Absatzwirtschaft Ausgabe Marken vom 10.03.2010 Seite 016
MARKEN-TRENDS -> Best Practice
Einfach hin und weg
Autorin: Sandra Fösken
Besser denn je funktioniert emotionale Markenführung in Zeiten der Krise.
Der Verbraucher ist wählerischer geworden.
Er favorisiert Marken und Produkte, die ihn einfach begeistern.
Es ist also Zeit, die Motive Preis und Qualität mit einer guten Portion Kreativität im Marketing anzureichern, um die Werte der Marke zu vermitteln, die für den notwendigen emotionalen Schub sorgen.
Unerlässlich dabei ist der Aufbau von (mobilen) Markenwelten, die den Konsumenten verführen, ihn einladen, sich mit den Produkten, der Marke und dem Unternehmen freiwillig auseinanderzusetzen.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie es funktionieren kann.
Pit Lane Park: BMW baute mobilen Erlebnispark für Formel-1-Fans
Das "BMW Sauber F1 Team" hatte einen 6 000 Quadratmeter großen mobilen Erlebnispark (Pit Lane Park) während der Formel-1- Saison 2008 in Istanbul, Warschau und Manchester aufgebaut, um den Fans des Formel-1-Teams" etwas Besonderes zu bieten.
Der Park gewährte den Fans einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen des BMW-Teams.
"Formel 1 zum Anfassen" lautete das Motto.
Geboten wurden außerdem zahlreiche Besucher-Aktionen.
Beispielsweise ließ sich am Simulator ein Formel-1-Rennen erleben.
Die Resonanz war sehr positiv: Knapp 90 000 Besucher besuchten die mobilen Parks.
Weitere Aktionen sind nach Angaben des Unternehmens mit diesem Konzept vorerst nicht geplant.
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Hornbach: Eine Hommage an die Schaffenskraft
1877 als kleiner Handwerksbetrieb gegründet, gehört Hornbach heute mit rund 13 000 Mitarbeitern zu den sechs größten Baumarkt-Filialketten in Europa.
Mit der "Torstraße 166 - Das Haus der Vorstellung" hat das Unternehmen vor gut zwei Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, das die Vorstellungskraft der Menschen anregen soll.
In einem leerstehenden Haus in Berlin-Mitte haben internationale Künstler zwölf Räume nach dem Kampagnenmotto "Du kannst es Dir vorstellen, also kannst Du es auch bauen" gestaltet.
So füllten Performancekünstler, Duft- und Klangforscher, Wissenschaftler, Stylisten, Designer, Architekten und Musiker die alten Gemäuer mit ihren Ideen.
Anschließend wurden sie für Besucher geöffnet.
Rund 24 000 Menschen besuchten das "Haus der Vorstellung" während des Aktionszeitraums vom 27.
September bis zum 12.
Oktober 2008.
Über das Projekt wurde in der nationalen und internationalen Presse berichtet.
Ziel des Unternehmens war es, auch nichtklassische Hornbach-Zielgruppen fürs Heimwerken zu inspirieren.
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Coca-Cola: Weihnachtstour ist ein Dauerbrenner
"Santa Claus", der gütige Mann mit seinem roten Mantel und den schwarzen Stiefeln, ist seit 1997 in 60 deutschen Städten mit den Coca-Cola-Weihnachtstrucks unterwegs.
In diesem Jahr fand die Tour unter dem Motto statt: "Tue Gutes und lass die Welt erstrahlen."
Eine Voraussetzung dafür war, dass die Internetnutzer die Website www.coke.de besuchen.
Dort hatten die User die Möglichkeit, ihre Häuser über Google Maps zu finden und mit weihnachtlichem Lichterglanz zu schmücken.
Die Bilder konnten sie als digitalen Weihnachtsgruß verschicken.
Für jedes dekorierte Haus spendete Coca-Cola einen Euro an die Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder", bis eine Gesamtsumme von maximal 250 000 Euro erreicht war.
Im Vorfeld der Tour gab es die imposante Truckparade: Fünf Trucks fuhren vom 23. bis zum 27.
November 2009 durch die Städte und kündigten die Coca-Cola-Weihnachtstour an.
Den Abschluss der Tour bildete das Finale am 20.
Dezember in Berlin.
Mit dem Konzept erreichte der Getränkehersteller jährlich über 1,5 Milliarden Medienkontakte.
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Bacardi Deutschland: Treffpunkt für Barkultur
Für Bacardi Deutschland ist es ein großes Anliegen, die Reputation und das Berufsbild von Barkeepern zu fördern.
