07.10.2011

E-Commerce

Jeder zweite Online-Händler nutzt Social Media

Der E-Commerce-Markt floriert, wobei sich die hohe Konzentration auf wenige Top-Anbieter erneut verstärkt hat. Das Umsatzvolumen stieg im Jahr 2010 gegenüber dem Jahr 2009 um 13 Prozent auf 22,7 Milliarden Euro. Für die Marktstudie „E-Commerce-Markt Deutschland 2011“ analysierten das EHI Retail Institute und die Statista GmbH die 1 000 größten Online-Shops für physische und digitale Güter in Deutschland.

Laut Studie sind rund 37 Prozent der Shops neu im Ranking. Der Umsatz wurde im Jahr 2010 aber noch stärker als in den Jahren zuvor von wenigen Unternehmen erwirtschaftet. Die zehn größten Anbieter generierten mit 31,5 Prozent nahezu ein Drittel der Marktumsätze. Allein die beiden größten Online-Shops in Deutschland, Amazon und Otto, erwirtschafteten zusammen über vier Milliarden Euro. Bezogen auf Produktsegmente liegen die Generalisten vorn, gemeint sind Händler, die Produkte in mindestens fünf Segmenten anbieten. Auf sie entfielen mit 8,3 Milliarden Euro Umsatz rund 37 Prozent des Gesamtumsatzes.

Soziale Medien gehören bei vielen Online-Händlern immer häufiger zum Portfolio der Kommunikation mit Kunden. Über die Hälfte der Shops hat inzwischen ein Facebook-Profil, fast ein Drittel verfügt über einen Twitter-Account, und elf Prozent nutzen einen eigenen Kanal bei Youtube. Dies ist – gemessen am Jahr zuvor – eine deutliche Steigerung. Rund 34 Prozent der Händler bieten Shop- und/oder Produktbewertungen an. Das Gütesiegel „EHI Geprüfter Online-Shop“ tragen 27 Prozent der 1 000 größten E-Commerce-Anbieter. Diese erzielten zusammen 39 Prozent des untersuchten Marktumsatzes. Vor allem große Unternehmen setzen auf die vertrauensbildende Wirkung des Gütesiegels: Jeder zweite der Top 10-Händler ist mit diesem Gütesiegel ausgezeichnet. Auch bei mittelständischen und kleinen Unternehmen steigt der Anteil von Gütesiegelträgern.

Als Zahlungsmittel sind Kreditkarte und Vorauskasse mit jeweils weit über 70 Prozent noch stärker verbreitet als im Vorjahr. Nachnahme wird in mehr als 65 Prozent der Shops angeboten. Paypal konnte mit knapp 65 Prozent an die vierte Stelle aufrücken. Im Durchschnitt bietet ein Online-Shop zwischen vier und fünf Zahlungsverfahren an. Auch die Kommunikation der unterschiedlichen Zahlungsarten hat sich deutlich verbessert. Mobile Payment ist in den untersuchten Shops bislang aber noch schwach vertreten. Der Versand mit der Deutschen Post DHL ist mit 50 Prozent und deutlichem Vorsprung die am stärksten genutzte Versandart. Wie bereits im Vorjahr kommunizieren viele Online-Shops (35 Prozent) ihre Versandarten nicht oder nicht deutlich. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation allerdings leicht gebessert.

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