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Anglizismen in Geschäftsberichten gesetzeswidrig?

Die Geschäftsberichte deutscher Unternehmen enthalten eine Fülle englischer Begriffe. Damit verstoßen die Firmen vermutlich gegen das Aktien- und Handelsgesetz, wie Wissenschaftler am Institut für Wirtschaftsprüfung der Universität des Saarlandes herausgefunden haben. In einer empirischen Studie untersuchten sie die Geschäftsberichte der „DAX 30“-Unternehmen aus dem Jahr 2009 und nahmen dabei insbesondere englische Wörter unter die Lupe.

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Der DAX 30 umfasst die wichtigsten deutschen Unternehmen aus klassischen Industriezweigen, dem Dienstleistungssektor und der Technologie-Branche. Paragraf 244 des deutschen Handelsgesetzbuches verlangt, dass der Jahresabschluss in deutscher Sprache und in Euro aufzustellen ist. Außerdem wird im Aktiengesetz (Paragraf 400 Abs. 1 Nr. 1) unter Strafe gestellt, wenn eine Aktiengesellschaft „Darstellungen oder Übersichten über den Vermögensstand, in Vorträgen oder Auskünften in der Hauptversammlung unrichtig wiedergibt oder verschleiert“.

Professor Michael Olbrich, der das Institut für Wirtschaftsprüfung an der Universität des Saarlandes leitet, ist der Auffassung, dass alle von ihm untersuchten Geschäftsberichte der DAX-30-Unternehmen gegen diese Gesetzesartikel verstoßen. Die Financial Times Deutschland zitiert den Wissenschaftler mit der Aussage, der Verdacht liege nahe, dass die Konzerne dadurch einige Dinge in den Geschäftsberichten undurchsichtig machen wollten. Denn die Leser müssten pro Geschäftsbericht-Seite durchschnittlich 14 englische Vokabeln übersetzen, um den Text zu verstehen. Als herausragende Beispiele nennt Olbrich die Deutsche Bank, Siemens, SAP und die Deutsche Börse: Mehr als fünf Prozent aller Wörter in den Berichten dieser Unternehmen entstammten der englischen Sprache.

www.iwp.uni-saarland.de

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