Absatzwirtschaft Nr. 11 vom 26.10.2012 Seite 006
Global Marketing -> News
"Hoffnung auf Chancenpotenzial"
Verliert Marketing an Bedeutung, obwohl Kundenorientierung zunimmt?
Zum Tenor der Titelstory (ab S. 18) fünf Fragen an den Wegbereiter der Disziplin in marktorientierter Unternehmensführung hierzulande, Prof.
Heribert Meffert.
Herr Prof.
Meffert, fast 60 Prozent der Deutschen halten "Der Kunde ist König" in Unternehmen nur für ein Lippenbekenntnis.
Können Sie sich die fehlende Glaubwürdigkeit erklären?
HERIBERT MEFFERT: Sehr gut sogar.
Das Marketing hat sich einen Vertrauensverlust eingehandelt.
Insbesondere die Finanzkrise hat dazu mit Enttäuschungen und Verlusten beigetragen.
Andererseits ergeben Zufriedenheitsstudien regelmäßig bessere Werte für Unternehmen.
Die Kundenorientierung nimmt weiter zu, dann müsste doch eigentlich auch die Bedeutung des Marketings für den Unternehmenserfolg steigen.
MEFFERT: Ja, hier liegt ein Widerspruch.
Insbesondere in der Internationalisierung wächst der Stellenwert der Kundenorientierung.
Ob das Marketing daran teilhaben wird, muss sich noch zeigen.
Mit Vertriebsund Kommunikationsmaßnahmen allein ist das schwierig.
Es geht ums Management von Wettbewerbsvorteilen, aber nur ein Drittel aller Unternehmen verfolgt diesen führungsorientierten Ansatz.
Zentrale Kompetenzen wie die Preisgestaltung nimmt das Marketing oft nicht in die Hand.
Ist Kritik da unvermeidbar?
MEFFERT: Leider ist das Marketing heute vielfach degeneriert.
Es liegt etwas im Argen, wenn zwei Drittel der Firmen es nur auf Kommunikation reduzieren.
Das Preisund Innovationsmanagement ist eine integrative Marketingaufgabe.
Warum würden Sie dennoch eine Lanze für Marketing und Marketer brechen?
MEFFERT: Weil sich das Marketing immer den Herausforderungen des Wandels gestellt hat.
Meine Hoffnung beruht auf seinem Chancenpotenzial für die Zukunft.
Wenn ihm statt der technokratischen Verwaltung ein ganzheitlicher Führungsansatz zugestanden wird, entfaltet es seine Wirkkraft.
Das beweisen erfolgreiche Firmen.
Wie könnte das Marketing stärkere Beiträge in der Wertschöpfungskette leisten?
MEFFERT: Die funktionsübergreifende Prozessorientierung ist entscheidend.
Konkret hinunter bis zum Beschwerdemanagement.
Das Marketing steht am Scheideweg.
Deshalb sind Persönlichkeiten im Topmanagement gefragt, die Macht- und Fachpromotoren dafür in Einklang bringen.
So visionär wie ein Ferdinand Pïech.
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Die Fragen stellte Thorsten Garber
| Descriptoren: | Interview Wissenschaft-Marketing Marketing Werbung und Marketing
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| Land: | Bundesrepublik Deutschland C4EUGE
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| Länderfacette: | Werbung und Marketing
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| Datum: | 26.10.2012 00:00:00 |
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