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Analyse der Konsummuster in Europa

Die Einkommen der Menschen, die in Europa leben, variieren sehr stark. Entsprechend groß sind die Unterschiede in den Konsummustern und den Kaufkraftanteilen der Sortimente. Das Marktforschungsunternehmen Gesellschaft für Konsumforschung Geomarketing (GfK Geomarketing) veröffentlicht erstmalig eine Studie zur „Kaufkraft für Sortimente“ im Einzelhandel für europäische Länder. Sie stellt das Nachfragepotenzial einer Region für den stationären Einzelhandel und Versandhandel im Food- und Non-Food-Bereich dar. Die Daten erlauben Einzelhändlern eine genaue Bemessung des Gesamtmarktpotenzials in einer Region.

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Typischerweise geben Menschen mit einem geringen Einkommen einen größeren Anteil für den täglichen Bedarf aus, vor allem für Lebensmittel. Der Anteil von Luxussortimenten wie Schmuck oder Unterhaltungselektronik steigt mit der Höhe der durchschnittlichen regionalen Einkommen. Allerdings ist der Anstieg nicht linear, denn oft wird ein großer Anteil von höheren Einkommen für Ausgaben außerhalb des Einzelhandels wie etwa Mieten, Reisen oder andere Dienstleistungen und Versicherungen aufgewendet. Veröffentlicht haben die GfK-Marktforscher Kaufkraftdaten zu Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik. In Tschechien beispielsweise werden der Studie zufolge etwa 35 Prozent der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft für Lebensmittel ausgegeben, in Österreich hingegen sind es 30,1 Prozent und in Deutschland nur 26,1 Prozent. Bei den Ausgaben für Gesundheits- und Körperpflege seien die Österreicher Spitzenreiter (568 Euro je Einwohner) vor den Deutschen (389 Euro) und den Tschechen (249 Euro).

In Deutschland seien die Einwohner besonders technikaffin. Die Konsumenten gäben 8,2 Prozent ihrer einzelhandelsrelevanten Kaufkraft (415 Euro je Einwohner) für Unterhaltungselektronik, elektronische Medien, Informations- und Telekommunikationstechnologien aus. Zum Vergleich: In Österreich seien es 5,9 Prozent (336 Euro) und in der Tschechischen Republik 4,9 Prozent (137 Euro). Obwohl die Kaufkraftdaten nicht inflationsbereinigt seien und einen Lebenshaltungskostenindex nicht berücksichtigten, wirkten sich dennoch bei dieser Studie im Ländervergleich regionale Preisniveaus aus: Beispielsweise führten die höheren Preise für Zigaretten in Deutschland und Österreich zu einem im Vergleich zu Tschechien höheren Anteil der Ausgaben für Tabakwaren.

Die höchsten Ausgaben für Nahrungs- und Genussmittel bei den Bezirken werden nach GfK-Angaben in Wien getätigt, die geringsten im Bezirk Zwettl. In der österreichischen Metropole, die wiederum in zehn „Kaufkraft-Bezirke“ unterteilt ist, seien jedoch die Höhen der Ausgaben für das baumarktspezifische Sortiment nur auf durchschnittlichem Niveau (9,2 Prozent), während die Bewohner Güssings bei einer wesentlich geringeren einzelhandelsrelevanten Kaufkraft deutlich mehr für dieses Sortiment ausgäben (12,9 Prozent). Ein weiteres Beispiel: Obwohl die Einwohner des Bezirks Murau „nur“ 5 100 Euro für Konsumausgaben zur Verfügung hätten, gäben sie 148 Euro für Elektrohaushaltsgeräte aus. Das entspreche 2,9 Prozent ihrer Konsumausgaben, während dieser Wert für ganz Österreich 2,66 Prozent betrage. Für die Tschechische Republik konnten bei den Ausgaben für Gesundheits- und Körperpflege kaum regionale Unterschiede festgestellt werden – im Gegensatz zu den Ausgaben für Bekleidung: Die höchsten Ausgaben seien in den großen Zentren wie Prag, Pilsen und Brün festgestellt worden. Ein ähnliches Bild zeige sich bei den Ausgaben für Unterhaltungselektronik, elektronische Medien sowie Informations- und Telekommunikations-Technologien, die sich besonders in der Hauptstadtregion um Prag konzentrierten.

www.gfk-geomarketing.de

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