09.12.2011

Mediennutzung

Sportübertragung löst Multiscreening-Verhalten aus

Der Trend beim Fußball TV-Fan geht – auch während eines Live-Spiels im Fernsehen – zum multimedialen Gebrauch von Elektronikgeräten. Laut einer Umfrage der Marketing- und Beratungsagentur Octagon wird zeitgleich zum TV-Erlebnis intensiv kommuniziert: über soziale Netzwerke, per Handy sowie über E-Mails. Für Marken bieten sich den Marketingexperten zufolge interessante und neue Positionierungsperspektiven. Dem Thema Fußball widmet sich auch ein Teil der Studie „Sponsoring 2012“ des Marktforschungsunternehmens Ipsos. Die Vorfreude auf die Europameisterschaft im kommenden Jahr sei schon jetzt spürbar: Über 29 Millionen Menschen (42 Prozent der Deutschen) hätten angegeben, sich für den Wettbewerb zu interessieren.

In der Octagon-Untersuchung konnte ein sogenanntes „Multiscreening“-Verhalten bei knapp 71 Prozent aller Sport-Zuschauer im Alter von 17 bis 59 Jahren beobachtet werden. 63 Prozent nutzten während der TV-Übertragung ihren Computer, 49 Prozent beschäftigten sich mit ihrem Handy, wobei hier der Anteil bei den Frauen (57 Prozent) deutlich höher sei als bei den Männern (42 Prozent). Obwohl während des Spiels 30 Prozent der Studienteilnehmer zu anderen Themen im Internet gesurft hätten, bleibe das Spielgeschehen ein wichtiges Thema in der Kommunikation der Nutzer: Fast jeder fünfte Nutzer kommuniziere über soziale Netzwerke und suche weitergehende Informationen im Internet. 15 Prozent hätten während der Übertragung per Handy mit Freunden über das Spiel diskutiert. Lediglich 30 Prozent der Zuschauer hätten ihre Aufmerksamkeit allein dem Sportgeschehen gewidmet.

Die Studie wurde zeitgleich mit insgesamt 2 837 Befragten in Russland, Frankreich und Großbritannien durchgeführt. Sie zeigt weiter, dass das „Multiscreening“ auch in anderen Märkten ähnliche Ausmaße annimmt. Besonders stark ausgeprägt sei der mehrgleisige Medienkonsum in Russland. Hier konzentrierten sich nur 20 Prozent der Befragten ausschließlich auf die TV-Übertragung. Auch die Kommunikation über verschiedene Kanäle rund um das Spiel sei deutlich intensiver. Alexander Hermesdorf, Group Director bei Octagon in Deutschland, erklärt: „Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass Marken zusätzlich zu traditionellen Kanälen ohne Scheu mit den Fans auch online direkt kommunizieren sollten.“ Auch während einer TV-Übertragung könnten über virtuelle Angebote direkte Mehrwerte für den Fan geschaffen werden, die sich dann positiv auf die Markenwerte auswirkten. Und wer clevere Ansätze wähle, werde am Ende auch erfolgreich sein.

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