Deutscher Radiopreis
„Das hatte unüberhörbar Sinn und Hintersinn“
Der Deutsche Radiopreis ist eine gemeinsame Initiative öffentlich-rechtlicher und privater Radiosender. Stifter sind die Hörfunkprogramme der ARD, Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen neben dem Grimme-Institut die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk. Für den diesjährigen Preis hatten 135 öffentlich-rechtliche und private Radiosender 265 Produktionen eingereicht. In jeder der zehn Kategorien nominierte die unabhängige Jury des Grimme-Instituts drei Finalisten.
Bildergalerie zum RadiopreisIn der Kategorie „Bester Moderator“ wurde Volker Haidt, Radio SAW Muckefuck, ausgezeichnet. Er habe eine ganz unverwechselbare Note, zu der auch die außergewöhnlich große Bandbreite gehört, und überzeuge mit Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Spontaneität. Er sei Entertainer, lache mit seinen Hörern, informiere sie und diskutiere mit Ihnen. – Bei WDR 1Live arbeitet die „Beste Moderatorin“ Sabine Heinrich. Sie ist laut Jury die Stimme mitten aus dem Leben, alltagsnah und geradeaus. Frau Heinrich nehme ihre Hörer im besten Sinne mit, ohne sie zu verführen oder sie mit Sprachgirlanden um den Finger zu wickeln. Mit natürlichem Charme und Munterkeit, die nichts Hysterisches habe, gewinne sie junge und ältere Menschen. – „Planet project start up“ des Hessischen Senders „Planet Radio“ gewinnt den Preis als „Beste Höreraktion“. Die Aktion mit Marko Eichmann und Alena Engelhard war eine Casting-Show für kreative Köpfe. Dem Gewinner wurde für einen begrenzten Zeitraum eine eigene Ladenfläche an der Frankfurter Zeil zur Verfügung gestellt, als Basis für den eigenen Berufseinstieg. „Das hatte unüberhörbar Sinn und Hintersinn“, betont die Jury, mehr positive Aktion und produktive Hörerbindung, die über den Tag hinaus im Kopf bleibe, sei kaum vorstellbar.
Der Hörfunkbeitrag „Enis wünscht sich ein Schreibpult“ von Kathrin Erdmann, NDR Info, erhielt die Auszeichnung „Beste Reportage“. Sie schafft den Juroren zufolge auf kleinstem Raum eine besonders dichte Atmosphäre und liefert dabei nicht nur starke Eindrücke, sondern auch gehaltvolle Informationen über ein brisantes Thema. Der Beitrag stehe vorbildhaft für eine gute, klassisch gebaute Reportage. – Das Internet-Angebot „90elf - Dein Fußball-Radio“ mit Florian Fritsche und Christoph Kruse gilt in diesem Jahr als „Beste Innovation“. Auf mehreren Medienplattformen vernetze es im Sinne einer gelungenen Medienkonvergenz die spezifischen Nutzungsmöglichkeiten und Vorteile der unterschiedlichen Zugänge und ist nach Überzeugung der Jury damit ein überaus positives Beispiel für die Chancen des Hörfunks im digitalen Zeitalter. – Die „SWR3 Morningshow“ erhielt den Preis als „Beste Morgensendung“. Mit der „Pflicht“ in Form solider und kompetent dargebotener Fakten verbinde sich eine glänzende „Kür“ mit allen Facetten zeitgemäßer Radio-Unterhaltung. Das alles werde unübertroffen verfasst, gespielt, moderiert und zelebriert von den Moderatoren Michael Wirbitzky und Sascha Zeus.
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