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Börsengang von HelloFresh: Die Samwers wollen das nächste Einhorn grasen lassen

Mit HelloFresh bekommen Kunden eine Kochbox mit "vielen leckeren und gesunden Rezepten". Das Unternehmen soll nun an die Börse gehen

Nach einem ruppigen Start an der Börse von Rocket Internet schicken sich die Samwers nun an, ihre nächste Mehrheitsbeteiligung an den Kapitalmärkten zu veredeln. Der Kochbox-Anbieter HelloFresh könnte schon im Oktober an den deutschen Aktienmärkten debütieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Die Samwers können gute Nachrichten gut gebrauchen: Ihre Beteiligungsgesellschaft Rocket Internet rauschte diese Woche erst auf neue Allzeittiefs.

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Es ist die Meldung, auf die gebeutelte Aktionäre von Rocket Internet seit Monaten gewartet haben: Endlich bietet sich eine Möglichkeit für einen neuen Geldsegen — ein Exit einer Beteiligung an den Kapitalmärkten. Wie Milliarden an den deutschen Aktienmärkten eingesammelt werden können, haben die Samwers im vergangenen Herbst schließlich vorgemacht.

Zuerst erlöste Ziehkind Zalando beim IPO am 1. Oktober vergangenen Jahres mehr als 600 Millionen Euro von Aktionären, dann warfen die Samwers tags darauf die Geldmaschine an und ließen sich die Kassen in letzter Minute prächtig füllen: Statt des ursprünglich geplanten Emissionserlöses von 750 Millionen Euro, spülte der Rocket Internet-IPO enorme 1,6 Milliarden Euro in die Kassen der Seriengründer. Doch das reichte den Gründerbrüdern immer noch nicht: Bereits ein halbes Jahr später wurde durch eine Wandelanleihe nochmals eine halbe Milliarde Euro vom Kapitalmarkt bewilligt.

Zalando und Rocket Internet entwickeln sich höchst unterschiedlich

Die Notierungen der beiden Samwer-Moonshots stehen zwar in diesen Tagen bei etwas mehr und etwas weniger als 32 Euro einträchtig nebeneinander – die junge Börsenkarriere der deutschen E-Commerce-Stars ist in den vergangenen zehn Monaten indes höchst unterschiedlich verlaufen.

Während der Berliner Bekleidungsversender nach einem ruckeligen Start vom Ausgabekurs bei 21,50 Euro inzwischen 50 Prozent zugelegt hat, entwickelte sich die Rocket-Aktie zum veritablen Rohrkrepierer, der einfach keinen Boden finden will: Bis auf ein neues Allzeittief bei 31,25 Euro ging der Sturzflug in dieser Woche – ein Minus von mehr als 26 Prozent zum Ausgabekurs.

HelloFresh könnte bereits im Oktober an der Börse debütieren

Für einen kleinen Befreiungsschlag von zumindest fünf Prozent in den letzten zwei Handelstagen sorgte nun die Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Rocket-Beteiligung HelloFresh schneller als zuletzt erwartet den Gang an die Aktienmärkte wagen wolle.

Demnach hätte Rocket Internet und das Gründerteam um Dominik Richter und Thomas Griesel bereits die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs mit der Vorbereitung eines IPOs beauftragt, das HelloFresh zum Einhorn machen soll – zu einem mit mindestens einer Milliarde Euro bewerteten Börsendebütanten.

Das gerade mal vier Jahre Berliner Internet-Unternehmen versteht sich als Lieferdienst für die iPhone-Generation, der kleinteiliges Einkaufen einfach zu lange dauert. HelloFresh-Besteller bekommen daher einer Kochbox mit „vielen leckeren und gesunden Rezepten“ – Fertigprodukte  und „langweilige und unausgewogene Rezepte“ sind passé.

HelloFresh könnte Auftakt zu heißem Herbst machen

„Wir gehen für Dich einkaufen und liefern die perfekte Menge kostenfrei zu Dir nach Hause“, werben die Berliner. In maximal 30 Minuten soll das Essen „kinderleicht, schnell und lecker“ zubereitet werden. Bereits 200.000 Abonnenten werden die Kochboxen zugestellt – neben Deutschland auch Kunden in England und den USA. Auf 120 Millionen Euro sollen sich die Umsätze bereits im Jahr belaufen – über das Konzernergebnis herrscht das übliche Schweigen.

Folgen die Samwers ihrer eigenen Blaupause, könnte HelloFresh bereits im Oktober am Frankfurter Börsenparkett debütiert. Es könnte ein interessanter Herbst für deutsche Internet-Unternehmen werden: Auch die Scout24-Gruppe will an die Kapitalmärkte streben, nachdem ein Verkauf  bislang nicht zustande gekommen war.

Gelingt das HelloFresh-IPO, könnten die Samwers versucht sein, ihre weiteren potenziellen Einhörner an den Aktienmärkten grasen zu lassen: Auch Delivery Hero (Lieferheld) und den Möbelversendern Westwing und Home24 wird Milliarden-Potenzial zugebilligt.

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