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Agiles Arbeiten: Warum das Ende des Home Office naht

Die Möglichkeit zum Home Office sind rückläufig. Aber warum?

Vor über 25 Jahren wurde das Home Office zum ersten Mal eingeführt und erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Doch jetzt sollen die Mitarbeiter wieder ins Büro, um die Alltagskommunikation zu verbessern.

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Von Gastautor Stefan Häseli

IBM war damals – 1980 – der Vorreiter, viele Unternehmen zogen nach. Das Home Office ist mittlerweile gang und gäbe. Eigentlich war und ist es doch auch eine gute Idee. Keine langen Arbeitswege, keine verstopften Straßen oder überfüllte öffentliche Verkehrsmittel mehr. Stattdessen dort arbeiten, wo man sich wohlfühlt. Zwischendurch mal die Kinder aus der Schule holen, das Mittagessen kochen oder die kranke Schwiegermutter besuchen, alles kein Problem. Solange die Arbeit gewissenhaft erledigt wird. Aber dafür lassen sich ja Richtlinien festlegen und Zeiten vereinbaren, in denen man für Kollegen und Vorgesetzte erreichbar ist. Und doch bleibt eine Sache auf der Strecke: Die alltägliche Kommunikation im Büro.

Mehr Kreativität im Büro

Ein inspirierendes Miteinander, reger Gedankenaustausch und ein fröhliches Umfeld prägen im Idealfall den Büroalltag – und tragen maßgeblich zur Kreativität bei. Das kann freilich zu Hause auf dem Sofa oder im kleinen Heim-Büro gar nicht gegeben sein. Selbst das alltägliche Telefongespräch oder die Skype-Konferenz machen das nicht wett. Wir Menschen brauchen soziale Kontakte, eine merkliche Anerkennung und Wertschätzung sowie eine gewisse Verbundenheit zum Unternehmen. Führungskräfte verlieren unterdessen schnell mal den Überblick, was die eigenen Mitarbeiter zu Hause eigentlich so machen. Hier käme das Vertrauen ins Spiel. Viele Unternehmen halten Kontrolle jedoch für die bessere Option…

Teamwork statt Einzelkämpfer

Dass viele Firmen ihre Angestellten wieder im Büro präsent sehen wollen, liegt auch am unausweichlichen Trend der Agilität. Agiles Arbeiten gewinnt immer mehr an Zuspruch und steht mittlerweile gleichbedeutend für einen teambasierten Ansatz. Weg von den Einzelkämpfern, hin zu Teamwork. Agile Teams arbeiten cross-funktional und fachübergreifend zusammen, was durch die räumliche Nähe auch ideal funktionieren kann. Entscheidungen werden schneller gefällt, es herrscht Transparenz und Wissensteilung. Ständige Feedbacks verbessern die Arbeit stetig. Und dazu die verbesserte Kommunikation. Denn die Alltagskommunikation unterscheidet sich essentiell von E-Mail-, Telefon- oder Skypegesprächen. Im „klassischen“ persönlichen Gespräch sind wir automatisch viel emotionaler, spontaner und nachlässiger. Unsere Sprache variiert dabei, je nachdem mit wem wir im Dialog stehen und in welcher Rolle wir uns befinden. Und: Wir müssen immer präsent sein. Das bedeutet, wir konzentrieren uns auf den Moment, nehmen den Gesprächspartner ernst und interessieren uns wirklich für die Probleme des anderen. Das klappt nun mal am besten von Angesicht zu Angesicht. Keine E-Mail und kein (Skype-) Telefonat ersetzen das. Anhand seiner Körpersprache deuten wir, ob wir ihm vertrauen können.

Kombination der Arbeitsformen

Aber bedeutet das auch gleich das Ende des Home Office? Natürlich gibt es in dieser Debatte nicht nur Home Office und nur Büroarbeit. Denn ein paar Tage Home Office können durchaus förderlich für die Arbeit sein, um dann wiederum ein paar Tage im Büro mit den Kollegen zu verbringen und effektiv im Team zu arbeiten. Diese Abwechslung von Bürokommunikation und stillem Einzelarbeiten im Wohlfühl-Umfeld könnte für Viele der perfekte Kompromiss sein. Gerade bei agilen Teams ist Selbstverantwortung ein entscheidendes Stichwort. Deshalb sollten die Mitarbeiter selbst entscheiden können. Eine Win-Win Situation – für Unternehmen und Mitarbeiter.

Zuerst erschienen bei Marconomy

Zum Autor: Stefan Häseli regt als internationaler Speaker dazu an, wirkungsvolle Kommunikation im Alltag mit Spaß zu erleben. Dazu ist er Autor von zahlreichen Büchern und bekannt als Ratgeber in Radio- und TV-Sendungen.

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Kommentare

  1. Wahnsinn, was für kluge Leute es gibt. Jeder, der auch nur halbwegs in der Firmenpraxis arbeitet und damit zu tun hat, hat schnell gemerkt, warum die tollen Visionen nicht so wolkig funktionierten. Deshalb hat es sich auch nicht flächendeckend in der Praxis durchgesetzt. Für die Berater war es immer eine tolle unreflektierte Vision, mit der man glänzen kann, ohne beweisen zu müssen, dass es funktioniert. Dass jetzt auch die Berater endlich die Untauglichkeit für die Praxis erkannt haben hat lange gedauert. Jetzt können die Gurus der Branche uns wieder belehren über Dinge, die wir eh schon wussten, ohne dazu sagen zu müssen, dass sie Bullshit erzählt und dafür immer viel Geld kassiert haben. The Bullshit goes on. Hoch lebe die praxisfremden untauglichen und wenig differenzierten Ideen der Oberlehrer-Berater in Funk, Fernsehen und Fachzeitschriften!

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