05.05.2009

Web 2.0

Mediennutzung parallel zu Online steigt

Etwa die Hälfte der rund 40 Millionen Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland lässt sich beim Surfen im Netz von weiteren Medien begleiten. Das ist ein Ergebnis der Studie „Surfer wollen was auf die Ohren“, für die die TNS Emnid Medien- und Sozialforschung in Kooperation mit der Radiozentrale insgesamt 1065 Personen befragt hat.

„Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass Radio und Internet im Nutzungsprozess inzwischen fest zusammen gehören. Die Ohren sind schließlich frei und der bekannte Tagesbegleiter Radio kann mit seiner persönlichen Ansprache beim Surfen in virtuellen Welten ein Anker in der realen Welt sein“, sagt Jan Peter Glootz, Senior Research Consultant bei der TNS Emnid Medienforschung. Danach nutzen 44 Prozent parallel am liebsten ein akustisches Angebot, während neun Prozent zusätzlich eine Zeitung und elf Prozent eine Zeitschrift zur Hand nehmen. 22 Prozent sähen parallel zum Surfen fern, womit das TV seine Zweidimensionalität für Internetnutzer verliere und zum akustischen Begleitmedium werde. Zudem würden herkömmliche Hörfunkprogramme aus Radiogeräten in allen Altersgruppen die größte Rolle spielen. Die kombinierte Nutzung sei auch für die Werbewirtschaft von Vorteil. „Radio bietet eine enorme Reichweite und die nötige Aktivierungskraft, um die Internet-User mit Spots und Botschaften direkt ins Web zu lenken“, sagt Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale.

Nach herkömmlichen Radioprogrammen aus der Region würde Musik von der CD am häufigsten genannt, gefolgt von MP3-Musikfiles und dem Radioempfang über das Internet. Auch dabei lägen Livestreams herkömmlicher Radioanbieter in der Gunst der Onliner vor speziellen Webradio- Programmen. Digitale Musikberater wie zum Beispiel „last.fm“ spielten in punkto medialer Begleitung kaum eine Rolle. Nicht bestätigt hätte sich die Annahme, dass sich bei den Jungen beziehungsweise „digital natives“ ein anderes Bild ergibt. So punktet das Team Audio und Online bei den Jüngeren noch stärker. Gegenüber 53 Prozent der Unter-40-Jährigen, die beim Surfen akustisch begleitet werden mögen, favorisieren dies 58 Prozent der 14- bis 19-Jährigen. Die jungen Nutzergruppen holten sich herkömmliche Hörfunkangebote allerdings etwas häufiger aus dem Internet. Deutlich stärker auf die Nutzung nur eines Endgerätes setzen sogenannte „Heavy-Web-User“. Wer täglich ins Internet gehe, hole sich darüber häufiger Audio-Inhalte auf das Laptop oder den Computer.

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