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Blatter-Rücktritt, Volkswagen-Marketing und Nespresso vs. Tchibo

Im Wochenrückblick dreht sich vieles um Blatter und die Fifa. Aber auch Pokalsieger Wolfsburg mit Großsponsor VW wollen wir nicht vergessen

Die Fifa kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jetzt kündigt auch der scheinbar unstürzbare Präsident den Rücktritt an. Volkswagen verändert das Brandenburger Tor und Tchibo will George Clooney die Show stehlen.

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Der Abschied der Woche: Sepp Blatter kündigt Rücktritt an

Für manch einen birgt die Fifa-Präsidentenwahl einen ähnlichen Überraschungswert wie die Nachfolgeregelung auf Kuba: Schlicht keinen. Und so war auch keiner wirklich erstaunt, als in der letzten Woche Joseph Blatter vom Weltverband wiedergewählt wurde. Doch die Zeiten, in denen das ohne Opposition und harsche Kritik stattfand, sind ein für alle mal vorbei. Denn gegen verschiedene Fifa-Funktionäre ermittelt die US-Justiz wegen des Verdachts auf Geldwäsche. Und das sitzt: Nicht nur innerhalb des Weltverbandes meldeten sich immer mehr Kritiker zu Wort, auch Sponsoren merkten Bedenken an. Denn auch die gerieten unter Druck, im Social Web kritisierten viele Nutzer, dass Marken mit ihren Sponsoring-Millionen das System Fifa unterstützen, wie „Meedia“ berichtet. Besonders die WM-Vergabe an Russland und Katar gerät nun noch einmal in die lautstarke Kritik. Präsident Blatter gab öffentlich bekannt, dass er sehr darin interessiert sei, dass die Sache aufgeklärt werde. Er selbst sah sich nicht in der Verantwortung. Diese inszenierte Teflon-Attitude hatte ihn auch in der Vergangenheit über andere Skandale hinweg getragen. Doch am Dienstag kam dann die Überraschung, mit der keiner gerechnet hatte: Der vermeintlich ewige Präsident gab seinen Rücktritt bekannt. Ohne Schuld einzugestehen, sondern nur um Verantwortung für die Situation zu übernehmen. Danach wurde dann aber bekannt: Auch der Ex-Präsident ist Teil der Ermittlungen.

Während manch ein Funktionär oder Scheich, Blatter wahrscheinlich schmerzlich vermissen dürften, weint man im Netz dem Präsidenten keine Träne nach. Unter dem Hashtag #BlatterOut wird gespottet, was in 140 Zeichen passt. Auch in den Medien sucht man nach Abschiedsschmerzen fast vergebens, wie „Meedia“ berichtet. Anderswo sieht das anders aus: In Katar fielen nach dem angekündigten Rücktritt Blatters die Kurse, wie „Handelsblatt Online“ berichtet. Da ist man eben an endlos herrschende Oberhäupter gewöhnt.

Die Aktion der Woche: VW lässt die Wölfe heulen

Das Brandenburger Tor, 1788 von Preußen-König Friedrich Wilhelm II. erbaut, ist wohl das häufig verwendete Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt. Oben drauf steht die Siegesgöttin Victoria in einer Quadriga. Zumindest normalerweise, denn zum Sieg im DFB-Pokalfinale des VfL Wolfsburg gratulierte Großsponsor Volkswagen und ließ das kurzerhand ändern: Auf dem Baudenkmal heulten Wölfe. Wer jetzt den Denkmalschutz verständigen möchte: Das Ganze passierte nur in einer Anzeige in der Zeitschrift „Kicker“, wie „Meedia“ berichtet.

Der Fehltritt der Woche: Jobverlust nach Alkoholfahrt

Ein guter Chef sollte sich mit seiner Firma identifizieren und an die Produkte glauben, die sein Unternehmen vertreibt und diese wenn möglich auch selber nutzen. Herr Winterkorn in der S-Klasse wäre also keine gute Idee. Doch es gibt Produktkategorien, da ist Vorsicht geboten. Der Deutschlandchef des Brauereikonzerns AB Inbev und damit Boss von Marken wie Becks und Krombacher, musste jetzt seinen Posten verlassen, weil er unter Alkoholeinfluss einen Unfall gebaut haben soll. Für den Konzern und seine interne Policy nicht tragbar, wie „Handelsblatt Online“ berichtet, denn da herrscht Null-Toleranz für Alkohol am Steuer.

Der Kampf der Woche: Tchibo vs. Nespresso

Die Marke Tchibo erinnert schon lange mehr an Starbucks, denn an Großmutters Kaffeefahrt. Das Unternehmen hat sich neu erfunden: Neue Shops, modernes Angebot und Coffee-to-go. Doch nicht nur den Kaffeehausketten will die Marke aus Hamburg Konkurrenz machen, sondern auch den anderen Kaffeemarken die Kundschaft abluchsen. Mit der neuen Sorte Black and White zum Beispiel, die der Konzern bewirbt. Auch Nespresso kämpft auf dem Kaffeemarkt mit harten Bandagen und lässt schon lange Hollywood-Star George Clooney den Kaffee aus Kapseln schlürfen. Welches koffeinhaltige Heißgetränk am Ende besser schmeckt, dürfte den Testern und der Kundschaft überlassen bleiben. Welcher Werbespot belebender wirkt, zeigt diese Neuromarketing-Analyse.

Die Erkenntnis der Woche: Emoij-Dolmetscher gesucht

Wenn Sie im Regenwald oder auf der Champs Elysee nach dem Weg fragen, kommen Sie ohne Sprachkenntnisse wahrscheinlich nicht besonders weit. Auch die Weltsprache Englisch scheint da nicht immer zu funktionieren. Irgendwann überlegte sich daher mal jemand die Kunstsprache Esperanto, die – so war es geplant – in der Zukunft mal alle Menschen sprechen sollte. Wer die Sprache dann aber lernte, versucht heute wahrscheinlich das Geld von der Volkshochschule zurückzubekommen. Denn: Aus der einen Sprache, die die babylonische Sprachverwirrung beenden sollte, wurde nichts. Das Smartphone brachte dann aber in Form von kunterbunten Piktogramen einen wirklichen Lichtblick. Mit den sogenannten Emojis sollte es möglich sein, überall auf der Welt Gefühle wie Liebe, Zorn oder Freude auszudrücken (oder sehr umständlich nach dem Weg zu fragen). Doch auch hier zeigt sich: Leider nein. Denn  auch die Emojis werden falsch benutzt, berichtet der „Stern„.

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