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Birgt „PS-Marketing“ bei Neuwagen ein Risiko?

Pferdestärken(PS)-Marketing ist nicht nur bei Premiumherstellern eine fest kalkulierte Strategie, denn PS-starke Fahrzeuge haben besondere Gewinnmargen. Mittlerweile schaffen Autobauer es laut Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, steigende PS-Zahlen mit geringerem Verbrauch zu kombinieren. Für die PS ist aber ein höherer Energieaufwand vonnöten. 2010 wurde nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur so viel CO2 erzeugt wie nie zuvor. Dies gefährde das Ziel, dass die Erderwärmung bis 2020 höchstens um zwei Grad steigt. Zudem waren deutsche Neuwagenkäufer im Schnitt noch nie 51,3 Jahre alt, wobei Ältere ökologie-affiner als jüngere Käufer sind. Birgt der Trend zu höheren PS-Leistungen ein Risiko für Autobauer?

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„Deutsche Neuwagenkäufer lieben PS“, betont Dudenhöffer. Während 2009, im Jahr der Abwrackprämie, die PS-Zahl
der in Deutschland verkauften Neuwagen erstmals seit mehr als 15 Jahren zurück ging, seien die PS-Zahlen seit vergangenem Jahr wieder gestiegen. Im Durchschnitt habe die PS-Zahl der in Deutschland verkauften Neuwagen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 134,4 PS erreicht. Dies sei ein neuer Rekordwert. Ein Ende der steigenden PS-Zahl scheint nicht absehbar, auch weil der Anteil der Sports Utility Vehicles (SUV) weiter zunehme. Die durchschnittliche SUV-PS-Zahl habe in der ersten Jahreshälfte mit 165 PS knapp 31 PS mehr als die von Durchschnittsautomobilen betragen. Mittlerweile würden 13,1 Prozent aller Neuwagen als SUV verkauft, Tendenz deutlich steigend.

Bentley ist der PS-Protz, Smart das Sparwunder

Die Fahrzeuge mit den meisten PS seien, wie nicht anders zu erwarten, die großen Limousinen von Bentley sowie Rolls-Royce und die Sportwagen von Ferrari sowie Lamborghini. Beispielsweise besaßen die 140 in Deutschland im ersten Halbjahr verkauften Bentley-Edellimousinen im Schnitt 562 PS-Motorleistung. Leicht darunter lagen die 37 verkauften Rolls-Royce mit 536 PS und die 411 verkauften Ferrari mit durchschnittlich 530 PS. Der PS-stärkste Premiumhersteller unter deutschen Autoherstellern sei BMW (192) vor Mercedes (177) und Audi (172). Zudem zeige Smart (71 PS), dass man auch mit wenig PS ein Premium-Fahrzeug auf die Straße bringen kann.

Privatkäufer mit 125 PS beim Neuwagen

Die Privatkäufer seien mit 125,4 PS pro Neuwagen die Käufergruppe mit den geringsten PS-Zahlen. 41,2 Prozent aller neu zugelassenen Personenkraftwagen (Pkw) wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres von Privatkunden angemeldet. Autohändler seien mit PS ähnlich zurückhaltend, aber immerhin 18,4 Prozent oder 298 208 Neuwagen wurden im ersten Halbjahr auf den Autohandel angemeldet. „Da der Großteil dieser Fahrzeuge als junge Gebrauchte an die Privatkäufer geht, überrascht die relativ niedrige PS-Zahl von 126 PS kaum“, schildert Dudenhöffer. Die PS-stärksten Neuwagen würden von den Autobauern zugelassen, wobei die 135 268 zugelassenen Neuwagen im Schnitt 153,9 PS aufwiesen. Diese Fahrzeuge nutzten überwiegend Mitarbeiter und Manager als Dienstwagen.

Trend bleibt nicht ohne Risiko

Auch im Firmenkundenmarkt werde sich der Trend zu steigenden PS-Zahlen in den nächsten Jahren fortsetzen. Neuere Fahrzeuge seien in der Regel höher motorisiert. Zusätzlich spiele die Verschiebung der Fahrzeugsegmente in Richtung SUV eine wichtige Rolle, da auch diese höher motorisiert geliefert werden. Durch Downsizing (die Verwendung kleinerer Motoren) muss die höhere Motorisierung aber nicht zwangsläufig mit höheren Umweltbelastungen einhergehen. Trotzdem zeichne eine zweite Entwicklung für den PS-Trend verantwortlich: Autos würden größer, damit schwerer und höher motorisiert. Wog ein Audi 80 Avant von 1994 rund 1400 kg bei einer Länge von 4,40 m und inklusive eines Volumenmotors von 110 PS TDI, bringe ein aktueller A4 Avant mehr als 1600 kg bei 4,73 m Länge auf die Waage und habe eine Volumenmotorisierung von 140/170 PS TDI.

Empfehlung: PS-Trend beobachten

Der Trend immer weiter steigender Motorleistungen birgt nach CAR-Informationen die Gefahr, dass Energieverbrauch und Motorleistung als weniger sozial akzeptiert angesehen werden. Dies könnte insbesondere bei Firmenwagen ein Risiko darstellen. Allerdings ist dieses unter den Autobauern nicht gleich verteilt, sondern hängt stärker auf Seiten der deutschen Autobauer. Nach allen Einschätzungen ist damit zu rechnen, dass auch in der Bundesrepublik das Thema Tempolimit in absehbarer Zeit, spätestens bei einem Regierungswechsel, wieder auf die Agenda kommt. Die deutschen Autobauer sollten sich darauf einstellen und diskutieren, ob die Zukunft der Automobilindustrie hinsichtlich Durchschnittsfahrzeugen ausschließlich in immer weiter steigen PS-Zahlen liegen sollte. „Premium und Übermotorisierung ist nicht das gleiche. Premium modern zu gestalten heißt, die Balance bei der Motorisierung und anderen Eigenschaften von Fahrzeugen wie Komfort, Sicherheit, Verbrauch zu finden“, sagt Dudenhöffer und empfiehlt, bei der in Kürze stattfindenden Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Impulse für den modernen sowie den nachhaltigen individuellen Verkehr aufzunehmen.

www.uni-due.de/car

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