Hotelkritik: Gefährlich fürs Geschäft?
Dies geht aus einer Branchenstudie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert vor. Der Dienstleister befragte 284 Entscheider aus Privat- und Kettenhotellerie sowie Ketten- und Kooperationszentralen. Ergebnis: Von den online-affinen Direktoren, die die Hotelbewertungsportale beachten, checken 37 Prozent täglich die neuen Einträge, 20 Prozent der Hoteliers klicken mindestens einmal pro Woche die Portale durch.
Für die Mehrzahl der Hoteliers (63 Prozent) stehe das Interesse an der Glaubwürdigkeit an der Onlinekritik im Vordergrund, berichten die Marktforscher. Die Hälfte der Manager (51 Prozent) nehme dazu direkt Kontakt mit dem Gast/Kritiker auf und 39 Prozent der Direktoren versuchten, durch eigene Kommentare Einfluss auf die Wirkung der veröffentlichten Kritiken zu üben. Werde die Kritik als existenzbedrohend empfunden, entschieden sich sogar jeder Zweite für eine intensive Kommunikation mit dem Kritiker.
Allerdings werde auch deutlich, dass noch die Hälfte der online-affinen Hoteldirektoren die Kritiken schulterzuckend zur Kenntnis nähmen. Sei eine Onlinekritik erst einmal publiziert, erfordere es viel Zeit und etliche Korrespondenz, den Gast zur einer Korrektur zu bewegen, schreiben die Forscher. Den meisten Hoteliers sei dies zu aufwändig. Offenbar nicht ohne Grund: Bei einem Check der Stiftung Warentest zufolge („test“, Ausgabe 2/2007) filterten nur zwei von acht getesteten Portalen fingierte Bewertungen aus (hotelkritiken.de und holidaycheck.de). Bei der Prüfung auf aussagekräftige Hotelbewertungen erfüllte nur ein Portal die Kriterien der Tester (holidaycheck.de).








