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Attraktiver machen für Werbekunden: Ein neuer Snapchat-Newsfeed und Öffnung von Snap Maps sollen dabei helfen

Snap-CEO Evan Spiegel rödelt fleißig in seiner Messenger-App Snapchat, um sie für ältere Zielgruppen und Werbekunden attraktiver zu machen. Das mittlerweile weitgehend ausgerollte Update sowie die Öffnung von Snap Maps betrifft auch die Medienpartner. Was sich nach den jüngsten Updates ändert, und wie Spiegel mehr Werbekunden für seinen Dienst gewinnen will.

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Nachdem Snapchat monatelang mehr oder weniger dabei zugesehen hatte, wie die Konkurrenz von Instagram und Facebook ihre Plattformen nach und nach um signifikante Elemente der einst so gehypten Messenger-App erweiterte, geht CEO Evan Spiegel mittlerweile in die Vollen. Snap arbeitet intensiv daran, die App für ältere – und damit kaufkräftigere – Zielgruppen wie auch Werbekunden attraktiver zu machen, und weiter zu wachsen. Erst am gestrigen Mittwoch verkündete der Aktienkonzern, Tools zur Reichweitenanalyse auch seinen „Creators“ – so nennt Snapchat seine Influencer – verfügbar zu machen. Am Dienstag dieser Woche gab das Unternehmen zudem die Öffnung von Snap Maps bekannt, die das Tool nun über den Browser verfügbar macht. Parallel rollt Snapchat sein neuestes, umfangreiches Update weiter aus. 40 Millionen der weltweit 187 Millionen täglichen Nutzer snappen nach Unternehmensangaben bereits in der neugestalteten App.

Während einigen Nutzern das neue Design so gar nicht gefällt, sie Petitionen aufsetzen und Anleitungen verbreiten, wie man zur alten Version zurückkehren kann, hält der Konzern an seinen Plänen fest. Das groß angelegte Update wie auch die Öffnung von Snap Maps haben derweil auch für Publisher, die Partner des Discover-Programms von Snapchat sind, Auswirkungen.

Neuer Newsfeed mit Influencern und Medienmarken sorgt zunächst für Traffic-Push

Mit dem Update hat Snapchat seine App in einen „Social“- und einen „Media“-Sektor unterteilt. Der linke Teil des Messengers, in dem schon immer die Chats mit Freunden lagen, wurde um die von ihnen öffentlich geteilten Snaps ergänzt. Um diese anzusehen, mussten Nutzer bislang einen anderen Feed öffnen, in den auch der Discover-Bereich integriert war. Diesen hat Snap vollständig überarbeitet und zeigt dort neben den Inhalten der Medien-Partner nun auch Stories zahlreicher Influencer an. Neue Nutzer hoffen die US-Amerikaner auch darüber zu gewinnen, dass nun jeder Stories entdecken kann, ohne sie zuvor gezielt abonniert haben zu müssen.

Die Anordnung der Inhalte erfolgt dabei variabel, abonnierte Kanäle werden zeitnah, aber nicht direkt als erstes im Feed angezeigt. Das führt grundsätzlich zu einer stets wechselnden Nutzerführung, von der sich Snapchat durch das Entdecken immer neuer Inhalte insgesamt eine höhere Verweildauer erhoffen dürfte.

Für Publisher wie auch die „Creators“ dürfte das zunächst zu einem Wachstum in der Reichweite führen. Nach den ersten Tagen mit breit ausgerolltem Update wird das von einzelnen Akteuren bereits bestätigt. Für sie gilt es, den Push zu nutzen, die zufällig und womöglich flüchtig im Kanal gelandeten Nutzer in Abonnenten und damit in Stammpublikum zu verwandeln, um so die für die Vermarktung so wichtige Verweildauer zu erhöhen. Als weiterer Vorteil gilt, dass veröffentlichte Stories nicht mehr zwingend nur 24 Stunden verfügbar sind. Publisher können nun entscheiden, ihre Editionen dauerhaft online zu lassen. Das bietet sich vor allem bei zeitlosen Stücken wie den monothematischen Spiegel-Online-Editionen am Wochenende oder auch den Economist-Editionen an.

Neue Nutzer gezielt in den eigenen Kanal zu locken, dürfte hingegen nicht automatisch einfacher werden. Durch das neue Konkurrenz-Umfeld befinden sich die Medienmarken in direkter Nachbarschaft mit offiziellen Kanälen wie Fußballvereinen (FC Liverpool, FC Bayern, Manchester United) oder einzelner Stars (Jerome Boateng, Kim Kardashian, Pietro Lombardi, uvm.). Für das ungeschulte Auge wirkt der Newsfeed möglicherweise umso unübersichtlicher.

Deshalb wird es immer wichtiger, aus der Masse herauszustechen. Publishern könnte das möglicherweise durch die stärkere Einbindung ihrer Corporate Identity gelingen. Neben den Logos versuchen bereits einige Redaktionen, durch den verstärkten Einsatz eigener Templates oder bestimmter Bild-Sprachen, eine eigene Handschrift zu etablieren. Von Bedeutung wird auch sein, wie schnell und in welche Richtung sich der von Snapchat hinterlegte Algorithmus entwickelt.

„Geo fencing“ fällt weg: Mit der Öffnung von Snap Maps öffnet Snapchat Ländergrenzen auch bei Discover

Seit dieser Woche macht Snapchat seine Map-Funktion nicht mehr nur innerhalb der App verfügbar, sondern stellt sie auch für den Browser bereit. Über die Maps lassen sich öffentliche Stories aus aller Welt aufrufen. Das ermöglicht Nutzern und nun ebenfalls Außenstehenden zu schauen, was gerade an bestimmten Orten passiert – beispielsweise bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea oder in der Hamburger Innenstadt. Mit der Browser-Version werden die weltweit produzierten Snaps zudem für Publisher zugänglich, die diese auf ihre eigenen Plattformen einbinden können. Das könnte sich vor allem in Nachrichtenlagen als nützlich erweisen. Damit zieht Snapchat quasi mit Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube gleich, die einen solchen Service bereits seit langer Zeit anbieten. Mit der Öffnung von Maps bietet Snapchat Publishern also einen deutlichen Mehrwert.

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