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Acht Fragen an Philipp Westermeyer, Online Marketing Rockstars

Welche Themen bestimmen die Zukunft des Digitalmarketing? Welche Qualifikationen braucht die Branche? absatzwirtschaft.de hat den Internet-Unternehmer und Online Marketing Rockstar Philipp Westermeyer gefragt.

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Mit den Online Marketing Rockstars veranstaltet Philipp Westermeyer seit einigen Jahren einen der wichtigsten Digitalevents in Deutschland. Mit der Adtech-Firma Metrigo, einem Spezialisten für Performance- und Display-Marketing, gehört der Co-Gründer außerdem seit März zum Portfolio vom eCommerce-Riesen Zalando. 

Was sind die in ihren Augen am meisten unterschätzen Entwicklungen im Online-Marketing?
Die Möglichkeiten über riesige soziale Plattformen wie Youtube, Facebook oder Instagram Werbung günstig zu skalieren, und dass es sich lohnen könnte, sehr lange an trockenen Themen wie Creative, Gebotsstrategie oder individuellen Engagement-Kennzahlen zu tüfteln.

Wie ändern sich dadurch die Anforderungen an Agenturen?
Die Agenturen werden deutlich kleinteiliger arbeiten müssen und damit teurer und effizienter – oder die Kundenzufriedenheit wird sinken.

Wie sieht die Wirklichkeit hier im Moment aus?
Ich glaube das ist individuell sehr verschieden. Wie immer werden irgendwo große Budgets sinnlos versenkt und woanders machen Leute einen guten Job. Man muss vermutlich davon ausgehen, dass es erstmal eine Phase gibt, wo viel Geld sinnlos verschüttet wird, weil die Intransparenz höher wird.

Studien prophezeien der Automatisierung von Werbung eine glorreiche Zukunft. Wie sehen Sie das?
Für alle standardisierten Formate wird sich die programmatische Abwicklung sicher weiter durchsetzen. Insbesondere im datengetrieben Performancebereich und im eCommerce bietet RTA große Chancen.

Was bedeutet das für Werbungtreibende, Mediaagenturen und Publisher?
Das Thema bietet für alle Marktteilnehmer gute Chancen. Nur das Timing dieser Chancen und Vorteile scheint nicht für alle Teilnehmer gleich zu sein. Momentan profitieren davon Agenturen und ausgewählte Werbetreibende sowie ad tech Firmen wie Criteo. Publisher wiederum sind bei allen Chancen aktuell erstmal die zweiten Sieger. Bis auch sie wirklich Verbesserungen wahrnehmen werden, wird es noch eine Weile dauern. Derzeit dürfte es nur für Reichweiten-Publisher überhaupt spannend sein.

Welcher Beruf wird im digitalen Marketing in der Zukunft besonders wichtig?
Benötigt werden insbsondere Business Intelligence-Leute, die neue Kennzahlen für die jeweiligen Firmen entdecken und durchsetzen. Daneben wird der Bedarf an Entwicklern mit kommerziellem und Marketing-Interesse steigen, die tiefer in technische Prozesse einsteigen können oder umgekehrt.

Auf welche Qualifikationen sollten Einsteiger heute setzen?
Ein gutes technisches Verständnis wird zunehmend wichtig. Flexibilität ist unabdingbar, da die Branche ständig in Bewegung ist. Ohne Neugier auf neue Entwicklungen verliert man schnell den Anschluss.

Welche Erkenntnisse aus der Branche haben Sie in letzter Zeit besonders beeindruckt und wieso?

Man liegt sicher nicht falsch, wenn man genau verfolgt, wie Amazon generell vorgeht oder wie viel Aufmerksamkeit Firmen, bei denen Marketing Kernwertschöpfung bedeutet, auf das Thema setzen. Zalando ist da zurecht ein gerne genommenes Beispiel für Experimentierfreude, Testing und Skalierung, sobald etwas anschlägt.

Ich schaue mir aber auch gerne an, wie amerikanische Medien-Firmen wie Businessinsider arbeiten, um Nutzer zu akquirieren und zu halten. Ansonsten kann ich jedem den Vortrag von Gary Vaynerchuck empfehlen, den er kürzlich auf unserer Online Marketing Rockstars-Konferenz gehalten hat: Er ist unterhaltsam, smart und trifft bei vielen Thesen wie Arbitrage und der Dynamik, mit der man neue Plattformen angehen sollte, ins Schwarze, wie ich finde.

asw-schwerpunkt: In dieser Woche widmet sich absatzwirtschaft.de dem Thema „Digitalmarketing.“ Dabei beleuchten wir jeden morgen einen Aspekt des Themas aus Theorie und Praxis, stellen aktuelle Studien vor und befragen Experten.

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