BVDW-Thesenpapier
Die Zeit der Social-Media-Experimente ist vorbei
Die Fachgruppe möchte die für die Wirtschaft notwenige Professionalisierung von Social Media maßgeblich mitgestalten und zugleich einen wesentlichen Richtungsindikator aus der Unternehmensperspektive liefern. Laut Wassel müssen die eigentlichen Prozesse rund um Social Media in der gesamten Organisation in den Blick genommen werden. Entsprechend besagt These 1: Social Media etabliert sich als Querschnittsfunktion. Unternehmen bauen ihre eigenen Kompetenzen aus, Dienstleister und Agenturen begleiten diesen Prozess und werden im Anschluss projektweise hinzugezogen. Marketing, PR und die Unternehmenskommunikation bilden die treibenden Kräfte, müssen enger zusammenarbeiten und auch die anderen Fachbereiche wie Kundenservice, Vertrieb und Verkauf, Human Resources und Personalwesen sowie Forschung und Entwicklung stärker in die Kommunikationsarbeit einbeziehen.
These 2: Social Media setzt sich im Employer Branding durch. Die Mehrzahl der deutschen Großunternehmen nutzt Xing, Linkedin, Facebook oder Twitter derzeit noch nicht gezielt, um Online-Recruiting und Talent-Scouting in sozialen Netzwerken zu betreiben. Personalverantwortliche werden dem Thesenpapier zufolge aber noch in diesem Jahr klare Rahmenbedingungen schaffen müssen, wie sich ihr Unternehmen und ihre Mitarbeiter im Personalmarketing einbringen und welche Schritte im Recruiting-Prozess durch Social Media unterstützt oder ganz übernommen werden können. These 3: Social Media findet langsam Einzug in die Produktentwicklung. Hier stehen deutsche Unternehmen nach wie vor noch am Anfang. Einzelne Branchen wie Kosmetik, Genussmittel, Textil oder Touristik haben bereits erste Gehversuche gewagt. Als Beschleuniger in diesem Prozess der Produktentwicklung werden verbesserte Social-Media-Monitoring-Tools helfen, um die Erkenntnisse in die Unternehmensprozesse zu integrieren.
These 4: Social Media verändert klassische CRM-Prozesse. Leadmanagement, Kundenservice, Kundenbindung und Kundenentwicklung gelten als eindeutige Stärken und Potenziale von Social Media. Versicherungen nutzen soziale Netzwerke zur Kontaktanbahnung, Großkonzerne aus dem Bereich der Personenlogistik oder der Telekommunikation haben ihren Service auf Twitter und Facebook etabliert, und selbst die Automobilindustrie nutzt soziale Netzwerke zur Beziehungspflege. Bisher handelt es sich hierbei um Insellösungen, es mangelt an passenden CRM-Systemen und rechtlichen Rahmenbedingungen. These 5: Social Media erfordert zielgruppenspezifische Präsenzen. Im Zuge der Professionalisierung von Social Media Marketing werden Unternehmen in diesem Jahr differenzierter vorgehen und nicht ausschließlich auf eine Präsenz in Facebook setzen. Die Unternehmen werden durch ihre Erfahrungen und den zunehmenden Ergebnisdruck dazu motiviert, ihre Ziele konkreter zu definieren und ihre verschiedenen Online-Präsenzen logisch miteinander zu verknüpfen. Den Ausgangspunkt bildet jedoch immer die zentrale Webseite, in welche soziale Applikationen integriert werden müssen. Über die eigene Präsenz hinaus müssen Marken den Dialog auch auf externen Profilen und Plattformen suchen.
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