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Autoverkaufsfront steht 2010 ein düsteres Szenario bevor

Die Abwrackprämie wird Deutschland 2009 mit 3,7 Millionen Pkw-Verkäufen zum besten Verkaufsjahr seit dem Jahr 2000 machen, doch wird 2010 mit einer Million weniger Verkäufe der große Kater folgen. Das prognostiziert das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen. Danach wird voraussichtlich kein Land der Welt so stark verlieren wie Deutschland.

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„In den großen Autoländern Frankreich, Italien und Brasilien erwarten wir zwar ebenfalls leichte Rückgänge, aber der Rest der Welt bewegt sich im Jahr 2010 nach oben“, sagt Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Direktor sowie Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Weltweit sollen die Pkw-Verkäufe im kommenden Geschäftsjahr um knapp 600 000 Fahrzeuge steigen. Folglich setze global eine langsame Erholung von der großen Krise ein, während in Deutschland der Abschwung eingeleitet werde. Eine konjunkturpolitische Aufgabe komme daher Neuvorstellungen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) zu, auch wenn diese im Krisenjahr 2009 weniger volumenträchtig und somit überschaubarer bleiben würden. Neben Neuvorstellungen, die starke Nachfrageimpulse auslösen sollen, sei Nischen-Segmenten große Bedeutung beizumessen. Als wichtige Neuvorstellungen in diesem Feld seien beispielsweise der neue „Audi A5 Sportback“, der „BMW 5GT“, „der Renault Twingo CC“ oder der „Peugeot RCZ“ anzusehen.

Zudem werde voraussichtlich auch die noch ausstehende Lösung für Opel für Gesprächsstoff bei der IAA in Frankfurt sorgen. Ziel der Amerikaner sei es, das Thema „Wohin geht Opel?“ nach der Bundestagswahl zu entscheiden, wovon sich General Motors (GM) die besten Chancen verspreche, das Magna-Konsortium zu umgehen und Opel über RHJ oder eine Blitzinsolvenz langfristig in seinem vollständigen Einflussbereich zu belassen. Dabei berge ein Verbleiben von Opel bei GM auch für den Konzern bedeutende Risiken, weil GM und Opel dann in Zukunft bestimmt Hürden im russischen Markt vorfinden werden. Somit sei damit zu rechnen, dass der Opel Astra auf der IAA nicht nur an Technik und Design, sondern auch an seiner Familienfrage gemessen werde.

Ein drittes großes Thema bilde aller Voraussicht nach die Elektromobilität. So lasse sich vermuten, dass bei der IAA über Modellregionen zur Elektromobilität gesprochen werden wird und auch schon vorgestellte Elektrofahrzeuge, wie etwa der BMW-Mini in Elektroversion, zu sehen sein werden. Wie beim Hybrid bewegten sich die Japaner derzeit auch beim Elektroauto noch vor den Deutschen. Gründe dafür seien sowohl die Batterietechnik, die in Japan systematisch weiterentwickelt wurde und die heute in Deutschland erst langsam wieder aufgegriffen wird, sowie die Dieselstärke der Deutschen. Deutsche Motortechniker und Zulieferer hätten dabei zu lange nur an den Diesel als Zukunftsaggregat geglaubt und Alternativen wie Hybride und Elektroautos eher als Marketingthema betrachtet. Auch wenn die Elektrifizierung des Antriebs als eines der großen Zukunftsthemen der Autobranche gelte, soll der Marktdurchbruch jedoch nicht vor 2015 gelingen und würden Elektroautos zuvor lediglich in Kleinserien, Modellregionen und Konzeptfahrzeugen auf Deutschlands Straßen zu sehen sein. Mit dem Elektroauto könnten Fahrzeuge allerdings ohne Batterie erhältlich sein und bestünde auch die Möglichkeit, dass es Leasing-und Abrechnungs-Modelle für Batterie, Strom und Wartung geben wird.

www.uni-due.de

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