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CleverShuttle, ioki, Moia & Co: Die Mobilitätsrevolution in der Großstadt steht bevor

© Photo by Luemen Carlson on Unsplash/ Montage : absatzwirtschaft

Es ist die Multi-Milliarden-Euro-Frage der nächsten Dekade: Wie werden wir uns in den Großstädten fortbewegen? Die Carsharing- und RidePooling-Economy hat es sich zum Ziel gesetzt, dem Auto-Überangebot mit maßgeschneiderten Mitfahrgelegenheiten und Fahrdiensten zu begegnen. Mit CleverShuttle, ioki und Moia versuchen in Deutschland gleich drei neue Anbieter den jungen Markt aufzurollen – mit unterschiedlichen (Marketing-)Konzepten.

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Millionen Bundesbürger stehen jeden Tag vor der Frage: Wie von A nach B kommen – in welcher Zeit mit welchem Verkehrsmittel zu welchem Preis? Ein eigenes Auto erscheint gerade in verstopften Großstädten längst nicht mehr für jeden zeitgemäß, während der überlaufene öffentliche Nahverkehr auch nicht jedermanns Sache ist.

Die große Mobilitätsrevolution im 21. Jahrhundert versprechen einerseits Carsharing-Unternehmen wie die fusionierten Daimler- und BMW-Töchter Car2Go und DriveNow, vor allem aber wenn es um den passiven Transport geht, Fahrdienst-Vermittler wie die Ridehaling-Pioniere Uber und Lyft in den USA oder etwa DiDi Chuxing in China. Die Unternehmensberatung PwC rechnet bereits damit, dass das Marktvolumen von Mobilitätsdiensten weltweit bis 2030 auf das enorme Niveau von 1,4 Billionen Dollar wächst.

Volkswagen-Tochter Moia startet im April in Hamburg

Während Uber hierzulande zunächst von der Politik ausgebremst wurde und erst in Berlin, München, Düsseldorf und Frankfurt (wieder) verfügbar ist, experimentiert eine Zahl von neuen Start-ups mit neuen kostengünstigen Mitfahrangeboten, die dem Sammel-Taxi-Prinzip nachempfunden sind.

Vorne dabei ist die Volkswagen-Tochter Moia, die im Juli vergangenen Jahres in Hannover mit zunächst 150 Kleinbussen den Betrieb aufgenommen hat. Im April startet der Ridesharingservice des Dax-Konzerns mit Hamburg seinen zweiten Standort.

Die Wolfsburger buhlen mit ihren Taxi-Bullis für kleines Geld um den Kunden: Der Dienst wird von einem Nutzer per App mit klar definiertem Ziel geordert, während ein Algorithmus andere Nutzer auf ähnlicher Route zusammenbringt, um die Kosten gering zu halten. Preislich will sich Moia zwischen Taxi- und Nahverkehrstarifen bewegen.

Deutsche Bahn übernimmt Branchenprimus Clever Shuttle…

Interessanterweise hat die Deutsche Bahn das neue Mobilitätskonzept selbst für sich entdeckt und versucht mit zwei recht unterschiedlichen Angeboten den noch jungen Fahrdienst-Markt aufzumischen. Im vergangenen September erwarb der Staatskonzern etwa die Mehrheit an der bereits 2014 gegründeten GHT Mobility GmbH, die den RidePooling-Anbieter CleverShuttle betreibt, der inzwischen in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt Stuttgart, Dresden und Leipzig verfügbar ist.

CleverShuttle operiert nach dem gleichen Prinzip wie Moia und bündelt Fahrgäste mit ähnlichem Ziel. „Das reduziert den Verkehr und macht Parkplatzflächen für neuen Lebensraum nutzbar“, beschreiben   die Gründer Bruno Ginnuth, Jan Hofmann und Slava Tschurilin ihre Mission. Im Dezember vermeldete der Marktführer auf dem deutschen RidePooling-Markt bereits den Transport des eine Millionsten Fahrgasts; mehr als 9,5 Millionen Bundesbürger in den deutschen Großstädten können den Fahrdienst bereits theoretisch nutzen.

…und startet mit ioki in Hamburg durch

Auf deutlich kleineren Routen ist eine andere Mobilitätstochter der Deutschen Bahn unterwegs – ioki. Das Start-up aus Frankfurt am Main wird in Hamburg seit vergangenem Juli zwischen den verkehrstechnisch nicht gut angebundenen Stadtteilen Lurup und Osdorf angeboten – und zwar mit Hybrid-Taxis des britischen Herstellers LEVC. Zumindest bis Ende 2020 soll das Pilotprojekt der Bahn noch in der Hansestadt laufen.

Der Plan ist dabei, den Nahverkehr zu stärken: ioki soll dabei helfen, Fahrgäste etwa leichter zu S-Bahn-Stationen wie der Elbgaustraße oder Klein Flottbek zu befördern. „Etwa 50 Prozent der Fahrgäste lassen sich mit dem ioki-Hamburg-Shuttle zu größeren ÖPNV-Haltestellen bringen“, erklärt Geschäftsführer Michael Barillère-Scholz, das Mobilitätskonzept hinter ioki.

Gemein ist allen RidePooling und -Sharing-Angeboten der Fokus auf eine umweltfreundliche Nutzung, die gleichfalls ein gutes Marketing-Argument ist: Sowohl CleverShuttle, das damit wirbt, „das grünste Shuttle der Welt“ zu sein, als auch Moia und ioki setzen ausschließlich auf Elektroautos.

Die VW-Tochter versucht zudem seit vergangenem Herbst in einer groß angelegten Werbekampagne eine gedankliche Umerziehung des Autofahrens voranzutreiben: „Alleine fahren ist Stadtverschwendung“, lautet das Moia-Motto, das mit dem Spot „Fünfsitzer“ gar zum Viralhit mit bislang mehr als einer Million Views wurde.

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