gesetzt. Neben den überregionalen Platzhirschen haben erstmals regionale Verlage ihre Portfolios signifikant erweitert. Durch elf Investitionen des Tochterunternehmens Dumont Ventures unterstreicht vor allem Dumont Schauberg die Ambitionen im Onlinegeschäft.

Wie schon in den vergangenen Jahren betrifft das Gros neuer Investitionen Geschäftsmodelle aus dem Bereich E-Commerce. In diesem Segment wurden 31 neue Beteiligungen getätigt, das entspricht einem Drittel aller Investitionsaktivitäten. Neben E-Commerce-Angeboten verzeichneten lokale Plattformen seit 2009 deutliche Zuwächse, etwa Rubrikangebote, Verzeichnisse und lokale Suchen. Insbesondere Springer, Holtzbrinck und Dumont besetzen den Bereich der lokalen Suche mit insgesamt sieben Neuinvestitionen. Im Detail konzentrierten sich die Verlagshäuser auf Themen wie Lieferplattformen (lieferheld.de, lieferando.de) und lokale Angebotsseiten (kaufda.de, friendticker.de). Holtzbrinck und Springer waren darüber hinaus im Rubriken-Segment aktiv und haben in Beteiligungen aus den Bereichen Automobile, Immobilien, Job und Matching investiert (unter anderem autoda.de, edarling.de, jobanova.de). Springer ist mit der Akquisition des französischen Immobilienportals SeLoger für 600 Millionen Euro dabei auch im Ausland tätig geworden. Private TV-Sender bewegen sich mit ihren Online-Investitionen vor allem im Bereich Gaming und Entertainment. ProSiebenSat.1 setzt mit der Übernahme von Alaplaya und weiteren, zum Spieleanbieter burda:ic gehörenden Gaming-Plattformen auf das schnell wachsenden Spiele-Segment. Die RTL-Gruppe versucht, mit der von RTL interactive produzierten Spieleplattform Gamechannel im boomenden Games-Markt Fuß zu fassen. Darüber hinaus wagt sich RTL mit der Übernahme der von Bertelsmann entwickelten Online-Lernplattform Scoyo in den bislang relativ unberührten Education-Bereich vor.

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