Mediennutzung

„Second-Screen“-Nutzung wird TV-Angebote verändern

10.07.2012.  84 Prozent der Internetnutzer zwischen 14 und 49 Jahren surfen gelegentlich während des Fernsehens im Internet. Knapp die Hälfte der Onliner verwendet den zweiten Bildschirm bereits, um konkrete Informationen abzurufen, die in direktem Bezug zu den gesehenen TV-Inhalten stehen. Der „Second Screen“ bietet somit für werbefinanzierte Sender große Chancen. Über die Inhalte jedoch entscheiden allein die Nutzer.

Die Studie „Second Screen Zero – Die Macht des zweiten Bildschirms“ wurde jetzt von der Unternehmensberatung Anywab vorgelegt. Die Marktforschungsexperten befragten dafür in Deutschland 2 000 Internetnutzer. Neben der allgemeinen Untersuchung zum aktuellen Stand des „Second-Screen“-Phänomens war es Ziel der Studie, die Potenziale des Second Screens für TV-Nutzer, die Internet- und die Werbeindustrie herauszuarbeiten.

Schleichende Revolution

Für Anywab-Geschäftsführer Boris von Heesen gleicht das Phänomen einer schleichenden Revolution, die mittelfristig das Fernsehverhalten und auch das Angebot der Sender massiv verändern wird: „Die starke Verbreitung von Smartphones und Tablet PCs bei gleichzeitig steigendem Angebot von mobilen Apps wird den Second Screen beflügeln. Die Werbewirtschaft wird schon bald kombinierte First und Second Screen Lösungen nachfragen.“ Daraufhin werde die Internetwirtschaft ihre Angebote auf das Fernsehverhalten abstimmen, und die TV-Sender würden mit kombinierten TV-/Second Screen-Formaten versuchen, die Zuschauer in ihrem Mikrokosmos zu halten, prognostiziert von Heesen.

Zuschauer werden Teil des Geschehens

Zwar sei der Second Screen gerade für werbefinanzierte Sender eine große Chance, gleichzeitig hätten die Sender aber keine Hoheit über den zweiten Bildschirm. Über die Inhalte entscheide allein der Zuschauer. Hier öffnet sich laut Studie die Tür für die Internetwirtschaft. So genannte „Social TV“-Lösungen bieten schon heute auf das Fernsehen abgestimmte Online-Angebote an. Mittelfristig würden aber auch Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon hier aktiv werden. In erster Linie aber könne, erklärt von Heesen, der Second Screen eine wirkliche Bereicherung für die Fernsehzuschauer werden: „Sie können sich untereinander während des Fernsehens vernetzen und haben die Möglichkeit, näher an ihre TV-Sendung heranzurücken oder selbst Teil des Geschehens zu werden.“

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