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Alles unter einem Hut mit offenen Standards

Der Innovationsstau in der Technologie-Branche löst sich auf, wie Volker Smid als Vorsitzender der Hewlett-Packard-Geschäftsführung bei der Fachkonferenz VoIP + IP Germany resümiert. Nach Informationen von Gunnar Sohn, Chefredakteur des Online-Nachrichtendienstes „Neue Nachricht“, sieht er Chancen für neues Wachstum, da die meisten deutschen Unternehmen gestärkt aus der Krise gekommen seien. Jetzt gehe es darum, Handlungsspielräume für neues Wachstum zu entwickeln.

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Beim Zusammenwachsen von Telekommunikation und IT schreibe Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth Innovationen eine besondere Rolle zu: „Die Kommunikations- und Informationsbranche bietet einen beachtlichen Spielraum für Innovationen und befindet sich in einem stetigen Wandel.“ Sie habe im Mobilfunk und Internet Millionen von Arbeitsplätzen geschaffen, das private Konsumverhalten, aber auch die Wirtschaft insgesamt grundlegend verändert. Die innovativen Impulse beim Zusammenwachsen der Telekommunikationsmärkte mit den IT-Märkten seien bei weitem noch nicht erschöpft.

Um das zu erreichen, müsse man sich die sehr unterschiedlichen Geschäftsprozesse in Unternehmen genau anschauen, betonte auch Jürgen Engelhard von Aastra. Branchenübergreifend könne man nicht sagen, dass das immer nach dem gleichen Schema läuft. Beim Einsatz von Unified Communications-Lösungen müsse man daher individuell prüfen, was sinnvoll ist und was nicht. Nicht jeder Mitarbeiter benötige alle Anwendungsmöglichkeiten, die Unified Communications heute bietet. Im Schnitt seien es zwei bis drei Dienste, die in Firmen von jedem Mitarbeiter wirklich vonnöten seien. Sofern Kommunikationsabläufe vereinfacht und verbessert werden sollen, dürften Nutzer nicht mit Applikationen überfrachtet werden.

Die Vereinigung von Web, Festnetz, Mobilfunk, Videokonferenzen und Kollaborationstools könne nur gelingen, wenn mit offenen Standards gearbeitet würde und diese in die bestehende Technikwelt integriert würden. Engelhard verglich die Anforderungen der Offenheit mit einer Kompaktanlage für Musik, wie sie vor zwanzig oder dreißig Jahren populär war: „Es gab einen Lautstärkeregler, einen Bassregler, einen Höhenregler und man konnte damit Plattenspieler, Kassettendeck und Radio bedienen. Damit war man allerdings nicht flexibel genug, wenn man ein neues Gerät anschaffen wollte.“ Auch habe man sich nicht dafür entscheiden können, von jeder Komponente nur das Beste zu kaufen oder nach persönlichen Vorlieben zu nutzen. Folglich würde es auch bei Unified Communications nicht nur eine Lösung geben, die den sehr unterschiedlichen Anforderungen der Geschäftswelt gerecht werden kann.

Bernhard Steimel, Sprecher der Smart Service Initiative, empfiehlt Anbietern von Kommunikationstechnologie die Lektüre des Buches von Geoffrey Moore: „Er hat in seinem Werk ‚Crossing the Chasm‘ wichtige Aspekte für den Geschäftskundenmarkt thematisiert. Man sollte sich in die Lage der wichtigsten Kunden versetzen und wissen, wo der Schuh wirklich drückt. Zum Beispiel: Wie kann man die Erreichbarkeit von Außendienstmitarbeiter steigern, sie in Kommunikationsprozesse besser integrieren und bei Kundenterminen mit
Kundendaten versorgen, ohne dass ständig Rückfragen im Vertriebsinnendienst stattfinden? Oder wie kann man die hohen Roamingkosten speziell bei Auslandsreisen senken und den Geräte-Zoo aus Notebook, Handy, Bürotelefon etc. reduzieren?“ Nur dann würden sich Unified Communications-Lösungen bei kleinen, mittleren und großen Unternehmen durchsetzen.

Weiterhin sollte man sich damit beschäftigen, was das gesamte Produkt aus Sicht der Zielgruppe ist – meist mehr als nur die Lösung und Dienstleistung, die man selbst anbietet. „Und last but not least, muss man die Partner am Markt identifizieren, mit denen man diesen ‚vollständigen‘ Service abbilden kann“, erklärt Steimel. Die größte Herausforderung für das Management heiße Fokussierung. Welches Kundensegment sollte man als erstes erobern, wo schafft man den Einstieg in den Mittelstand, um erste Leuchttürme aufzubauen?

Potenzial für Kommunikationsnetzwerke sieht Intel-Geschäftsführer Hannes Schwaderer in der Industrie. „Kommunikationsnetzwerke verbinden heute nicht nur Menschen miteinander, sondern zunehmend auch technische Geräte des alltäglichen Gebrauchs und natürlich Maschinen, die in der Industrie zum Einsatz kommen. Der Trend geht ganz klar hin zu ‚intelligenten Maschinen‘, die sowohl untereinander, als auch mit den Kommunikationsmedien der Anwender vernetzt sind.“

www.ne-na.de

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