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Business Intelligence wächst am stärksten und erobert das Marketing

Business Intelligence ist derzeit das am stärksten wachsende Segment bei den Software-Lösungen für Unternehmen. Zu diesem Schluss kommen zwei unabhängige Studien von Pierre Audoin Consultants (PAC) und IDC. Die Forscher von IDC haben ermittelt, dass die Ausgaben für Business Intelligence und analytische Software in 2011 um insgesamt 14 Prozent gestiegen sind und sich damit allein in Deutschland auf mehr als eine Milliarde Euro summiert haben. Kein Wunder: Der Wunsch, Märkte zu verstehen und die immer umfangreicher werdenden eigenen Daten – Stichwort Big Data – zu bewältigen und zu analysieren, lässt Unternehmen verstärkt nach Lösungen suchen, die die Komplexität reduzieren helfen.

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Von Christian Thunig

Dabei ist der Treiber der Entscheidung für Business Intelligence (BI) weniger in der IT-Abteilung sondern mehr und mehr in den Geschäftsbereichen zu suchen. Die Anforderungen sind dabei unterschiedlich: Zum einen geht es laut der IDC-Studie um die Kontrolle von Compliance-Regeln sowie um die Sicherheit der eigenen Prozesse. Nicht zuletzt das Thema Nachhaltigkeit hat für Unternehmen zu einem erhöhten Aufwand an Überwachung der Lieferketten und Einhaltung von Umweltstandards geführt. Dieses sicherzustellen, ist ohne die Implementierung von Software-Lösungen, die Key Perfomance Indices (KPI) überwachen, nicht mehr denkbar.

Zum anderen hat die Krise 2009 nach Einschätzung der Analysten bei Gartner dazu geführt, dass verstärkt nach Lösungen gesucht wird, mit denen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil erreichen können. Ein entscheidender Aspekt dabei ist, dass sich aufgrund eingehender Analyse von vorliegenden Daten im Unternehmen wesentlich besser Produkte und Services auf den Markt hin entwickeln lassen. So sagt Frank Niemann, Principal Consultant Software Markets bei Pierre Audoin Consultants: „Nach wie vor dominieren die Bereiche Finanzen und Controlling. Vertriebsorientierte Bereiche sind aber stark im Kommen.“

Server- und Netzstrukturen müssen wachsen

Marketing und Vertrieb müssen sich allerdings im wahrsten Sinne des Wortes durch das Big Data-Chaos im Unternehmen durchfressen: Angebote, Kunden-Feedbacks, Rechnungen, Reklamationen, Customer Touch Points in Online und stationärem Geschäft, Online-Surf- und Kaufverhalten, Daten aus dem CRM, Äußerungen in sozialen Netzwerken sind einige mögliche Datenpunkte, die in einem BI-System ausgewertet werden können. Je mehr hier zusammenläuft, desto vollständiger wird das Bild des (potenziellen) Kunden.

Dazu gehört auch, dass Marketingverantwortliche schnell Auswertungen abrufen können und gezielt einzelne KPI aus dem System ziehen können. Vorbei sind die Zeiten, in dem man bei der IT eine Anfrage auf gezielte Auswertungen stellte: „Aus Anwendersicht zählen einfache, leicht erlernbare Bedienbarkeit, hohe Flexibilität sowie direkter Nutzen für das jeweilige Aufgabenumfeld. Optik und Interaktivität sind hier unter anderem die Schlagworte“, formuliert Niemann die Anforderungen. Fazit: Früher forderte Marketing bei der IT Zahlen an, heute muss BI-Lösung so einfach sein, dass Marketing das selber machen kann.

Das bedeutet allerdings auch, dass die Server- und Netzwerkstrukturen wachsen müssen. Denn mehr Daten nutzende Stellen machen mehr Traffic und mehr Daten. Nicht zuletzt die steigende mobile Nutzung von BI-Systemen erfordern ordentliche Bandbreiten.

marketingIT.de sprach mit Frank Niemann, Principal Consultant für den Bereich Software Markets bei Pierre Audoin Consultants GmbH über die Gründe des Wachstums von Business-Intelligence-Lösungen und wie sich Anforderungen verändern.

Warum ist ausgerechnet BI so wachstumsstark? Welche Faktoren begünstigen die Entwicklung?

FRANK NIEMANN: BI hilft Firmen dabei, ihre geschäftliche Situation (Finanzen) einzuschätzen, eine Grundlage für fundierte und auf Fakten basierende Entscheidungen zu schaffen und die Effizienz ihrer Prozesse zum Beispiel im Vertrieb zu messen. Hierzu müssen verschiedene Datenquellen angezapft werden, was die Nachfrage nach entsprechenden Methoden zur Datenintegration ansteigen lässt. Zudem verwendet ein immer größerer Teil der Angestellten in verschiedenen Abteilungen BI-Systeme. Auch dieser Umstand führt zu einem Anstieg der Ausgaben. Wichtig: BI ist hier als Oberbegriff für Berichtswesen, Datenanalyse, Unternehmensplanung und so weiter zu verstehen.

Inwiefern unterscheiden sich die Anforderungen der IT von denen einzelner Geschäftsbereiche?

NIEMANN: Jeder Geschäftsbereich hat gemäß seiner Prozesshoheit andere Aufgaben. Den Vertrieb sowie Marketing interessiert etwa der Umsatz pro Kunde oder der Erfolg einer Kampagne. Die IT-Abteilung ist, verglichen mit anderen Fachbereichen, kein so herausragender BI-Benutzer. Eher ist die IT in der Rolle, die unterschiedlichen Anforderungen der Fachbereiche zu bedienen.

Was findet man in Sachen BI heute schon in Unternehmen vor und was sind die meistgenannten Erwartungen, mit denen eine BI-Implementierung verknüpft wird?

NIEMANN: Excel ist überall, übrigens auch dort, wo dedizierte BI-Lösungen angeschafft wurden. Darüber hinaus sind Reportingsysteme sehr weit verbreitet. Oft bringen Geschäftsanwendungen (ERP- und CRM-Systeme) bereits einige BI-Funktionen mit. Dass diese Dinge allein vielfach nicht mehr ausreichen sind, ist ein Grund, warum der BI-Markt wächst.
Zu den Erwartungen: Es gibt nicht die eine große Erwartung an BI. Aus Anwendersicht: Einfache, leicht erlernbare Bedienbarkeit, hohe Flexibilität sowie direkter Nutzen für das jeweilige Aufgabenumfeld zählen dazu. Optik und Interaktivität sind hier unter anderem die Schlagworte.
Aus IT-Sicht: kostengünstiger Betrieb, wenig Komplexität bei der Integration von Datenquellen. Leichte Bereitstellung von Datenanalysen für die Bedarfsträger im Unternehmen.
Aus Management-Sicht: eine transparente, aktuelle und vertrauenswürdige Sicht auf die wesentlichen Geschäftszahlen und Risiken, dargestellt in einer verständlichen Form.

Die Fragen stellte Christian Thunig.

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