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Apple Pay in Deutschland: Was Sie zum Start über den mobilen Bezahldienst wissen müssen

Deutschland ist das 32. Land, in dem Apple Pay nun verfügbar ist

Vier Jahre nach dem Start von Apple Pay in den USA ist der Dienst nun auch hierzulande verfügbar. Nach Google setzt damit das zweite große US-Unternehmen auf Mobile Payment. Wie das System funktioniert und wie sicher die Daten der Nutzer sind, beantwortet die absatzwirtschaft.

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Wie funktioniert Apples mobiles Bezahlsystem?

Apple Pay ist über iPhone oder Apple Watch verfügbar und soll vor allem eins sein: schneller als das herkömmliche Bezahlen mit Bargeld. Die Anmeldung läuft zunächst über die Wallet des Smartphones, wo der Nutzer im ersten Schritt seine Kredit- oder Debitkarte per Scan (oder manuell) hinterlegen muss. Je nach Bank sind weitere Schritte nötig, um den Service einzurichten. Künftige Transaktionen an der Kasse oder in den Apps laufen dann per Authentifizierung über Face-ID oder Finger-Print ab. Unter „Letzte Einkäufe“ kann man die Transaktionen einsehen. In Deutschland sind mittlerweile 820.000 Terminals so umgerüstet, dass sie kontaktloses Bezahlen unterstützen. Den Dienst gibt es bereits in 31 weiteren Ländern, darunter die Nachbarstaaten Belgien, Schweiz, Dänemark und Frankreich.

Laut Beschreibung des US-Unternehmens funktioniert das System zudem beim Shoppen im Internet über den Browser Safari. Der Nutzer müsse keinen Account erstellen oder Formulare ausfüllen. Das System ist zudem über die Funktion Touch-ID auf dem MacBook verfügbar.

Welche Partner sind dabei?

Ähnlich wie das im Juni gestartete Google Pay hat Apple zahlreiche Banken als Partner gewinnen können. Dazu zählen neben dem größten Kreditinstitut des Landes, die Deutsche Bank, auch Banken und Finanzdienstleister wie N26, die Hypo Vereinsbank und die Hanseatic Bank sowie American Express, Santander, bunq und boon. Für das kommende Jahr sind weitere Partner angekündigt, darunter die DKB und ING (hier die komplette Liste). Nicht dabei sind dagegen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die bislang auf eigene Bezahl-Apps setzen. iPhone-Nutzer gehen da allerdings leer aus, da das kontaktlose Bezahlen bislang nur für Smartphones mit dem Betriebssystem Android angeboten wird. Grund dafür ist unter anderem, dass die Apps auf iPhones nicht auf den NFC (Near Field Communication)-Funkchip zugreifen können. Es fehlen zudem andere relevante Banken wie die Commerzbank (Partner von Google Pay) und die Postbank. Auch eine Kooperation mit Paypal wird vermisst. Im Gegensatz dazu arbeitet Konkurrent Google seit Oktober mit dem US-Zahlungsdienst zusammen.

Im stationären Handel ist das bargeldlose Zahlen in Supermärkten, Boutiquen, Restaurants und Hotels möglich. Darunter sind Adidas, Lidl, Aldi, Ditsch, aber auch H&M, s.Oliver und Tchibo. Ebenfalls an Bord ist der deutsche Fußball-Rekordmeister. Im Stadion von Bayern München sollen die Zuschauer ab dem nächsten Heimspiel gegen RB Leipzig ihre Bratwurst mit Apple Pay bezahlen können. Hinzu kommen diverse Apps wie Flixbus, MyTaxi, Ryanair und foodora.

Wie sicher sind die Daten der Nutzer?

Eine der wichtigsten Fragen vieler Nutzer wird sein: Was passiert mit meinen Daten, die bei einer Zahlung übermittelt werden? Mastercard, ebenfalls Partner von Google Pay, erklärt den Sicherheits- und Datenschutzaspekt wie folgt:

Apple Pay basiert auf der sicheren Mastercard Digital Enablement Service (MDES) Plattform. MDES setzt die fortschrittlichsten Zahlungstechnologien – EMV, Tokenisierung, Kryptographie und Biometrie – ein, um den Schutz der Informationen der Karteninhaber zu garantieren. Wird eine Mastercard für das mobile Bezahlen mit Apple Pay verwendet, wird die tatsächliche Kartennummer weder auf dem Gerät noch auf den Apple-Servern gespeichert.