Dieses Engagement präsentiert der Spirituosenhersteller in dem jährlich ausgetragenen "Bacardi Martini Grand Prix".
Er zählt zu den bekanntesten Cocktail-Meisterschaften Deutschlands.
Mit dem Marken-Treffpunkt "Casa Bacardi" in Berlin wird dieses Engagement weiter ausgebaut.
Bartendern dient der Ort als Treffpunkt für einen Erfahrungsaustausch.
Dort können sie auch an Cocktail-Seminaren teilnehmen.
Dafür wurden eine großzügige Bar und ein Schulungsraum eingerichtet.
Außerdem wird in den Räumlichkeiten neben der Marke das Herstellungsverfahren der Zuckerrohr-Spirituose multimedial mit antiken Gegenständen und Bildern präsentiert.
Fester Bestandteil des Schulungsprogramms ist das Thema "Responsible Bartending".
Bacardi steht für einen verantwortungsvollen Alkoholausschank in der Gastronomie und bietet in der "Casa Bacardi" ein Trainingsmodul zur Wissensvermittlung über die gesetzlichen Vorschriften und Handlungsstrategien im Umgang mit Jugendlichen und angetrunkenen Gästen.
Die Bar wurde Anfang Mai 2009 eröffnet.
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Southern Comfort: Studenten entwerfen eine Bar
Von März 2008 bis Februar 2009 suchte der Southern-Comfort-Hersteller Brown-Forman Beverages Talente unter jungen, kreativen Eventmanagern, Architektur- und Interior-Design-Studenten und forderte die Bewerber auf, temporäre Barkonzepte (SoCo-Limelight-Bars) an ungewöhnlichen Orten in Hamburg, Köln und Frankfurt zu entwerfen.
Dabei sollten sie sowohl Ideen für die Architektur, das gastronomische Konzept als auch für das Eventmanagement einreichen.
Ziel war, den Bekanntheitsgrad der Likörmarke zu steigern.
Ein zusätzlicher Ansporn war die Chance auf eine Festanstellung bei der Eventagentur Nest one.
Die eingereichten Ergebnisse konnten sich sehen lassen.
Die SoCo-Limelight-Bars wandelten sich je nach Wochentag, Tageszeit und Anlass in ein CafÃ(c), einen Club, eine Bühne oder in einen Ausstellungsraum.
Die erste Bar wurde im Oktober 2008 in Hamburg eröffnet.
Mehr als 10 000 Gäste besuchten die drei Bars.
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ZDF: Ein Sender zum Anfassen
Vierschanzentournee und Biathlon-Weltcup: Das ZDF ist live dabei, aber nicht nur im Fernsehen, sondern auch mit einem Fan-Treffpunkt in den Wintersportgebieten.
Anlässlich der Vierschanzentournee im Dezember 2008 in Oberstdorf und dem Biathlon-Weltcup Anfang Januar 2009 in Oberhof hat das ZDF einen Knotenpunkt für die Zuschauer vor Ort initiiert, der auch die Markenwerte des Senders für die Skifans erlebbar macht.
In Anlehnung an die moderne Alpenarchitektur entwickelte die Agentur Uniplan eine Hütte mit Eisblocktheke im ZDF-Design.
Gewinnspiele, Schneeball-Torwandwerfen für Kinder und virtuelle Schneeballschlachten sorgten dafür, dass es den Besuchern nicht langweilig wurde.
Ebenfalls vor Ort waren auch die Mainzelmännchen.
Mit der Resonanz war der Sender sehr zufrieden.
Über 10 000 Wintersport-Fans besuchten die "ZDFalmhütte".
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Absolut Vodka: Rock'n'Roll begleitet eine Spirituose
2009 startete die Pernod Ricard Gruppe, zu der seit 2008 die Absolut Wodka Company gehört, eine breit angelegte Markenkampagne mit dem Ziel, die neue limitierte "Absolut Vodka Rock Edition ", die mit einer nietenbesetzten Lederverpackung umfasst ist, bekannt zu machen.
Die "Absolut Vodka Rock Edition" ist die dritte in limitierter Auflage produzierte Geschenkverpackung, die mittlerweile als Sammlerstück stark begehrt ist.
Aus diesem Anlass und als Hommage an die Welt des Rocks lancierte das Unternehmen ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Musik-Fotografen Danny Clinch und der Band Wolfmother.
Das Konzept sah eine gemeinsame Eventserie mit Bandauftritten und einer Foto-Ausstellung in den Clubs vor.
Der Fotograf begleitete dafür die Bandmitglieder mehrere Tage durch Los Angeles und dokumentierte deren Alltag mit über 4 000 Fotos und einem exklusiven Film.
