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Abschied von Marcel Reich-Ranicki, eine Raute im Wahlkampf und Starbucks-Filialen ohne Cowboys

Via Twitter erfuhr die Welt vom Tode des wohl bekanntesten deutschen Literaturkritikers. Marcel Reich-Ranicki starb im Alter von 93 Jahren. Wer soll Deutschland jetzt für Literatur begeistern? Im Wahlkampf geht jetzt auch um Gestik: Raute und Mittelfinger kämpfen um die Aufmerksamkeit. Und Starbucks zieht halbe Konsequenzen aus dem Washingtoner Amoklauf.

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Von Johannes Steger

Abschied von Marcel Reich-Ranicki

„Marcel Reich-Ranicki ist im Alter von 93 Jahren gestorben“ – gab FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher via Twitter bekannt. Zeit seines Lebens wurde Reich-Ranicki für seine treffenden und scharfzüngigen Urteile gefürchtet, aber auch hoch geschätzt. Mit nur zwei Sätzen konnte er ein Buch epischen Ausmaßes auseinandernehmen oder sich dafür begeistern. Er war Zeitzeuge, Literaturkritiker und ein begnadeter Unterhalter. Unvergessen auch sein Auftritt beim Deutschen Fernsehpreis 2008, als er den Ehrenpreis während der Live-Übertragung ablehnte und das vorangegangene Programm der Veranstaltung als „Blödsinn“ bezeichnete. Dafür gab es viel Beifall. So viel Rückgrat sieht man selten. Zum Abschied gedenken viele Zeitschriften und Kollegen. Für viele war Reich-Ranicki der Papst der deutschen Literatur. Doch stirbt ein Papst, wird ein neuer gewählt. Dieser Thron aber bleibt wohl unbesetzt.

Der Aufreger der Woche: Von der Raute zum Mittelfinger

Die Merkel-Raute versprach, die gesamte Aufmerksamkeit mal wieder nur auf die Kanzlerin zu lenken. Gemein, mag sich da SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gedacht haben und wollte vielleicht auch eine eigene Geste für sich beanspruchen. Im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ posierte er für das beliebte „Interview ohne Worte“. Dabei streckte Steinbrück unter anderem auch seinen Mittelfinger in die Kamera, der es dann auch natürlich auf das Cover schaffte. „Skandalös!“ „Mutig!“ „Peinlich!“ „Rücktritt!“ „Egal!“ – das Spektrum der Reaktionen war groß, genauso wie die Aufmerksamkeit. Einen eigenen Tumblr-Blog gab es oben drauf und die Werbeabteilung von Sixt ließ sich das natürlich auch nicht entgehen. Doch die Raute ist mal wieder weiter: In Berlin ist sie jetzt sogar ein wächserndes Denkmal. Bei Madame Tussauds steht nämlich seit Donnerstag schon die zweite Wachsfigur der Kanzlerin – mit Raute.


Die Highlights der Woche auf absatzwirtschaft.de:

>>>Online-Marketing-Experten einig über hohen Stellenwert der Kreation

>>>SPD betont die Qualitäten der Kanzlerin

>>>Modellvielfalt bremst die Pkw-Nachfrage


Einsicht der Woche: Starbucks will keine Schusswaffen mehr im Laden

Keine Pistole mehr zum Iced Moccachino: In den Filialen der Kaffeekette sind Schusswaffen nicht mehr erwünscht. Das war nicht immer so: Vorher richtete sich das Unternehmen nach den Vorschriften des jeweiligen Bundesstaates. Wo in der Öffentlichkeit das Tragen von Schusswaffen erlaubt ist, durfte man dies auch in der Starbucks-Filiale tun. Waffenfreunden gefiel das natürlich. Als Gegner zum Boykott aufriefen, sagten die Befürworter der Kette ihre Treue zu (I Love Guns And Coffee ). Für die Marke natürlich nicht die beste PR. Doch bisher auch kein Anlass, um das Tragen von Waffen in den Filialen zu verbieten. Der Grund für das jetzige Umschwenken ist ein trauriger: Anfang der Woche kamen 13 Menschen bei einem Amoklauf in Washington ums Leben.
Ob die Bitte des CEOs, keine Waffen mehr mitzubringen, ausreichen wird, bleibt abzuwarten. Den Kaffee gibt es in Zukunft wohl auch mit Pistole am Halfter.

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