In der Praxis bedeutet dies: Sobald ein Nutzer seine Kreditkarte in der Apple-Wallet hinterlegt, wird statt der 16-stelligen Kartennummer ein Token erstellt, eine alternative Nummer. Diese wird mit dem Gerät verknüpft und lediglich für Bezahlvorgänge damit verwendet. Apple verweist darauf, dass das Unternehmen selbst keinerlei Daten speichert, die auf den Nutzer zurückzuführen seien. „So wird die Karten­nummer nie auf dem Gerät oder den Apple Servern gespeichert und Apple teilt sie beim Bezahlen auch niemals mit den Händlern“, betont der Konzern. Außerdem werde durch die Verwendung der Face-ID bzw. des Finger-Prints die Sicherheit der Methode erhöht.

Welche Geräte unterstützt die Technik?

Um den Service aus Cupertino im stationären Handel nutzen zu können, benötigt man allerdings ein iPhone 6, ein neueres Modell oder ein iPhone SE. Zusätzlich werden die Funktionen durch die gängigen Modelle des iPads unterstützt. Im Browser Safari kann Apple Pay bei jedem Mac benutzt werden, der seit 2012 vorgestellt wurde und mit dem Betriebssystem macOS Sierra ausgestattet ist.

Was bedeutet Apples Markteintritt für das Mobile Payment?

„Nur Bares ist Wahres“ war lange Zeit das Motto des deutschen Marktes. Korrekt ist das allerdings nicht mehr, wie eine Studie der Deutschen Bundesbank im vorigen Jahr gezeigt hat. Demnach sank die Bargeld-Quote bei Geldtransaktionen erstmals unter 50-Prozent. Lediglich 47,6 Prozent der Zahlungen wurden bar beglichen. Zum Start in Deutschland können nur Kredit- und Debitkarten in Apple Pay eingebunden werden. Die gängige oft genutzte Girocard fehlt allerdings noch, da deren Integration in einen Smartphone-Bezahldienst mehr Aufwand bedeutet. Kreditkarten sind hierzulande noch immer wenig verbreitet. Laut der Bundesbank-Studie aus 2017 besitzen nur 36 Prozent der Verbraucher eine Kreditkarte, aber 98 Prozent eine Debitkarte. Die Nutzung beider Karten hat in den vergangenen Jahren zugenommen.

Dass mit Google und Apple nun zwei große Tech-Konzerne auf Mobile Payment setzen, könnte dazu führen, dass das Verfahren auch für die Nutzer attraktiver wird. „Es gilt im Kern die drei Pole jeweils optimal zu befriedigen: Kunden, Händler und die Anbieter müssen einen Mehrwert im Verfahren erkennen. Im Kern macht es ja keinem Kunden wirklich Spaß zu zahlen, der Schmerz lässt sich höchstens durch Reibungslosigkeit und Mehrwertdienste mildern“, betont Oliver Bohl vom BVDW gegenüber MEEDIA. „Zudem erwarten Kunden eine Vielzahl an Akzeptanzstellen und differenzieren nur bedingt zwischen stationärem und Distanz-Handel. In dieser Verzahnung und dem vereinheitlichten Prozess besteht auch durchaus eine Chance, wenn man es denn schafft weitere Benefits und Händlerreichweite aufzubauen.“ Die generelle Verschiebung von stationären Handel in den Online-Sektor begünstige das Verfahren zusätzlich.

Außerdem spiele aus seiner Sicht der Ausbau der Bankpartner eine wichtige Rolle.  „Die mit Apple Pay einhergehende ‚Kreditkartenpflicht‘ erscheint erstmal schwierig für den deutschen Markt, andererseits wendet sich Apple an die eigenen Nutzer“, so Bohl. Diese hätten in der Regel für die Nutzung des App-Stores bereits eine Kreditkarte hinterlegen müssen. Dennoch fehlten bei der Unterstützung aktuell noch einige große Banken im deutschen Markt. „Hier erscheint ein weiterer Ausbau wichtig, um möglichst reibungslos und flächendeckend Nutzer begeistern zu können.“

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