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„Bild“-Blome geht zum „Spiegel“, „Guardian“ bekommt Hausbesuch und Erika Steinbach analysiert Wahlplakate

Der Spiegel holt Nikolaus Blome von der „Bild“ in die Chefredaktion und erntet reichlich Kritik. Beim britischen „Guardian“ lassen Geheimdienstmitarbeiter die Festplatten löschen, Sixt streitet sich mit dem Bayerischen Rundfunk und Erika Steinbach kommentiert Wahlplakate der politischen Konkurrenz mit unpassenden Witzen. Lesen Sie mehr in unserem Wochenrückblick.

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Von Johannes Steger

Die Personalie der Woche: Blome geht zum „Spiegel“

„Mein rechter, rechter Platz ist frei“ und nicht nur der, auch die Position des stellvertretenden Chefredakteurs war beim „Spiegel“ bis diese Woche vakant. Was beide Plätze miteinander zu tun haben: Nikolaus Blome, bisher stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung wird zum 01. Dezember stellvertretender Chefredakteur beim „Spiegel“. Blome wird zudem Leiter des Hauptstadtbüros und Online-Chefredakteur. Dass jemand aus der „Bild“-Chefetage in die des Spiegels wechselt, hat viele überrascht. Titelte das Nachrichtenmagazin doch 2011 „BILD – Die Brandstifter“ und verglich die Rolle der Tageszeitung mit der einer rechtspopulistischen Partei.

Der „Tagesspiegel“ hatte im Zuge der Berichterstattung über den Wechsel beim „Spiegel“ am 9. April eine Satire-Meldung mit dem Titel „Irrer Qualitäts-Wahnsinn! Bild-Mann Blome wird Spiegel-Chefredakteur“ herausgegeben. Damals lustig gemeint, wird die Personalie jetzt Wirklichkeit. „Ich freue mich, dass wir mit Nikolaus Blome einen der profiliertesten politischen Journalisten Deutschlands für den „Spiegel“ gewinnen konnten“, ließ aber der designierte Chefredakteur Wolfgang Blücher in der entsprechenden Pressemitteilung verlauten. Dass sich nicht alle über den Neuzugang an der „Spiegel“-Spitze freuen dürften, hatte man sich beim „Spiegel“ wahrscheinlich schon vorher überlegt. Die Kommentarfunktion zu der Pressemitteilung wurde vorsorglich deaktiviert. Die „Bild“ polarisiert eben nicht nur mit Überschriften, sondern auch mit ihrem Personal. Auf Twitter kündigten nach der Blome-Bekanntgabe zahlreiche Nutzer die Beendigung ihrer Abos an. Es dürfte spannend bleiben.


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Der Hausbesuch der Woche: Geheimdienstmitarbeiter beim „Guardian“

Es war der britische Guardian, der die Causa „Edward Snowden“ ins Rollen brachte. Hatte sich doch NSA-Mitarbeiter Snowden mit seinen brisanten Informationen an die Tageszeitung und ihren Journalisten Glenn Greenwald gewandt. Diese Woche bekam die Redaktion in London dann Besuch von Mitarbeitern des britischen Geheimdienstes, so berichtet der Chefredakteur Alan Rusbridger. Im Beisein dieser Mitarbeiter musste Rusbridger die Computerfestplatten zerstören, auf denen das Snowden-Material gelagert wurde. Schon zu Beginn stand das Vorgehen der britischen Behörden in der Kritik, denn die hatten den Partner des Snowden-Journalisten Greenwald für rund neun Stunden am Londoner Flughafen Heathrow verhört und seinen Laptop beschlagnahmt. Greenwald kündigte daraufhin weitere Veröffentlichungen an und auch Chefredakteur Rusbridger will sich nicht einschüchtern lassen. Das ist auch mit zerstörten Festplatte kein Problem, verfügen die Journalisten doch über Sicherungskopien. James Bond hätte das wohl gewusst.

Die Rechnung der Woche: Sixt klagt über Mehrbelastung durch Rundfunkbeitrag“

Letzte Woche erwog noch ein unfreiwilliges Werbegesicht die Klage gegen Sixt, diese Woche will der Autovermieter selbst vor Gericht ziehen. Und zwar gegen den neuen Rundfunkbeitrag, der eine erhebliche Mehrbelastung für das Unternehmen darstelle. Der „Bayerische Rundfunk“ wollte das so nicht auf sich sitzen lassen und rechnete in einer Pressemitteilung fröhlich drauf los: Rund 70.000 Euro habe Sixt im ersten Quartal 2013 weniger zahlen müssen als noch 2012, als es den neuen Rundfunkbeitrag noch gar nicht gab. Sixt legte nach und kritisierte, dass der Sender Unternehmensdaten veröffentliche, die der börsennotierte Konzern aus Wettbewerbsgründen nicht zur Verfügung stelle. Die Rechtsabteilung prüft juristische Schritte. Die nächste Runde ist also eröffnet.

Der Tweet der Woche: Erika Steinbach erklärt Wahlwerbung

Langweiliger Wahlkampf? Nicht wenn es nach Erika Steinbach, Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und CDU-Bundestagsmitglied, geht. Zu einem schlafenden Kind auf einem Wahlplakat der Grünen fällt ihr offenbar als erstes das Thema Missbrauch ein. Dabei geht es eigentlich um den Lärm des Frankfurter Flughafens. Ist aber nicht böse gemeint, Steinbach setzt dahinter einen Smiley. Mit dem Humor ist das ja bekanntlich so eine Sache.

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