Absatzwirtschaft Ausgabe Marken vom 10.03.2010 Seite 114
MARKEN-KOMMUNIKATION -> Zeitschriften
"Marken suchen Zielgruppen - und keine Titel"
Das Interview führte Roland Karle Mediamanager Jochen Preusche über große Zeitschriften, neue Wege und gute Ideen im Printmedienmarkt.
Ist die Zeit der Massenblätter vorbei?
JOCHEN PREUSCHE: Der Markt der großen, reichweitenstarken Magazine ist ausgeschöpft.
Neben "Spiegel", "Focus", "Stern" ist kein Platz mehr, und auch in anderen Segmenten wird es eng.
Bei den wöchentlichen People-Zeitschriften schiebt sich Neuling "Grazia" zwischen "OK!" und "Life & Style" einerseits und "Bunte" und "Gala" andererseits - genau dort ist noch ein bisschen Platz.
Diese Positionierung kann funktionieren, wenn "Grazia" die versprochene Mischung aus People, Style und News liefert und dabei auf redaktionelle Qualität Wert legt.
Wo sehen Sie Marktchancen?
PREUSCHE: In einer Zeit zunehmender Fragmentierung ist es umso wichtiger, relevante Zielgruppen zu finden und Wege zu entwickeln, wie man diese möglichst effektiv ansprechen kann.
Der Erfolg von "Landlust" gründet beispielsweise auf soziodemografischen Merkmalen: 62 Prozent der Bevölkerung leben in Städten mit weniger als 50 000 Einwohnern.
Dieser Zielgruppe mit ihren speziellen Belangen und Wünschen wurde bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Müssen sich die Verlage und Medienvermarkter neu aufstellen?
PREUSCHE: Werbungtreibende suchen für ihre Markenkommunikation seit jeher Zielgruppen, keine Titel.
Verlage, die ihre Vermarktung auf Zielgruppen ausrichten, kommen damit den Bedürfnissen der Werbekunden entgegen.
Die große Herausforderung wird sein, ein in sich logisches Pricing für dieses Modell zu finden, nicht zuletzt im Vergleich zur klassischen Titelbuchung.
Welche Perspektiven räumen Sie Nischentiteln ein?
PREUSCHE: Die Zukunft der Zeitschriften gründet auf drei Säulen: der Qualität, dem thematischen Special Interest, der klar selektierten Zielgruppe.
Gemäß dem Motto "Expand your brand" werden die großen Printmarken Special-Interest-Angebote aufsatteln.
Das kann sich auszahlen.
Nischentitel aus kleineren Verlagen werden es dagegen schwer haben.
Eine richtig gute Idee kann zwar erfolgreich sein, aber Independents müssen zuerst Reichweiten nachweisen, um große Werbekunden zu überzeugen.
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| Descriptoren: | Interview Zeitschriftenwerbung Printwerbung Werbung Werbung und Marketing Zeitschriften & Magazine Presse Medien
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing Medien
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| Datum: | 10.03.2010 00:00:00 |
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