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Banken müssen das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen

Nach dem Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Rettungsaktion für den Versicherungsriesen AIG befindet sich auch die deutsche Bankenbranche in einer tiefen Kundenbeziehungskrise: 70 Prozent der Deutschen haben kaum mehr Vertrauen in die Finanzbranche.

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Das ist das Fazit des „MRI Vertrauensbarometers Deutschland“, das das Münster Research Institute in Zusammenarbeit mit der Zeppelin Universität Friedrichshafen erstellte. Diese Zahl ist deshalb so dramatisch, da zeitgleich 96 Prozent der deutschen Bankkunden angaben, dass ein hohes Vertrauen zu ihrer Bank notwendig sei, um überhaupt Geschäfte mit ihr zu tätigen.

„Der immense Vertrauensverlust der Bankkunden in die Finanzlandschaft verwundert mich angesichts der Hiobsbotschaften der zurückliegenden Woche nicht. Obwohl die Regulierung in Deutschland begonnen wurde, muss vor allem beim Short Sellings unbedingt nachgebessert werden“, unterstreicht Ulrich Stockheim, Finanzexperte und Geschäftsführer bei Stockheim Media.

Der Fachmann sieht in dem Short Selling, also dem Leerverkauf, bei dem sich Verkäufer erhoffen, vom erwarteten Kursverfall eines Wertpapiers zu profitieren, die maßgebliche Schuld an der Krise. Dabei stoßen Verkäufer die Papiere, die nicht in ihrem Besitz sind, jetzt ab und hoffen, diese in Zukunft billiger zurückkaufen zu können. Dies funktioniert, da an der Börse die zeitliche Reihenfolge, in der Käufe und Verkäufe stattfinden, für die Höhe des erzielten Reinertrags keine Rolle spielt.

Wegen der komplexen Finanzprodukte, deren spekulativer Handel zum Platzen der Blase geführt hat, sinkt auch die Einschätzung der Kunden hinsichtlich der Kompetenz von Banken. So sprechen 63 Prozent der Kunden den Finanzinstituten keine ausdrückliche Kompetenz zu. Nicht besser sieht es mit der Bewertung in Hinblick auf die wahrgenommene Kompetenz der Mitarbeiter aus. Die Ansicht, dass die Bankangestellten generell nicht so viel wissen, wie sie wissen sollten, teilen laut der Untersuchung bereits 55 Prozent.

Darüber hinaus zweifeln die Kunden auch an der Ehrlichkeit der Finanzdienstleister. Dass Banken die ehrlichsten Firmen sind, sehen nur 14 Prozent so, während über die Hälfte der Kunden sagen, von den Mitarbeitern keine objektiven Informationen zu erhalten. Nur 18 Prozent betrachten Banken als Problemlöser. „Die Ergebnisse sind erschreckend. Die deutschen Banken sollten dringend versuchen, das Vertrauen ihrer Kunden zurück zu gewinnen“, erklärt Peter Kenning, Studienautor und Lehrstuhlinhaber für Marketing an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Die Sorgen der Fachleute sind nicht unbegründet. Wegen der Pleite von Lehman Brothers machen sich Kunden bereits Gedanken über ihre Ersparnisse bei der deutschen Firmenzentrale. Obwohl der Lehman-Brothers-Konkurs hierzulande von der deutschen Einlagensicherung der privaten Banken in ihren Folgen abgesichert ist, bleiben Zweifel, dass bei weiteren Notfällen nichts mehr im Sicherungstopf zurückbleiben könnte. Einem Focus-Bericht zufolge rechnen Finanzmarktexperten damit, dass die Sicherheitseinrichtung der privaten Banken im Fall Lehman Brothers Deutschland für bis zu sechs Milliarden Euro gerade stehen muss. -pte

www.zeppelin-university.de
www.stockheim-media.com

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