Absatzwirtschaft Ausgabe Marken vom 10.03.2010 Seite 058
SIEGER -> Beste Neue Marke
"Profi-Haarpflege demokratisiert"
Tina Müller, Corporate Senior Vice President bei Henkel, über die Preisstrategie und Dachmarkenfunktion von Syoss sowie Kannibalisierungsrisiken.
Frau Müller, Sie haben Syoss als Profiprodukt für den kleinen Geldbeutel platziert - klingt das nicht wie ein Widerspruch?
TINA MÜLLER: Mit der Einführung von Syoss haben wir ein komplett neues Marktsegment kreiert, durchbrechen Kanalgrenzen und bieten erstmals professionelle Haarpflege im Einzelhandel zu einem Preis an, den sich jeder leisten kann.
Mit Syoss haben wir die Profi-Haarpflege gewissermaßen "demokratisiert", und der Erfolg zeigt uns, dass wir hier ein Konsumentenbedürfnis optimal erfüllt haben.
An welchen Vergleichsgrößen haben Sie das Pricing für Syoss orientiert?
MÜLLER: Mit 3,99 Euro für ein Shampoo liegen wir zwar deutlich unter Salon-Preisen, aber auch klar über den bisherigen LEH-Angeboten, die sich zwischen zwei und drei Euro bewegen.
Zugleich bieten wir aber mit der Friseurgröße von 500 Millilitern deutlich mehr Inhalt an.
Aufgrund dieser neuen Preisund Mengen-Positionierung entziehen wir uns der direkten Vergleichbarkeit mit dem Wettbewerb - auch das ist ein Grund für den Erfolg von Syoss.
Friseure haben die Syoss-Produkte mitentwickelt und getestet - und sich damit selbst zumindest für Heimanwender überflüssig gemacht?
MÜLLER: Ganz und gar nicht!
Der Friseur zeichnet sich durch eine spezifische und umfassende Beratungsleistung im Salon und für die Kundin aus - sowohl hinsichtlich der Frisur als auch hinsichtlich der für einen spezifischen Haartyp empfohlenen Pflegeprodukte.
Dieses Fach-Know-how, das weit über das Produkt zum Selbstanwenden hinausgeht, kann und will Syoss überhaupt nicht ersetzen.
Daher gibt es auch keinerlei Kannibalisierungseffekte mit salonexklusiven Produkten.
Die Marke Syoss nutzt Henkel bereits auf dem japanischen Markt.
Haben Sie lediglich die Bezeichnung nach Europa geholt oder ist der Produkthintergrund vergleichbar?
MÜLLER: Syoss ist in der Tat eine professionelle Salon-Marke aus unserem japanischen Produktportfolio, auf die wir hier aufbauen.
Sie bildet unter Berücksichtigung der erforderlichen Formelanpassungen an den europäischen Haartyp die Basis für den internationalen Rollout.
Warum haben Sie bei Syoss anders als bei Ihren übrigen Haarpflegeprodukten darauf verzichtet, Ihre Dachmarke Schwarzkopf prominent auf den Packungen unterzubringen?
MÜLLER: Syoss ist die Entwicklung einer eigenen Dachmarke mit einer dadurch klaren und scharfen Positionierung und einem eigenständigen Markenprofil.
Nach der erfolgreichen Einführung der Pflegelinie wurde im September 2009 bereits die Stylinglinie eingeführt, die jetzt schon die Nummer vier im Markt ist, gefolgt von der Line Extension in den Colorationsbereich Anfang 2010.
Durch die eigenständige Dachmarke konnten wir optimal Kannibalisierungsrisiken vermeiden, und es ist uns gelungen, schon nach kurzer Zeit eine Werbeerinnerung zu generieren, die auf dem Niveau von seit Langem etablierten Blockbuster-Marken liegt.
Dass wir die erfolgreichste Einführung 2009 im gesamten Lebensmittel-Einzelhandel sind, ist sicher auf diese Positionierungspräzision zurückzuführen.
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| Descriptoren: | Interview Markenpolitik Werbung und Marketing Körperpflegemittel Industrie Auszeichnung
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing Industrie
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| Datum: | 10.03.2010 00:00:00 |
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