Zwischen Investitionen und Insolvenzen
Gleichzeitig stellt die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG fest, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen als Folge der Krise auf den internationalen Finanzmärkten und der fundamentalen Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld weltweit drastisch ansteigen wird. In ihrer aktuellen Insolvenzprognose sagen die Experten von Euler Hermes Kreditversicherung voraus, dass der von ihnen berechnete "Globale Insolvenzindex" in diesem Jahr um 25,1 Prozent und 2009 um weitere 25,4 Prozent steigen wird. Für 2008 prognostizieren die Experten von Euler Hermes in den USA noch einmal einen massiven Anstieg um knapp 45 Prozent und im nächsten Jahr sogar um 50 Prozent auf dann fast 62 000 Firmenpleiten. Auch in Europa ist eine rapide Verschlechterung des Insolvenztrends unübersehbar. In Westeuropa wird es in diesem Jahr insgesamt rund 169 000 Insolvenzen geben (plus 13,5 Prozent). Im nächsten Jahr werden sogar etwas mehr als 197.000 (plus 16,7 Prozent) erwartet.
D&B Deutschland, Dienstleister für Wirtschaftsinformationen und Firmenbewertungen kommt allerdings für Deutschland zu einem noch positiven Bild. Denn über alle Branchen hinweg sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Zahl der Insolvenzen um rund fünf Prozent (2007: minus 11,6 Prozent) laut der Analyse des Wirtschaftsinformationsdienstes. Damit setzt sich der Trend aus dem Vorjahr etwas abgeschwächt fort. Der Rückgang an Insolvenzen belegt jedoch, dass die deutsche Wirtschaft trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten im Jahr 2008 sehr robust war. „Die Auswirkungen der Finanzkrise und die beginnende Rezession haben derzeit noch keinen spürbaren Einfluss auf die Insolvenzzahlen“, erläutert Thomas Dold, Geschäftsführer bei D&B Deutschland. „Sie werden aber sehr wohl 2009 ihre Spuren in der deutschen Unternehmenslandschaft hinterlassen.“
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