Big Data
Unternehmen werden zu Spurenlesern
Die jüngste Publikation des Zukunftsinstituts beschreibt die anbrechende Welt des „Big Data“. Informationen auszuwerten, sei in Zukunft die wichtigste Kernaufgabe für Unternehmen. IBM zufolge werden täglich weltweit 2,5 Trillionen Byte Daten produziert. 90 Prozent des derzeitigen globalen Datenbestandes sind in den vergangenen zwei Jahren entstanden. Um das Potenzial von Big Data bis zum Jahr 2018 auszuschöpfen, werden allein in den USA 1,5 Millionen Manager mit Data-Mining-Kenntnissen sowie 190.000 Spezialisten zur Datenanalyse benötigt.
Alltag ist ins Netz integriert
Insbesondere durch Social Media, Cloud Computing und den alltäglichen Gebrauch des Smartphones wachsen die Datenmengen ins schier Unermessliche. Mobiltelefone ermöglichen heute zahlreiche Möglichkeiten der Lebensgestaltung. Apps informieren darüber, wo sich Freunde aufhalten, wo Schnäppchen zu finden sind oder wo ein Babysitter engagiert werden kann. Verbraucher hinterlassen massenhaft Spuren im Netz und dulden dies stillschweigend. Denn in dem Moment, wo der persönliche Vorteil des Nutzers überwiegt, spielen Datenschutzaspekte meist eine untergeordnete Rolle – zum großen Vorteil von Facebook, Google und Co.
Wer als Unternehmen die schier ausufernde Datenmenge intelligent nutzen will, muss daher zum Spurenleser werden. Qualifizierte Experten zur Datenanalyse sind rar. Gerade mal ein Drittel aller Unternehmen weltweit können laut einer aktuellen Studie von EMC Deutschland die vorhandenen Daten nutzen. „Der Fokus eines Big-Data-Experten der Zukunft liegt auf dem Management von großen Datenmengen und der Wertschöpfung daraus“, betont Hans-Peter Kemptner von IBM. Bis 2018 werde der Bedarf an diesen Experten die verfügbaren Arbeitskräfte in den USA um 60 Prozent übersteigen, prognostiziert McKinsey im Bericht: „Big Data: The Next Frontier for Innovation, Competition and Productivity“.
Datenbasiertes Marketing ist Pflicht
Die Studienautoren des Zukunftsinstituts zeigen im Kapitel „Open Economy“ auf, dass Unternehmen heute nicht mehr am datenbasierten Marketing vorbeikommen. Gewinner seien jene Firmen, die es schafften, Daten nicht nur zu sammeln, sondern auch zu interpretieren, um sie gewinnbringend einsetzen zu können. Mit der zunehmenden Vernetzung ergeben sich aber auch für die Konsumenten neue Möglichkeiten, betont die Studie.
Verbraucher könnten viel leichter direkt miteinander in Kontakt treten. Neben Ebay entwickelten sich zahlreiche neue Internet-Handelsplätze, auf denen Privatpersonen anderen Privatpersonen ihr persönliches Hab und Gut zur Verfügung stellten – und das zu erheblich günstigeren Preisen als kommerzielle Anbieter. Auf speziellen Plattformen ließen sich freie Zimmer und Wohnungen von Privat buchen, auch Autos könnten an Privatpersonen vermietet werden.
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