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Beim Onlineshopping die Kinderarbeit bekämpfen

Kinder, die arbeiten, verzichten notgedrungen auf Bildung und können ihre wirtschaftliche Situation auch in den Folgejahren nur sehr schwer verbessern. Diese Erkenntnis ist unstrittig. Dennoch kann oder will das ein oder andere Unternehmen Vorwürfe nicht entkräften, dass es Kinderarbeit toleriert oder nicht ernsthaft dagegen vorgeht. Auf Initiative der gemeinnützigen Organisation Earthlink entwickelte die Agentur Interone einen Browser-Zusatz, der beim Onlineshopping solche Produkte nicht anzeigt, die im Verdacht stehen, dass an ihrer Herstellung Kinder beteiligt waren. Hat ein Onlinekäufer das Tool installiert, kann er gar nicht mehr auf die Seiten der kritisierten Firmen gelangen. Er trifft seine Auswahl statt dessen aus dem Angebot solcher Unternehmen und Marken, die Kinderarbeit grundsätzlich ablehnen.

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Von Astrid Schäckermann

Verbraucher werden kritischer, lautet das Fazit einer jüngst veröffentlichten Studie zur Corporate Social Responsibility (CSR) von Unternehmen. Erhebungen der Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse zeigen, dass etwa jeder zweite Konsument beim Kauf von Waren und Dienstleistungen darauf achtet, dass das anbietende Unternehmen sozial und ökologisch verantwortlich handelt. Ein viel beachtetes Thema ist in diesem Zusammenhang Kinderarbeit. Die gemeinnützige Organisation Earthlink mit Sitz in München recherchiert weltweit Daten und Fakten und stellt sie im Rahmen ihrer Kampagne „Aktiv gegen Kinderarbeit“ im Internet zur Verfügung. Überlegungen, mit welchen digitalen Möglichkeiten die Kampagne über den Aspekt des Aufklärens hinaus gestützt werden kann, brachte Earthlink mit der Agentur Interone zusammen. Die Spezialisten für Multikanal-Kommunikation, die zum weltweiten BBDO- bzw. Omnicom-Netzwerk gehören, entwickelten eine Browser-Erweiterung. Bei Online-Suchanfragen von Konsumenten blendet das „Avoid“-Browser-Plug-In automatisch alle Suchergebnisse von Marken aus, die nach Erkenntnissen von Earthlink keine ausreichenden Maßnahmen ergreifen, um Kinderarbeit bei der Herstellung zu unterbinden.

277 Unternehmen überprüft

Mit dieser technischen Entwicklung für den E-Commerce soll es Konsumenten leicht gemacht werden, soziale Aspekte mit zeitsparendem Onlineshopping zu verbinden. Interone konkretisiert diesen Aspekt: „Die eigentliche Idee hinter dem Avoid-Plug-In ist es, dem User eine extrem einfache Möglichkeit zu geben, Produkte im Zusammenhang mit Kinderarbeit zu meiden – ohne das Kauferlebnis negativ zu beeinflussen.“ Der User müsse nicht selbst jeweils aktuell informiert sein, er könne aber detailliertes Wissen abrufen. Dies setzt Vertrauen in die Seriosität von Earthlink voraus. Der Verein wurde im Jahr 1998 gegründet und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziell unterstützt. 277 Unternehmen hat Earthlink auf seiner Homepage gelistet. Die meisten stehen nicht im Verdacht, dass Kinder an der Herstellung ihrer Waren beteiligt sind. Gibt es jedoch Hinweise, haben Unternehmen mehrere Wochen Zeit, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Erhält Earthlink keine Antwort oder kann das Unternehmen die Vorwürfe nicht widerlegen, wird dies in der Liste vermerkt.

Dem Verdacht der Kinderarbeit setzen sich laut den Kampagnen-Grundsätzen von Earthlink auch solche Firmen aus, die in ihren unternehmerischen Grundsätzen das Thema soziale Verantwortung aussparen. Bevor die gemeinnützige Organisation jedoch erstmalig Informationen über eine Firma beziehungsweise Marke veröffentlicht, hat diese Firma wenigstens vier Wochen Zeit, sich zu den Fragen zu äußern. Die Firmenliste sei mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt worden und werde laufend aktualisiert, betonen die Kampagnen-Verantwortlichen. Earthlink schätzt, dass weltweit etwa 123 Millionen Kinder unter 15 Jahren unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten, etwa 73 Millionen Kinder seien sogar jünger als zehn Jahre. Da Mode mittlerweile zu den meist gekauften Gütern im Internet zählt, setze die Idee des Browser-Plugins genau hier an: Sucht ein Käufer via Onlineshop nach Kleidung, vergleicht die Browser-Erweiterung die Suchergebnisse mit der Liste der Hersteller, gegen die der eindeutige Beweis oder der begründete und nicht widerlegte Verdacht in puncto Kinderarbeit vorliegt. Der Nutzer erhält dann Suchtreffer nur von solchen Herstellern, die in Sachen Kinderarbeit nicht negativ aufgefallen sind und Kinderarbeit in ihren unternehmerischen Grundsätzen ausschließen.

Browser-Zusatz für Google Chrome

Seit April dieses Jahres ist das Plugin für den Browser Google Chrome erhältlich, in Kürze soll die Technik auch für Safari und Firefox vorliegen. Konzipiert wurde das Tool für Online-Shoppingplattformen. Diese sind – für Google Chrome – im Chrome Webstore sowie im neusten Layer gelistet. Dazu zählen beispielsweise Asos, Yoox, Amazon, Target, Macys, Zalando, Google Shopping, Frontlineshop und Otto. Um den Avoid-Anwendern eine aussagekräftige Stimme zu verleihen und jede nicht angeschaute Ware von offensichtlich ausbeuterischen Unternehmen als Beitrag im Kampf gegen Kinderarbeit zu kommunizieren, wird die Summe dieser Produkte über verschiedene Online-Kanäle publiziert. Gezählt wird pro Bilddarstellung. Mehr als eine Million verdächtige Produkte seien bis heute vermieden worden, betont der Earthlink-Vorsitzende Bernhard Henselmann. Erfreut registriert er, dass die Kampagnenwebsite und das Plug-In selbst, das auch auf der entsprechenden Facebook-Page heruntergeladen werden kann, große Beachtung finden und rege genutzt werden.

www.avoidplugin.com
www.earthlink.de
www.interone.de

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