Konsumklima
Verbrauchervertrauen in Europa stagniert
Für den aktuellen Nielsen Global Survey wurden mehr als 28 000 regelmäßige Internetnutzer aus mehr als 50 Ländern der Regionen Asien-Pazifik, Europa, Lateinamerika, Mittlerer Osten, Afrika und Nordamerika befragt. In 68 Prozent der beobachteten Länder entwickelte sich das Vertrauen positiv. Im Unterschied dazu die Zahlen aus dem letzten Quartal 2011: Hier zeigten nur 21 Prozent der Länder eine positive Entwicklung. Somit schätzen Konsumenten rund um den Erdball ihre persönliche Lage im Job und ihre finanziellen Aussichten derzeit durchweg positiver ein als im letzten Quartal. Diese Entwicklung zeigt sich vor allem in den USA und in Asien. Bei diesem Bild handelt es sich nach Ansicht von Petra Kacnik, Director Consumer Research Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH), aber nur um eine temporäre Aufnahme: „Auch wenn die Wirtschaft stabiler ist als während der europäischen Schuldenkrise, zeigt sich, dass die wirtschaftlichen Bedingungen in vielen Regionen nach wie vor instabil und fragil sind. Die Einschätzungen der Konsumenten können sich im nächsten Quartal also wieder deutlich anders darstellen.“
Das Verbrauchervertrauen stieg in beinahe allen Regionen, wobei Nordamerika mit einem Plus von acht Punkten deutlich vorlegt (92) und nun das höchste Level seit der Rezession erreicht hat. „In Anbetracht der steigenden Jobaussichten im letzten Quartal ist das Vertrauensplus in den USA nicht überraschend“, erklärt Kacnik. Diese positive Entwicklung lasse sich aber nicht auf andere Länder übertragen. Die USA zeigten im letzten Jahr eine eher unterdurchschnittliche Entwicklung. Während Haushalte mit höheren Einkommen ihre Konsumausgaben und ihre Einkäufe steigerten, seien knapp 50 Prozent Haushalte mit geringeren Einkünften nach wie vor unsicher. Der kurzfristige Ausblick in den USA hänge stark von der Entwicklung des Arbeitsmarktes speziell für untere und mittlere Einkommensschichten ab.
Im Mittleren Osten und Afrika steigt der Index um zwei Punkte (97), in Lateinamerika bleibt er mit 98 Punkten stabil. Der Asien-Pazifik-Raum legt um vier Punkte auf 103 zu und bleibt damit deutlich vor den anderen Regionen. In China wiederum ist das Vertrauen um zwei auf 110 Punkte gestiegen. Während die wirtschaftliche Lage weltweit weiterhin kompliziert bleibt, zeigen sich die ökonomischen Faktoren in China auf einem vernünftigen Niveau. „Die finanzielle Unterstützung der Regierung durch Kredite für kleine und mittlere Unternehmen, die Förderung des privaten Konsums und die laufenden Bemühungen, eine Immobilienblase zu verhindern, tragen nachhaltig dazu bei, das Vertrauen der Konsumenten in China zu stabilisieren“, erläutert Kacnik.
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