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Aufs Plakat geschaut und um einen Euro reicher – Agentur Kids belohnt Fußgänger für ihre Aufmerksamkeit

Die Kreativagentur Kids hat für drei Tage ein geldspuckendes Plakat installiert. Das mobile Plakat hat mithilfe eines Sensors erkannt, welche Fußgänger vor dem Plakat stehenblieben und ihre Aufmerksamkeit mit Ein-Euro-Münzen belohnt. Ein Modell, das sich in der Außenwerbung kaum durchsetzen wird.

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Die Message ist klar: Verbraucher werden mit Werbung überschüttet, jede Marke versucht, einen Bruchteil ihrer Aufmerksamkeit zu erhaschen. Ganz gleich, ob die potenziellen Kunden wollen oder nicht. Eine Belohnung gibt es für die gestohlene Zeit und Reizüberflutung nicht – eher leere Geldbeutel, sollte sich ein Kunde denn für ein Produkt aus der Werbung erwärmt haben.

Kein Zustand, fand die Kreativagentur Kids und entschied, für die Verbraucher in die Bresche zu springen. Über drei Tage belohnte sie  aufmerksame Passanten in Berlin mit jeweils einem Euro, wenn sie einen Blick auf ein Plakat warfen. Insgesamt investierte die Agentur 600 Euro in Ein-Euro-Münzen. Erklärtes Ziel: Die Menschen daran zu erinnern, wie wertvoll ihre Zeit ist.

Ehrenhafte Mission oder Eigen-PR?

Ist das nun tatsächlich ein selbstloser, geradezu missionarischer Einsatz für die überforderten Konsumenten oder reine Selbstinszenierung? Was man zumindest anerkennen muss: Den Aufwand für diese Aktion hat Kids selbst getragen. Es gab keine Werbekunden, die die Aktion mitfinanziert hätten. „Uns Kids ist es wichtig, nicht nur im Auftrag von Kunden zu arbeiten, sondern immer wieder unsere eigenen Ideen zu realisieren“, sagt Nathalie Eggen, Account Director bei Kids. Könnte es sein, dass sich hinter der Aktion  eine Award-Kampagne verbirgt? Eggen kommentiert: „Awards interessieren uns ehrlich gesagt nicht wirklich, da ticken wir im Gegensatz zu klassischen Agenturen wohl etwas anders.“ Man habe mit dieser Aktion den Menschen ins Bewusstsein rufen wollen, dass Aufmerksamkeit  wertvoll ist, sagt sie.

Kids verteidigt die Aktion glaubwürdig, doch PR für die Agentur ist dabei dennoch herausgekommen – und zwar ganz ohne Belohnung. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

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