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Beschwerden über Audi-Spot beim deutschen Werberat

Laut Werberat liegen schon Beschwerden gegen den Spot von Audi vor. © Audi Screenshot

Mit seinem neusten Spot hat sich Audi nun Beschwerden eingehandelt, die beim deutschen Werberat eingegangen sind. Der Endzeit-Film sei verstörend und degradiere die Arbeiterklasse, monieren die Kritiker. Die größte Servicekampagne der Unternehmensgeschichte hinterlässt nicht nur bei kleinen Werkstätten einen bitteren Beigeschmack.

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Silke Miksche, Leiterin Marketing Kommunikation Deutschland, und Markus Siebrecht, Marketingleiter Deutschland, verantworten den Auftritt.  Im Grunde beschwört Audi hier eine Zwei-Klassengesellschaft herauf und nimmt sich dem schwierigen Thema, der Spaltung der Gesellschaft, in einem Spot an. Nun stößt das Ergebnis auf Gegenwind, statt auf gute Worte.

Werberat prüft

Auf Anfrage beim deutschen Werberat, teilte dieser mit, dass derzeit zwei Beschwerden gegen den Spot vorliegen. Einmal, weil er verstöre und angsteinflößende Szenarien kreiere und ein anderes Mal, weil er die ländliche Bevölkerung und die Arbeiterklasse herabsetze. Auf eine Stellungnahme von Audi wird derzeit noch gewartet. Audi Thjnk-Kreativchef Stefan Schulte hat sich dafür bereits geäußert: „Wir greifen ja niemanden direkt an. Der Spot funktioniert auch eher auf einer metaphorischen Ebene und mutet fast schon surreal an.“

Die Frage, die sich stellt: Warum investiert Audi so viel Geld und Energie in eine Servicekampagne? Für Thjnk-Beratungschef Hendrik Heine steht fest, dass der After-Sales-Bereich von vielen Automobilherstellern zu Unrecht vernachlässigt wird. Immerhin werde hier ein beachtlicher Teil des Umsatzes generiert. Also bezahlt Audi viel Geld, um den eigenen Service in den Mittelpunkt zu rücken. Die Botschaft ist klar: „Damit ihr Audi nicht in falsche Hände gerät“.

Wessen Hände aber sind das? Mechaniker, Techniker und Kfz-Mechatroniker werden hier als ölverschmierte Rüpel dargestellt – deren Werkstätten meist siffig, müffelig und nicht wirklich gut besucht sind. Dann verfolgt die Meute auch noch den nagelneuen Audi, der sich in rasender Geschwindigkeit auf ein dekadentes Gebäude zubewegt: Das Gelobte Land, der „Audi Service“. Natürlich schafft der Wagen, sich in die Musterwerkstatt zu retten, um dort den gewünschten Service zu bekommen, während draußen die wenig stilvolle Arbeiterklasse wütet. Am Ende hauen die „Wilden“ mit ihren Händen gegen das Gebäude und die Scheiben – „Walking Dead“ lässt grüßen. Aber Zombies, ja gar Untote sind Mechaniker lange nicht.

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Kommentare

  1. Der Umstand, dass sich tatsächlich ein schaler Beigeschmack nach der Einblendung des Slogans einschleicht, liegt daran, dass der Spot ernst ist. Man sieht keinen gelangweilten Automechaniker, der unsensibel mit einem Hammer auf einen Kolben eindrischt und dabei evtl. seinen Kautabak zwischen die Zylinder spuckt. Oder eine andere Person, die in einem 4 Stunden Lehrgang ein Zertifikat zum Profi-Mechatroniker erhält und daraufhin eine eigene Werkstatt eröffnet.
    Gezeigt werden gefühlt „normale“ Menschen, wenn auch in einer surrealen Umgebung. Das allein genügt allerdings nicht, um diesem Hieb auf „normale“ Autowerkstätten seine Schlagkraft zu nehmen. Mit ein wenig Humor hätte Audi seine Botschaft rüber bringen können ohne bestimmte Gruppen zu denunzieren und übermäßig dekadent zu wirken.

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