05.10.2011

Werbung

Werbemarkt kaum beeindruckt von Unruhen an den Finanzmärkten

Die Investitionen der Werbung treibenden Unternehmen in die Kommunikation mit Verbrauchern steigen weiter – trotz Berg- und Talfahrt an den internationalen Börsen. Zum Ende des Jahres 2011 fallen die Zuwächse aber geringer aus als zu Jahresbeginn. In ihrer Studie „Advertising Expenditure Forecast“ prognostiziert die Mediaagenturgruppe Zenith Optimedia ein Wachstum des weltweiten Werbemarkts von 3,6 Prozent. Sie korrigiert ihre Prognose vom Juli um einen halben Prozentpunkt nach unten.

Wesentlich verantwortlich für den schwächeren Anstieg ist der sehr deutliche Rückgang der Werbeinvestitionen in Nordafrika und dem Mittleren Osten (minus 14,2 Prozent) im aktuellen Jahr, bedingt durch die politischen Umbrüche in dieser Region. Für die nächsten Jahre erwartet Zenith Optimedia eine Fortsetzung stabilen Wachstums um 5,3 Prozent (2012) und 5,5 Prozent (2013), wobei die Werbeinvestitionen der westlichen, etablierten Märkte geringer wachsen werden als die aufstrebenden Märkte. Für Westeuropa nehmen die Kommunikationsexperten bis 2013 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 2,8 Prozent an und für Nordamerika eines von 3,3 Prozent. Im Rahmen von Großereignissen wie den Olympischen Sommerspielen in London, der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie den Präsidentschaftswahlen in den USA werden im kommenden Jahr voraussichtlich 6,2 Milliarden zusätzliche Werbedollar in den Markt fließen.

„In Deutschland sehen wir die Entwicklung am Werbemarkt stabil“, erklärt Frank-Peter Lortz, Chairman Zenith Optimedia. Die Bürger zeigten sich zwar irritiert über die starken, rational nicht immer nachvollziehbaren Schwankungen an den Aktienmärkten. Das Konsumklima habe sich infolgedessen auch leicht abgekühlt, aber der Index bleibe dennoch positiv. Einige Werbungtreibende steigerten ihre Budgets aber weniger dynamisch, als sie es bis zur Mitte des Jahres vorhatten. „Von Kosteneinschnitten, wie wir sie im Vorfeld der Krise von 2008 erlebt haben, kann jedoch keine Rede sein“, sagt Lortz. Zenith Optimedia hat die Werbeausgaben aus 79 Märkten über 31 Jahre lang analysiert und die Zusammenhänge zwischen dramatischen Börsenstürzen und ihren Effekten auf den Werbemarkt untersucht. Nur in manchen Fällen stellten sich im Folgejahr Werbekrisen nach einem Börsensturz ein, nämlich insbesondere dann, wenn an den Aktienmärkten extrem überbewertete Branchen zuvor stark in Werbung investiert hatten. Dies war beispielsweise im Jahr 2000 der Fall, als die Dotcom-Blase platzte.

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