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Artificial Intelligence bei der SXSW 2017: Wird die menschliche Rasse von einem „signifikanten Problem“ bedroht?

Ein wichtiges Thema, das auf der SXSW heiß diskutiert wird, ist Artificial Intelligence (AI). Wie sich im vergangenen Jahr bereits angebahnt hat, geht es nun nicht mehr nur um das Ausloten potenzieller Möglichkeiten, sondern vielmehr um gesellschaftliche Frage- und Problemstellungen, die mit künstlicher Intelligenz einhergehen.

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Von Gastautor Christian Barth, SapientRazorfish 

Die großen Fragen lauten: Werden Bots oder Roboter in der Zukunft intelligenter sein als wir selbst? Lassen sie sich dann noch von uns steuern? Was bedeutet das für die Menschheit und die Gesellschaft? Holt uns tatsächlich die Voraussage von Science-Fiction Filmen wie Ex Machina oder iRobot ein?

Aktuell kennt man Artificial Intelligence vor allem durch Sprachassistenten wie Alexa und Siri oder durch Chatbots, die einfache Fragen beantworten können. Im Rahmen der SXSW werden jedoch alle Entwicklungsstufen künstlicher Intelligenz diskutiert. Das Spannungsfeld reicht von einfachen Best Practice Cases über Customer Services bis hin zu Zukunftsthemen wie AI Safety (Sicherheit). Angetrieben wird die Diskussion durch die „Explosion“ verfügbarer Daten und die Fortschritte im Bereich Machine/Deep Learning – also der Fähigkeit von Computern, aus Erfahrung zu lernen unter der Nutzung künstlicher neuronaler Netze, beispielsweise zur Spracherkennung, Gesichtserkennung etc.

Fast alle AI-Sessions in Austin wurden mit Zitaten namhafter Persönlichkeiten wie Bill Gates, Elon Musk oder Steve Wosniak eröffnet und setzten den Ton für eine kritische Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz. Elon Musk etwa hat zum Thema künstliche Intelligenz eine klare Haltung: „With AI, we are summoning the demon.“

AI in Aktion

Die Einsatzgebiete für künstliche Intelligenz sind vielfältig – Tendenz steigend. Anwendungsfälle, für die sich AI und Bots gut nutzen lassen, finden sich beispielsweise in der Reisebranche bei der Kommunikation von Flugverspätungen oder -ausfällen. Dank der schnellen Datensammlung und der „Gefühlslosigkeit“ der Bots, können diese hier häufig besser informieren und unterstützen als Menschen. Ein weiteres Anwendungsgebiet liegt im Bereich Brand Engagement: Bots werden zur Stimme von Unternehmen und übernehmen deren Kommunikation. Im Markenkontext haben Menschen meist recht einfache Fragen, die ein Bot gut bedienen kann. Die Herausforderung liegt darin, die richtige Tonalität zu treffen.

Einen weiteren Schritt zeigte SXSW-Redner Chris Messina, der Erfinder des #Hashtag. Er präsentierte seinen persönlichen Assistenten in Form eines Bots, den MessinaBot. Im Facebook Messenger beantwortet dieser Fragen über seinen „Chef“, macht Termine für ihn aus oder gibt Auskunft über die nächsten Konferenzen, bei denen Messina als Sprecher auftritt. Ein wirklich gutes Szenario, das zeigt, was aktuell machbar und sinnvoll ist.

Doch hier ist das Potenzial künstlicher Intelligenz noch lange nicht am Ende. Die nächste Evolutionsstufe steht schon in den Startlöchern: emotionale und kontextuelle AI-Bots, die menschlichen Werten folgen und fallabhängige Persönlichkeiten entwickeln. Dies ist sinnvoll, da eine universelle Personalität nicht zu jeder Situation oder zu jedem Gegenüber passt.

Grenzen der Intelligenz

Im Zuge dieser Zukunftsvisionen kommt das Thema gesellschaftliche Verantwortung auf den Tisch, das im Rahmen der diesjährigen SXSW stark diskutiert wird. Von allen Seiten wird versucht, auf die mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Anwendungen einhergehenden Problemstellungen und Herausforderungen für die Gesellschaft aufmerksam zu machen. Finale Antworten gibt es auf diese Fragen natürlich keine. Ich finde es aber gut und dringend geboten, Entwicklungen wie AI zu hinterfragen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen, so wie es in Austin getan wird.

Die SXSW: Ein Fazit

Die Konferenz ist und bleibt ein Eldorado für Tech-Unternehmen und Digital-Spezialisten. Was ich jedoch schade an der SXSW finde: Sie ist über die Jahre enorm gewachsen, das Angebot ist riesig. So aber auch die Anzahl der Besucher. Dies hat zur Folge, dass sich Menschenschlangen vor den interessanten Sessions bilden, und das bereits eine Stunde vor Beginn. Daher gehen die wirklich spannenden Themen eher unter – diese werden vermehrt in „Privaten Sessions“ präsentiert. Meiner Erfahrung nach ist äußerst hilfreich, wenn man über eine WhatsApp-Gruppe gut vernetzt ist und so die relevanten News erhält. Mein Ratschlag für Besucher der SXSW 2018: Hören Sie sich vorab um, wer sonst noch da ist, und tauschen Sie sich aus. Planen Sie nicht viel, das geht daneben, lassen Sie sich einfach treiben. Interessantes zu entdecken gibt es genug.

Zum Autor: Christian Barth ist seit Januar 2015 als Client Portfolio Director & Business Development Lead für den Ausbau des Bereichs Digital Brand Experience & Transformation in Kontinentaleuropa und die Führung internationaler Kunden in Deutschland und Südwesteuropa zuständig. Vor seinem Wechsel zu SapientRazorfish verantwortete Barth seit 2008 als Managing Director International den internationalen Ausbau der Serviceplan Gruppe.

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