Er zeigt seine Erlebnisse und seine Vision des Rock'n'Roll.
Höhepunkt war ein Live-Auftritt der Band am 17.
Oktober 2009 in Berlin.
Anschließend tourte Wolfmother durch Deutschlands Clubs, in dem die Bilder von Clinch und die Markenkampagne von "Absolut Vodka" den Rahmen bildeten.
Ein Highlight der Veranstaltung war ein Fotoshooting mit Band und Fans auf der Bühne.
Zum ersten Auftritt in Berlin kamen mehr als 2 000 Rockfans, weitere 10 000 Gäste besuchten Szeneclubs.
Die "Absolute Vodka Rock Edition" ist heute nicht mehr im Handel erhältlich.
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Coca-Cola: Tour für Nachwuchsbands
Die "Coca-Cola Soundwave Discovery Tour" ist Teil von Europas größtem Newcomer-Wettbewerb für talentierte Nachwuchskünstler.
Der Contest richtet sich an zwei Kernzielgruppen: Newcomerbands und musikinteressierte junge Menschen.
Coca-Colas Ziel ist es, eine Word-of-Mouth-Kampagne zu generieren und virale Effekte auszulösen.
Die Bewerbung der Bands erfolgte über das Portal Myspace.
Anschließend bestimmte eine Jury unter den knapp 2 000 Bands die 50 besten.
Die User von Myspace wählten per Online-Voting aus den 50 Bewerbern 24 aus, die auf vier Konzerten in Hamburg, München, Köln und Berlin neben namhaften Bands wie Reamonn oder Razorlight auftreten durften.
Bei diesen Konzerten entschied das Publikum per Applausometer, welche zwölf Bands die nächste Runde erreichen.
Per Online-Voting wurden danach die drei Finalisten für das Konzert am Brandenburger Tor ausgewählt, an dem Top-Acts wie Silbermond oder Ich + Ich teilnahmen.
Die Jury kürte anschließend den Gewinner. 2009 war es "The Rising Rocket".
Mehr als eine Million Besucher kamen zum Finale am Brandenburger Tor.
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Mast-Jägermeister: 50 Meter über Rock am Ring
Definitiv nichts für Menschen mit Höhenangst ist die Jägermeister-Bar ("Jägermeister Hochsitz"), die auch in diesem Sommer 50 Meter über den Boden der Festival-Besucher von Rock am Ring an einem Kran schweben wird.
Zu dem neuen Festival-Auftritt gehören neben der fliegenden Bar, auch die "Jägermeister Bodenstation" und ein neu gestalteter Ausschankwagen.
Bis zu 22 Gäste haben dort Platz.
Pro Tag können 1 000 Festival-Besucher mitfliegen.
Ziel ist es, den Besuchern ein einzigartiges Markenerlebnis zu bieten.
Über SMS kann sich jeder Festival-Teilnehmer bewerben.
Wer eine Antwort-SMS erhält, ist dabei.
Der Jägermeister Hochsitz war 2009 bei Rock am Ring, Southside, Wacken, Summerbreeze, Highfield, Green and Blue präsent.
Auch Band-Interviews fanden auf dem Hochsitz in 50 Meter Höhe statt.
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O2 World on tour: Halle als Hingucker
In den Jahren 2008 und 2009 reiste die Telefónica O2 Germany mit einer mobilen Veranstaltungsarena durch München, Köln und Hamburg.
Das Motto: "O2 World on tour".
Ziel des Mobilfunkunternehmens war es, die Marke O2 zu stärken und die mobile Halle als Magnet für Entertainment-Kultur in Großstädten zu positionieren.
Das in der Corporate-Farbe blau eingefärbte Markengebäude stand für circa zweieinhalb Wochen an sichtbaren Plätzen.
Auf dem Programm standen Live-Auftritte von bekannten Pop-Künstlern, Fashion-Shows, Kino und Comedy.
Sämtliche Veranstaltungen waren für die Besucher kostenlos.
Die Halle fasst rund 1 400 Besucher.
Wer hier zu spät kam, dem blieb nur, die nächste Gelegenheit zu nutzen.
Schon bei der Premiere in Hamburg war der Ansturm gewaltig.
Die Marke erschloss sich durch diese Sponsoringaktion neue Zielgruppen.
Alle Veranstaltungen zahlten positiv auf die Markenwahrnehmung bei Kunden und Nichtkunden ein. 2010 will das Telefonunternehmen das Konzept der "O2 World on tour" weiterentwickeln.
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| Descriptoren: | Markenpolitik Werbung und Marketing
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing
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| Datum: | 10.03.2010 00:00:00 |
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