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Amazon Dash startet in Deutschland: Handelsexperte kritisiert fehlende Preis- und Warentransparenz

Amazon Dash soll das Einkaufen leichter machen

Der Internethändler Amazon hat nun auch den Bestell-Knopf Dash Button in Deutschland eingeführt. Erik Maier, Inhaber der Juniorprofessur für Handels- und Multi-Channel-Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management sieht dem Dash-Button positiv entgegen, weist aber darauf hin, dass die Preis- und Warentransparenz beim Kauf über eine derartige Vereinfachungen verloren geht.

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Ein Kommentar von Erik Maier, Inhaber der Juniorprofessur für Handels- und Multi-Channel-Management an der HHL Leipzig Graduate School of Management

Die Bestellung über Dash funktioniert mit einem Knopf, der im eigenen WLAN hängt. Wird er gedrückt, wird automatisch ein eingestelltes Produkt bei Amazon bestellt. Waschmittel, Hundefutter und andere Verbrauchsgüter sollen sich nach diesem Prinzip einfacher denn je ordern lassen.

Dash Buttons ersparen Amazon Marketingkosten

Bei der Beurteilung des kleine, festklebenden WLAN-Knopfes von Amazon muss man zwischen dem Versandhändler Amazon und den Konsumenten unterscheiden. Aus Sicht von Amazon kann die Einführung des Dash Button eine durchaus sinnvolle Entscheidung sein, da die Kundengewinnungskosten im Online-Handel, beispielsweise durch die Werbung bei Google, sehr hoch sind. Gerade durch diese hohen Kosten ist es sinnvoll, einmal gewonnene Kunden so lange wie möglich zu halten. Durch den vereinfachten Kauf, etwas durch den Dash Button, kann es sein, dass Kunden einfacher wieder kaufen und dementsprechend, im Falle von Amazon, Marketingkosten eingespart werden können.

Führt der Button zum Kaufzwang?

Aus Sicht der Kunden sind Dash Buttons nicht per se negativ zu beurteilen, da kein Kaufzwang entsteht. Kritischer zu sehen ist hingegen die Preis- und Warentransparenz beim Kauf über derartige Vereinfachungen. Normalerweise informiere ich mich beim Kauf im Internet oder im Handel über den Preis und die Spezifikation der Ware. Beim Kauf über den Dash Button erhalte ich erst nach Erhalt der Ware Informationen zum Preis oder zur Produktqualität. Daher führen Dash Buttons zu einer gewissen Intransparenz in puncto Preis und Warenspezifikation.

Dash Buttons oder Abo-Modelle bald auch für Lebensmittel?

Jun Prof Dr Erik Maier_Juniorprofessur fuer Handels- und Multi-Channel-Management an der HHL_Fotoquelle HHLGerade bei Produkten, bei denen es häufig zu Wiederkäufen kommt, wie beispielsweise Reinigungsmitteln, Rasierklingen oder Tiernahrung, wird die Nutzung von Dash Buttons oder Abo-Modellen zunehmen. Interessant werden derartige Modelle sicherlich auch bei Lebensmitteln, wo wir das heute noch nicht vorfinden. Die meisten Konsumenten benötigen regelmäßig eine bestimmte Quantität von Milch, Eiern oder anderen Nahrungsmitteln. Für Händler könnte es interessant sein, Abo- oder automatisierte Liefermodelle zu entwickeln, die Kunden vereinfacht mit diesen Lebensmitteln versorgen, ohne das extra Bestellvorgänge eingeleitet werden müssen. Fraglich bleibt, ob wir wieder zum Milchmann zurückkommen, der einmal pro Tag die frische Milch hinstellt oder ob diese Modelle eine gewisse Flexibilität bieten werden, wie es das Beispiel Amazon Dash Button zeigt.

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