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China setzt Standort Deutschland unter Druck

Die deutschen Autokonzerne werden gemeinsam mit Ford Deutschland und Opel Deutschland im Jahr 2010 erstmals mehr Autos in China verkaufen als auf dem heimischen Markt. China wird schon in wenigen Jahren weltweit das Zentrum der Autoindustrie darstellen. Für den Standort Deutschland hat dies nicht nur positive Aspekte, wie Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen, betont. Seiner Analyse zufolge wird es in Zukunft notwendig sein, die Fahrzeuge auch in China zu entwickeln.

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Im Jahr 2005 exportierten die deutschen Autobauer nach Informationen der Wissenschaftler gerade mal 73 840 Fahrzeuge nach China und produzierten dort rund 430 000 Fahrzeuge. Auf dem deutschen Automarkt wurden mit deutschen Konzernmarken dagegen mehr als 2,3 Millionen Pkw abgesetzt, etwa 1,8 Millionen Fahrzeuge mehr als China. Die hohe Wachstumsgeschwindigkeit des Staates in Fernost hat laut aktueller CAR-Center-Studie dazu geführt, dass der Vorsprung bereits im Jahr 2009 auf weniger als eine Million Pkw-Verkäufe geschrumpft war – trotz der staatlichen Abwrackprämie in Deutschland, aufgrund derer gut 600 000 Fahrzeuge mehr verkauft worden sind als in einem Jahr ohne eine derartige Subvention.

Während der deutsche Automarkt nach der Abwrackprämie eingebrochen sei, wachse China mit hohem Tempo weiter. Der Volkswagen-Konzern beispielsweise habe seine Verkäufe in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 um 39 Prozent auf 1,48 Millionen Fahrzeuge steigern können, die BMW-Gruppe sogar um rund 95 Prozent auf knapp 122 000 Autos und die Mercedes-Car-Gruppe um ganze 124 Prozent auf mehr als 102 000 Fahrzeuge. Gemeinsam hätten die drei wichtigen deutschen Konzerne etwa 1,7 Millionen Fahrzeuge in dem genannten Zeitraum in China abgesetzt. Auf das gesamte Jahr 2010 hochgerechnet, ergebe sich ein Volumen von über 2,1 Millionen verkauften Pkw auf dem chinesischen Markt.

In Deutschland dagegen gestalte sich der Automarkt schwierig. Da der Auto-Boom nach der Abwrackprämie zusammengebrochen sei, erwartet Dudenhöffer für das Jahr 2010 bei den deutschen Autokonzernen gemeinsam mit Ford und Opel 2,03 Millionen Pkw-Verkäufe in Deutschland – erstmals weniger als in China. Eine Prognose für das Jahr 2025 spricht von knapp 30 Millionen verkauften Pkw in China und etwa drei Millionen in Deutschland. Deutschland werde dann nicht mehr zu den fünf größten Automärkten der Welt zählen, und China werde das Autogeschäft dominieren. Als Folge verlagerten sich auch die Arbeitsplätze in der Autoindustrie nach Fernost. Deutsche Firmen würden im Jahr 2025 über sechs Millionen Pkw in China produzieren – mehr als in Deutschland. Bereits heute betreibe der VW-Konzern neue Werke in China, und bei allen Herstellern werde die Zahl der Produktionsstätten in dem prognostiziert wichtigsten Markt steigen.

Mit Fahrzeug-Exporten deutscher Autobauer aus China nach Deutschland kann der Analyse zufolge bereits vor dem Jahr 2020 gerechnet werden. Erfolg werde nach dem Jahr 2020 gleichbedeutend damit sein, gute Ergebnisse auf dem chinesischen Markt zu erzielen. Ab dem Jahr 1015 werde sich außer der Produktion auch die Entwicklung dorthin verlagern. Somit könnten die Chinesen auch von der Kapitalseite her Einfluss gewinnen. SAIC habe bereits angekündigt, sich beim Börsengang von General Motors zu engagieren. Deutsche Konzerne kämen nicht umhin, chinesischen Unternehmen die Möglichkeit zum Einstieg zu geben, denn das Land werde sich einen strategischen Einfluss auf die Autoindustrie sichern. Die Joint-Venture-Strategie der Chinesen habe dies bereits angedeutet.

www.uni-due.de

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