Kommunikation
Im Web-TV dominieren Portale klassischer Medien
Um mehr Transparenz in die Marktstrukturen des Web-TV-Universums zu bringen, hat die Berliner Strategieberatung Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) den „BLM Web-TV-Monitor 2011“ erarbeitet. Die Studie zur Verbreitung und Nutzung von Web-TV in Deutschland basiert auf einer Primärdatenerhebung mittels Befragung aller deutschen Web-TV-Anbieter und erscheint zum zweiten Mal.
Die Video- und Onlineportale der klassischen Medien stellen mit 43 Prozent die Gruppe mit der höchsten Angebotszahl. Rund ein Drittel (33 Prozent) sind Web-TV-Sender, die ausschließlich für das Internet produziert wurden, sogenannte Internet-Only-Channels. Zum Web-TV-Markt gehören zudem Corporate-TV- und Videoshopping-Portale (9 Prozent), nichtkommerzielle Web-TV-Sender (5 Prozent), Mediatheken und Video-Center (zusammen 4 Prozent) sowie Video-Sharing-Plattformen (3 Prozent). Gegenüber dem Jahr 2010 hat insbesondere die Anzahl der Internet-Only-Sender (insgesamt 36 Angebote mehr als im Vorjahr) und der Onlineangebote der klassischen Medien (insgesamt 35 zusätzliche Angebote) zugenommen. Daneben wird das Wachstum vor allem durch Unternehmensfernsehen und durch nicht kommerzielle Angebote vorangetrieben.
Parallel zur Angebotsentwicklung hat sich auch die Zahl der Video-Abrufe deutlich erhöht. Die von Goldmedia im Web-TV-Monitor 2011 erfassten Angebote erzielen insgesamt rund 166 Millionen Abrufe täglich, das sind knapp fünf Milliarden pro Monat. Der immer noch größte Teil der Nutzung entfällt dabei auf Video-Sharing-Portale wie Youtube, die nur drei Prozent des Angebots ausmachen, aber annähernd 90 Prozent der Nutzung generieren. Aber auch Mediatheken und Videocenter mit attraktiven Inhalten und längeren Formaten (komplette TV-Sendungen, Serien, Spielfilme) werden häufiger online nachgefragt und erreichen inzwischen über 240 Millionen Abrufe pro Monat, eine Steigerung um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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