Marketingstrategie / Wissen
24.11.2009
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Trends

Mit Wirkversprechen lässt sich punkten

Rolf Buchholz
Rolf Buchholz
Mit Mood-Food entsteht eine neue Kategorie von Lebensmitteln, die Konsumenten Wohlgefühl, Erholung und mentale Leistungsfähigkeit versprechen. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Datamonitor zeigt, dass Mood-Food alles andere ist, als nur ein neuer Marketing-Hype. Die Innovationsberatung Key Values hat den neuen Trend analysiert und prophezeit Mood-Food auch in Deutschland eine verheißungsvolle Zukunft.

von Rolf Buchholz, Geschäftsführer der Key Values GmbH

Mood-Food, ins Deutsche übersetzt „Stimmungs-Lebensmittel“, ist ein neuer Trend im Nahrungsmittelbereich, bei dem nicht nur die Lebensmittelanreicherung, sondern vor allem konkrete Wirkversprechen hinsichtlich Gesundheit und Wohlgefühl im Mittelpunkt stehen. Dabei unterscheidet die Marktforschung drei unterschiedliche, aber zusammenhängende Konsumvarianten und -motive von Mood-Food.

1. Emotional Eating,

hierzu zählt das bekannte belohnende Stück Schokolade, das uns wieder aufbaut.

2. Functional Food Enhancers

sind Lebensmittel, die chemische oder natürliche Zusätze enthalten, welche gezielt die Gemütslage verbessern.

3. Cognitive Enhancement,

verspricht eine bessere Konzentrationsfähigkeit, erhöhtes Denkvermögen und Gedächtnisleistung zum Beispiel durch psychoaktive Substanzen, auch als Brain-Food bezeichnet.

Realität mit Zukunft

Mood-Food selbst ist nicht neu. Das erste Mood-Food-Kochbuch ist bereits 1998 erschienen. Auch Schokolade hilft bekannter Weise seit vielen Jahren als Stimmungsmacher. Mood-Food als Functional-Food in Form von innovativen Produktkonzepten ist allerdings ein neuer Trend und manifestiert sich gerade international. War Functional-Food bisher eher ein Zukunfts- oder Entwicklungsthema, so hat sich dies in den vergangenen Monaten stark verändert. Es kommen immer mehr Functional-Food-Produkte auf den Markt, wie zum Beispiel Anti-Falten-Konfitüre, trinkbare Hautpflege oder neue Backwaren, die mit Omega-3-Fettsäuren angereichert sind. Da Mood-Food essenzielle Bedürfnisse adressiert, ist bei geeigneten Produktkonzepten in den nächsten Jahren von einem großen Eroberungspotenzial auszugehen.

Zahlreiche Treiber

Zunehmendes Wissen und wachsendes Bewusstsein führt zu höheren Konsumenten-Ansprüchen an Ernährung und Gesundheit. Beispielsweise wissen immerhin 71 Prozent der Deutschen, dass es Nahrungsmittel oder Getränke gibt, welche die geistige Leistungsfähigkeit steigern können. Alleine innerhalb der vergangenen sechs Monate hat das gesunde Essverhalten bei 28 Prozent der Deutschen zugenommen. Das ist immerhin fast ein Drittel. Der Bio-Boom ist ein weiterer Beweis dafür, dass sich im Konsumentenverhalten deutliche Veränderungen vollziehen. Aber nicht nur das wachsende Gesundheitsbewusstsein spricht für Mood-Food, auch das Wohlgefühl wird wichtiger. Denn fühlten sich die Deutschen 2006 noch zu 59 Prozent glücklich, trifft dies 2008 nur noch auf 43 Prozent zu. Wenn heute in der Wirtschaftskrise gefragt würde, sähe der Wert wahrscheinlich noch schlechter aus.

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