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Vertriebler gerade in internationalen Märkten führen oft ins Feld, dass ohne Schwarzgeldkassen im Auslandsgeschäft nichts geht. Stimmt das oder nicht mehr?
WOLF: Nehmen Sie das Beispiel Siemens. Nach dem größten Korruptionskandal in der deutschen Wirtschaftsgeschichte verhält sich das Unternehmen jetzt allem Anschein nach seit ein, zwei Jahren vorbildlich. Massive Einbrüche im Auslandsgeschäft sind uns nicht bekannt, Siemens scheint es nicht schlecht zu gehen. Generell gilt wohl, dass man vielleicht das ein oder andere Geschäft verliert, wenn man konsequent auf Bestechung verzichtet. Dafür gewinnt man aber vermutlich Vertrauen und Geschäfte in anderen Bereichen.
Mit welchem Hauptargument belegen Sie den Schaden durch Korruption für Unternehmen, Wirtschaft und Gesellschaft?
WOLF: Korruption untergräbt Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, führt zu Fehlentscheidungen und Wettbewerbsverzerrungen und damit zur Fehlallokation von öffentlichen und privaten Ressourcen. Die Mehrkosten trägt häufig die Allgemeinheit, das heißt wir alle sind die Opfer von Korruption.
Die Fragen stellte Thorsten Garber.Mehr Informationen gibt es unter
www.transparency.de
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