01.12.2010

Musiksponsoring

Getränke- und TK-Unternehmen stellen Top-Player

Die Getränkehersteller Coca-Cola, Red Bull, Beck's und Jägermeister gehören zu den bekanntesten Musiksponsoren. Nur die Telekom schafft durch langjähriges Festival-Engagement und eigene Musik-Events wie „Street Gigs“ und „Extreme Playgrounds“ den Sprung unter die Top 3. Mitbewerber und Fünftplatzierter O2 ist den Magentafarbenen allerdings dicht auf den Fersen durch die Namensrechte an der O2World in Berlin und Hamburg, wo viele Konzerte stattfinden. Die Marktforscher von „Sport + Markt“, eigentlich eher für ihre Arbeiten zum Sportsponsoring bekannt, haben jetzt erstmals eine Studie als „Planning Strategy Monitoring“ zum Livemusik-Sponsoring vorgelegt.

Dazu haben die Marktforscher aus Köln im September insgesamt 500 Besucher von Livemusik-Events zwischen 14 und 34 Jahren befragt. 82 Prozent von ihnen äußerten die Überzeugung, dass durch das Geld der Sponsoren viele Musikevents erst möglich gemacht werden. Dies habe eine positive Wirkung auf die Wahrnehmung von Marken und die Einstellung zu den fördernden Unternehmen. Das Engagement empfinden die Besucher auch in zwei anderen Punkten als gut: 74 Prozent halten das Sponsoring für grundsätzlich sympathischer als „normale Werbung“, für 71 Prozent stören die Sponsoren den Ablauf des Musikevents auch nicht.

Unternehmen investierten im Musikjahr 2010 in Festivals und Tourneen rund 17 Millionen Euro, davon 59 Prozent in Festivals und 41 Prozent in Konzerte. Mit nur 300 Millionen Euro oder sieben Prozent am gesamten Sponsoring-Volumens von 4,3 Milliarden Euro vereint die Kultur noch die wenigsten Gelder auf sich hinter Sport (2,6 Mrd. Euro, 60 Prozent), Medien (19 Prozent) und dem öffentlichen Bereich (zwölf Prozent). Insgesamt nehme das Sponsoring im Bereich Livemusik zwar noch einen geringen Stellenwert im Verhältnis zu anderen Bereichen ein, allerdings prognostizieren Werbungtreibende den Bereichen Festivalsponsoring und Rock-/Pop-Musik tendenziell ein wachsendes Potenzial, heißt es in der Studie. Nach der Untersuchung „Pilot Visions 2010“ würden sogar 76 Prozent der Befragten davon ausgehen, dass in den kommenden fünf Jahren der Bereich Festivalsponsoring an Bedeutung gewinnen wird. Die übrigen Befragten (24 Prozent) rechnen allenfalls mit einer stagnierenden Entwicklung.

Zu den Top-10 der bekanntesten Musiksponsoren gehören neben Coca-Cola, Red Bull, Telekom und Beck's nachfolgend O2, Jägermeister, Vodafone, Mixery, Nokia und Sony Ericsson. Hinter Bitburger und Warsteiner folgt iTunes erst auf Platz 13, gefolgt von New Yorker und E-Plus. Unter den Top-7 der Festivalsponsoren 2010 fehlt Coca-Cola jedoch, was „Sport + Markt“ mit den hohen Musiksponsorship-Aufwendungen und deren Vernetzung in den Vorjahren sowie mit dem Engagement während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erklärt. Die Top-Festivalsponsoren stellen Beck's, Telekom, Red Bull, Warsteiner, Jägermeister, Natural American Spirit sowie Marlboro/L&M - sie alle waren unter anderem beim „Rock am Ring“ oder „Rock am Park“ präsent.

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