07.12.2011

Kommunikation

Volatilität mit authentischen Dialogen begegnen

Uli Veigel
Uli Veigel
Der Dax schlägt nach oben und unten aus, Staaten gehen pleite, doch den Unternehmen geht es gut und sie blicken optimistisch in die Zukunft. Für Uli Veigel, Chairman und CEO Grey Group Germany und CEE, gilt 2011 als Jahr einer neuen Normalität. Trotz des neuen, volatilen wirtschaftlichen Umfelds sei die Grey G2 Group Germany mit ihren Kommunikationsdisziplinen aber gut aufgestellt, sodass der Umsatz nach einem starken ersten und einem schwächeren zweiten Halbjahr ein leichtes Wachstum ausweisen werde.

Konkrete Zahlen zu Umsätzen oder der Profitabilität zu veröffentlichen ist der Markenartikelagentur durch den amerikanischen Sarbanes Oxley Act seit Jahren nicht erlaubt. Insgesamt habe die Gruppe 36 neue Kunden wie Nestlé, QVC, Brother, Hit und Mexx gewonnen und sieben Etatverluste zu verschmerzen. „Unser Credo „Create Value“ erweist sich zwar zeitgemäßer denn je, doch werden auch wir uns stärker mit der Unberechenbarkeit, Unbeständigkeit und Unsicherheit beschäftigen müssen“, räumt Veigel bei der Jahrespressekonferenz ein. In einem komplexer werdenden Umfeld werde der authentische Dialog zwischen Mensch und Marke immer wichtiger. Denn Zielgruppen hätten gelernt, dass nicht automatisch authentisch ist, was echt aussieht.

Zudem ist Authentizität laut Veigel ein starkes Format zur Differenzierung. Im Umgang damit gelte es in der Kommunikation jedoch folgende Thesen zu beachten:

- Marken, die nur auf „echte Bilder“ setzen, laufen Gefahr, austauschbar zu sein.
- Marken, die „echte Bilder“ zu sehr manipulieren, werden abgestraft.
- Relevanz und Glaubwürdigkeit der Botschaft sind entscheidende Kriterien.
- Besonders Marken, die authentisch sind, müssen sich selbstbewusst und transparent Dialog und Diskussion stellen.

Nachhaltigen Erfolg haben nach Informationen von Grey nur Marken, die unter authentischer Kommunikation eine langfristige und umfassende Strategie verstehen. Eine extrem hohe Werbeerinnerung habe sich beispielsweise mit dem Lenor-Spot „Das Warten hat ein Ende“ generieren lassen. Anders als sonst verfilmt türmten sich dabei dramatisch Wäscheberge in einem Haushalt, bis nur noch Bügel im Kleiderschrank hingen und ist das Vollwaschmittel als Rundum-Lösung zu sehen. Mithilfe kleiner Geschichten habe die Agentur erstmals auch die Zahl der einkaufenden Haushalte bei Schlecker über das Vorjahresniveau steigern können. Die Betreuung dieser Marke bleibe weiterhin eine der spannendsten Aufgaben, weil nun der Zeitpunkt gekommen sei, das Niveau der Spots zu steigern.

Durch eine Restrukturierung der Grey G2 Group in Deutschland werden die Grey Group Germany & CEE und G2 Germany gesplittet, doch für Kunden soll das nichts ändern. Voraussichtlich wird der Point of Sale (PoS) künftig eine noch größere Bedeutung haben und die Smartphoneentwicklung das Digital/Out-of-Home-Geschäft weiter treiben, sodass laut Veigel geplant ist, das Service-Portfolio dahingehend abzurunden. Akquisitions-Objekte seien Touch-Point-Planing, Customized-E-Business-Solutions, Social/Multi-Channel-Marketing und Shopper-Marketing.

www.grey.de
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