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Chat- und Datenschutz-Update: Snapchat fordert Facebook heraus

Snapchat-CEO Evan Spiegel

Das jüngste Update der beliebten Messanging-App Snapchat gleicht einem Frontalangriff auf Facebook, Whatsapp und Co.: Nutzer können ab sofort über die App auch direkt miteinander telefonieren. Gleichzeitig passt das Unternehmen seinen Datenschutz an und wird dadurch attraktiver für Werbetreibende.

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In einem Blogeintrag mit der Überschrift „Chat 2.0“  verkündete das Unternehmen am Dienstag die neusten Änderungen: Ab sofort können Nutzer über die App direkt miteinander telefonieren, Video-Botschaften, Fotos (das war vorher bereits möglich) und Sticker senden.

Snapchat kommt Facebook in Sachen Bewegtbild gefährlich nahe

Für letztere übernahm Snapchat erst am Wochenende das kanadische App-Unternehmen Bitstrips, der personalisierte Emojis anbietet. Mit 200 Millionen Nutzern weltweit gehört Snapchat zwar noch nicht zu den Top-10 der meistbenutzten sozialen Netzwerke, trotzdem macht der gelbe Geist Facebook auch jetzt schon ordentlich Konkurrenz – besonders im Bewegtbild-Bereich: Werden beim Erstplatzierten täglich rund acht Milliarden Videos hochgeladen, sind es bei Snapchat schon mehr als sieben Milliarden. Zudem gilt Snapchat als App vor allem für jüngere Nutzer, die Facebook langsam zu verlieren scheint.

Auch werbetechnisch rüstet das Unternehmen nach. Beinahe unbemerkt hat Snapchat parallel zu den Chat-Updates auch seinen Datenschutz erneuert. Welche Änderung genau vorgenommen wurden, erläutert Snpachat im Blogeintrag nicht und verweist lediglich auf das „Privacy Centre“. Laut einer Analyse der Newsplattform Digiday betrifft die Änderung zwei Worte: „including ads“ – inklusive Werbung.

Werbeerlöse sollen in diesem Jahr um das sechs- bis siebenfache steigen

Der Zusatz steht im Abschnitt über die Verwendung von Nutzerdaten. Stand dort bisher, diese würden zur Personalisierung von etwa Kontaktvorschlägen und Inhalten verwendet, schließt der Satz nun mit den Worten „inklusive Werbung.“ 

Die Änderung soll die Snapchat interessanter für Werbetreibende machen, indem sie eine personalisierte Aussteuerung von Kampagnen erlaubt. Bisher hinkt das Unternehmen in Sachen Werbetechnologien Facebook und Twitter noch hinterher. In der jüngsten Vergangenheit versuchte das Startup hier aufzuholen und holte sich Ad-Tech-Spezialisten ins Haus – darunter auch einen ehemaligen Facebook-Mitarbeiter.

Laut eines Berichts auf re/code erwartet Snapchat einen Anstieg der Werbeerlöse von 50 Millionen US-Dollar 2015 auf geschätzte 300 bis 350 Millionen in 2016.

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