Suche

Anzeige

Anmeldeverfahren beeinflusst Googles Social-Media-Statistik

Durch eine Änderung im Anmeldeverfahren Ende 2011 erhält jeder neue Nutzer eines Google-Dienstes automatisch einen Google-plus-Account, wie „Ars Technica“ berichtet. Das lässt die spektakulären Nutzerzahlen, die das Unternehmen jüngst veröffentlicht hat, in einem anderen Licht erscheinen. Die Erhebung der Aktivität der Nutzer des Facebook-Rivalen wirft ebenfalls Fragen auf. „Daten für Google+ zu erheben, ist äußerst schwierig“, sagt Stefan Schär, CEO von Social Media Schweiz. Der Konzern operiere traditionell nicht mit Zahlen für die eigenen Produkte. Diese intransparente Politik werfe Fragen auf.

Anzeige

Von 90 Millionen Google-plus-Nutzern hat die Konzernleitung unlängst gesprochen. Dass das neue Anmeldeverfahren, das seit November 2011 in Kraft ist, einen großen Teil zu dieser beeindruckenden Nutzerzahl beigetragen hat, wurde dabei nicht erwähnt. Die Anmeldemodalitäten wurden laut Google nur aus Gründen der Nutzerfreundlichkeit eingeführt. Google-Kunden sollen mit einem einzigen Account Zugriff auf alle ihre Google-Anwendungen erhalten. „Das automatische Anlegen von Google-plus-Accounts ist fragwürdig. Google steht, was Social Media angeht, unter großem Zugzwang und will den Erfolg mit allen Mitteln herbeiführen“, erklärt Schär.

Auch die Zahlen, die Google zur Aktivität der Nutzer auf Google+ veröffentlicht hat, erweisen sich bei näherer Betrachtung als wenig belastbar. 60 Prozent der Nutzer sollen sich laut Konzernleitung mindestens einmal pro Tag einloggen. Auf Nachfrage von Journalisten musste Google zugeben, dass sich diese Rate auf sämtliche Google-Angebote bezieht. Gesonderte Zahlen für Google+ werden laut Aussage des Suchmaschinen-Konzerns gar nicht erhoben. Social-Media-Experte Schär kommentiert: „Ein Medium ist nur attraktiv, wenn sich Leute dort aufhalten. Wachstumsraten bedeuten gesteigerte Attraktivität. Die Wahrheit kommt aber ans Licht. Über außenstehende Dienstleister kann eine realistische Einschätzung gelingen.“ Trickreiche Nutzer haben bereits Wege gefunden, das automatische Anlegen eines Google-plus-Accounts zu verhindern. User, die sich durch ein falsches Geburtsdatum jünger machen, können die Erstellung eines Goolge-plus-Profils umgehen, da Google-plus-User derzeit mindestens 13 Jahre alt sein müssen. pte

Anzeige

Absatzwirtschaft Newsletter

absatzwirtschaft Newsletter schon abonniert?

Newsticker

Rekordstrafe gegen Google: US-Konzern will gegen EU-Entscheid wegen Android-Betriebssystem vorgehen

4,34 Milliarden Euro, Rekord. Damit setzt EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager zum bisher härtesten Eingriff…

WeChat-Expertin: „Ich warne davor zu behaupten, dass WeChat im Westen gescheitert sei“

Janette Lajara hat mehrere Jahre in China gelebt und dort für OSK das…

Snapshot: Warum das lineare Fernsehen keine Zukunft hat und Netflix & Co auf der Überholspur sind

Die aktuelle Snapshot-Umfrage unter Marketing- und Kommunikationsprofis zeigt, dass Netflix und anderen Streamingdiensten…

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige